Erfolgreiche Speicher-Virtualisierung

SDS vereinfacht Storage-Management

Warum er Software-defined Storage für mehr als einen reinen Marketingzweck betrachtet, berichtet Stefan von Dreusche, Director Central Europe bei Datacore, im Interview.

Stefan von Dreusche, Director Central Europe bei Datacore

IT-DIRECTOR: Herr von Dreusche, bislang gibt es keine einheitliche Definition von Software-defined Storage (SDS), was verstehen Sie unter diesem Begriff?
S. von Dreusche
: Software-defined Storage (SDS) ist das Konzept, die Intelligenz und Funktionalität einer Speicherarchitektur jenseits der Hardware anzusiedeln und auf eine übergeordnete Software-Ebene zu heben. Die zugrunde liegende Technologie ist die Speichervirtualisierung. Durch die logische Trennung von Software-Funktionalität und Speicher-Hardware erhalten Unternehmen Unabhängigkeit und Flexibilität, um Speicherarchitekturen effizienter zu gestalten und an ihre dynamischen Geschäftsziele anzupassen.

IT-DIRECTOR: Handelt es sich dabei um ein neues Paradigma in der Speicherindustrie oder um einen reinen Marketingzweck?
S. von Dreusche:
Es gibt zwar momentan einen Hype, der auch zur Verwirrung der Anwender führt. Hardware-Anbieter wollen nach wie vor Hardware verkaufen, nur eben unter anderem Label. Neben diesem gegenwärtigen Marketing-Hype gibt es für eine tatsächlich Software-definierte Infrastruktur handfeste wirtschaftliche und technologische Argumente. SDS ist weit mehr als ein Hype, es ist ein Paradigmenwechsel: endlich wird auch Speicher-Hardware zum austauschbaren Standard, und kann effizienter und kostengünstiger genutzt werden.

IT-DIRECTOR: Wie verbreitet ist die SDS-Technologie bei deutschen Unternehmen? – Wie gut sind Kunden über diese Möglichkeit informiert, wie hoch ist die Nachfrage?
S. von Dreusche:
Wir als Software-Anbieter für Speichervirtualisierung und SDS-Lösungen arbeiten insbesondere in Deutschland sehr erfolgreich und seit Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten. Deutschland ist weltweit unser erfolgreichster Markt und bereits weit entwickelt. Zunehmend gewinnen wir dabei auch Großunternehmen, die wir verstärkt adressieren.

Auch Komplettlösungen und hyper-konvergente Lösungen, die wir mit Anbietern wie Fujitsu, Dell oder Huawei entwickeln, finden inzwischen großen Anklang. Die Rate der Lizenzerneuerungen bzw. –erweiterungen liegt bei über 90 Prozent. Die Kundenzufriedenheit ist also sehr hoch.

IT-DIRECTOR: Wie ausgereift sind aktuelle SDS-Lösungen?
S. von Dreusche:
SDS-Technologien wie Datacore SANsymphony-V liegen heute in der 10. Produktgeneration vor, werden seit 16 Jahren im Produktivbetrieb eingesetzt und sind auf der Basis dieser praktischen Erfahrung stetig weiterentwickelt.
Über 15.000 Kunden vertrauen heute auf die SDS-Plattform von Datacore.

IT-DIRECTOR: Storage-Anforderungen werden komplexer – die Datenmenge steigt etwa durch die Nutzung mobiler Endgeräte – welche Antwort bietet SDS darauf?
S. von Dreusche:
Die Storage-Anforderungen steigen insbesondere durch die Virtualisierung von Server und Desktop und die einher gehende Zentralisierung. SDS bringt Hochverfügbarkeit, Flexibilität für Erweiterung nach Bedarf und eine effiziente Nutzung der Ressourcen. So können Flash-, Platten- und Cloud-Ressourcen einfach integriert und durch Auto-Tiering optimal genutzt werden.

