Herausforderung Sicherheit

Schneller Weg ins Internet der Dinge

Beim Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) treten im Prinzip die gleichen ­Herausforderungen wie beim herkömmlichen Web auf: Skalierbarkeit, Interoperabilität und Sicherheit. Doch IoT-Endpunkte besitzen deutlich weniger Kapazität als ­web-fähige Geräte. Wie lassen sich diese Anforderungen trotzdem erfüllen?

Schneller Weg ins Internet der Dinge

Obwohl viele Dinge zu beachten sind, kann die Einführung von IoT-Lösungen in wenigen Schritten und schnell gelingen.

Das Internet der Dinge kann einen weltweiten wirtschaftlichen Nutzen von bis zu 11 Billionen US-Dollar im Jahr 2025 erzeugen. Dies entspräche dann rund elf Prozent der globalen Wirtschaftsleistung, so eine Studie von McKinsey. Die deutsche Wirtschaft hat zweifellos eine gute Ausgangsposition, um einen großen Teil dieses Potenzials auszuschöpfen, doch viele Unternehmen zögern noch mit der Einführung von IoT-Prozessen. Dies liegt an verschiedenen Gründen, z. B. fehlende Standards, Unklarheit über konkrete Geschäftsvorteile, Angst vor einer Änderung bewährter Prozesse, Investitionsrisiken oder Bedenken hinsichtlich der Sicherheit. Dies ist nachvollziehbar, doch die Unternehmen sollten bedenken, dass IoT nichts grundsätzlich Neues ist. Es handelt sich prinzipiell nur um eine Erweiterung des herkömmlichen Internets, um zusätzliche Geräte und Objekte einzubinden. Es nutzt dabei jedoch weitgehend die gleichen Mechanismen, die meist nur leicht verändert sind.

Aus diesem Grund können Hardware- und Software-Hersteller, die sich im Internet bewährt haben, mit relativ einfachen Mitteln ihre Lösungen an das IoT anpassen. Dies gilt auch für Anbieter, die geschäftskritische Prozesse in großen Netzwerken unterstützen, etwa bei Service-Providern. Bereits im Internet gibt es die Herausforderung, dass sich mit zunehmender Datenmenge die Reaktionszeiten verlängern. Ähnliche Folgen entstehen beim IoT, wenn viele neue Geräte, Maschinen, Sensoren und andere Objekte angeschlossen werden. Daher eignen sich Lösungen für Load Balancing und Offloading z.B. von F5 Networks, um die Bearbeitungslasten zu verteilen und an leistungsfähige Systeme zu übertragen. Zudem lassen sich die Protokolle vereinfachen, um die Geschwindigkeit zu erhöhen, ohne dabei die Sicherheit zu gefährden.

Herausforderung Sicherheit


Apropos Sicherheit: Beim Internet der Dinge gibt es eine zusätzliche Herausforderung gegenüber dem herkömmlichen Internet, nämlich die geringe Kapazität vieler Endgeräte. Schließlich handelt es sich hier oft um kleine Objekte oder Sensoren mit nur wenig Rechen- und Speicherressourcen. Gerade für das Thema Sicherheit spielt dies eine wichtige Rolle. Denn der anfälligste Punkt ist auch im Internet der Dinge häufig das Endgerät, also die Maschine, das Auto, das Fitnessarmband. Neben dem Endpunkt muss auch dessen Verbindung mit dem zentralen Rechenzentrum geschützt werden, um die Verteilung von Angriffsvektoren zu vermeiden.

Dazu wären gerade an den Endpunkten leistungsfähige Prozessoren wichtig, doch Sensoren und Maschinen können in der Regel nicht einmal Daten verschlüsseln oder entschlüsseln. Prozesse auf Basis von Protokollen wie IPSec oder SSL/TLS müssen somit per VPN und Offloading auf zentrale Systeme verschoben werden. Nur so lassen sich etwa DDoS-Attacken auf IoT-Prozesse vermeiden. Gleichzeitig ist eine hohe Transparenz durch die Sammlung und Analyse von Daten zu erreichen, um Anomalien zu entdecken und die Sicherheit der IoT-Anwendungen zu verbessern.

Geeignete Lösungen


Für erweiterten Applikationsschutz sollten Anbieter einen Ende-zu-Ende-Ansatz mit einer Multi-Formfaktor-Plattform aus On-Premise-Software, Appliances und Cloud-Lösungen bereitstellen. Idealerweise lässt sich diese Infrastruktur über Module einfach installieren sowie durch Programmierbarkeit jederzeit erweitern und an individuelle Bedürfnisse anpassen – weltweit und über alle Umgebungen hinweg.

Neben technischen Lösungen sollte der Anbieter umfassende Beratungsleistungen bereitstellen. Sie zeigen, wie man die richtigen Daten sammelt und daraus optimale Lösungen entwickelt. Dabei gibt es keine Standardlösung, sondern ein anhand der sich ständig verändernden Anforderungen entwickelndes Framework. Im IoT haben sich auch noch keine technischen Standards etabliert, daher ist Interoperabilität durch Programmierbarkeit zu gewährleisten.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 09/2016. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die Einführung des Internets der Dinge im Unternehmen ist in der Praxis nicht immer ganz so einfach, wie es sich auf dem Papier liest. Denn gerade der dritte Schritt erfordert häufig einen Paradigmenwechsel. Während sich viele Unternehmen bislang als reine Hersteller oder Verkäufer von fertig konzipierten Produkten und Leistungen verstehen, müssen sie im Zuge des IoT zunehmend wie ein echter Service-Provider denken: Welche Wünsche haben die Kunden? Wie kann man sie am besten zufriedenstellen? Wie sollte man die eigenen Produkte, Angebote und Lieferprozesse daran anpassen? Flexibilität, Skalierbarkeit und individuelle Lösungen erhalten dadurch eine ganz neue Bedeutung. Doch nur mit dieser neuen Denkweise kann der Weg in das IoT auch wirklich gelingen.


Der Einstieg ins Internet der Dinge

Obwohl viele Dinge zu beachten sind, kann die Einführung von IoT-Lösungen in wenigen Schritten gelingen:

  • Zuerst sollten die Verantwortlichen die Business-Herausforderungen analysieren und den möglichen Nutzen durch das Internet der Dinge evaluieren.
  • Anschließend sind die technischen Fragen zu klären: Was ist zur Vernetzung von Objekten nötig und wie gelingt die ­Migration von Anwendungen oder mobilen Apps zu IoT-Apps?
  • Entscheidend ist das sogenannte Operationalisieren der Prozesse, d.h. die Umsetzung der Anforderungen in kon­krete Lösungen und Arbeitsprozesse.
  • Nun folgt die Berücksichtigung der Sicherheits­anforderungen.
  • Im letzten Schritt wird die Lösung entwickelt, vom ersten Prototyp über Proof of Concepts bis zur fertigen ­Anwendung.

Quelle: F5 Networks GmbH


Bildquelle: Thinkstock/iStock

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