IT-DIRECTOR: Welche Vor- und Nachteile ergeben sich durch den Einsatz?
S. von Dreusche:
Kostensenkungen und das hohe Maß an Investitionssicherheit bedeuten für Unternehmen eigentlich nur Vorteile. Die meisten unserer Kunden erzielen einen ROI schon in den ersten Monaten. Solange die SDS-Plattform ausfallsicher und performant ist, ergeben sich keine Nachteile. Allerdings sollte ein Anwender auf klare Wartungs- und Gewährleistungsvereinbarungen pochen, damit er im Problemfall nicht von einem Anbieter zum nächsten geschickt wird.

IT-DIRECTOR: Wie lassen sich bestehende Umgebungen mit SDS-Konzepten verbinden?
S. von Dreusche:
Eine Software wie die unsere wird auf Standard-Servern installiert und übernimmt die Storage-Services für sämtliche im SAN oder serverseitig vorhandenen Storage. Das bedeutet eine Aufwertung von vorhandenem Equipment und gleichzeitig die Lösung von Herstellerbindungen.

IT-DIRECTOR: Führt SDS nicht zu einer zusätzlichen Komplexitätsebene in der Datenlandschaft, und wie sollten Unternehmen dieser Herausforderung begegnen?
S. von Dreusche:
Im Gegenteil: In der Praxis bewirkt SDS eine Vereinheitlichung und Vereinfachung des Storage- und Datenmanagement. Eine Vielzahl von Adminstrationsaufgaben kann zentralisiert und automatisiert werden. Die zusätzliche Software-Ebene muss natürlich ausfallsicher eingerichtet werden.

IT-DIRECTOR: Ab welcher Größenordnung und welchem Unternehmensumfeld empfehlen Sie den Einsatz einer SDS-Lösung?
S. von Dreusche:
Software-defined Storage stellt die Umsetzung eines flexiblen Unified-Storage-Konzeptes dar, das sich für kleine und mittelständische ebenso wie für große Unternehmen eignet. Grundsätzlich ist unsere Software-Lösung auch bei kleinen Unternehmen etwa ab 6 Terabyte im Einsatz, nach oben skalieren wir in den Petabyte-Bereich von Großunternehmen.

IT-DIRECTOR: Wie wird sich der Bedarf nach Speicherlösungen generell in den kommenden Jahren entwickeln?
S. von Dreusche:
Es findet eine große Standardisierung/Commodisierung der Hardware statt. Davon profitieren die Unternehmen, die virtuelle Rechenzentren schaffen und dabei auch Speicher virtualisieren. Das wird im Bereich der klassischen SAN-Architekturen voranschreiten, aber auch das serverseitige SAN, das Virtual SAN, wird sich weiter entwickeln. Wir verbinden beides mit Wachstumspfaden in beide Richtungen.

Derzeit ist enorme Bewegung im Markt, die einen Teil der Anwender verunsichert. Etablierte Hersteller gehen, neue Hersteller und Systeme tauchen auf. Eine SDS-Plattform wie Datacore SANsymphony-V ist eine Antwort auf diese Marktverunsicherung, denn sie stellt ein Höchstmaß an Investitionssicherheit her. SDS sorgt dafür, dass all diese Systeme integriert oder bei Bedarf auch problemlos wieder ersetzt werden können.

IT-DIRECTOR: Wie beurteilen Sie den Trend „Software-defined Everything“ – die Entwicklung, die gesamte IT-Hardware künftig durch Software zu verwalten und zu steuern?
S. von Dreusche:
Wenn „Software-defined“ auch wirklich Software-definiert meint, ist das eine gute Entwicklung. Die Zeit von proprietären Lösungen schwindet auf unterschiedlichen Ebenen. In der Welt der Storages haben sie sich lange gehalten und wir haben einen Nachholbedarf für die Flexibilisierung der Datenspeicher.

IT-DIRECTOR: Sehen Sie dadurch ein erhöhtes Risiko mit Blick auf Ausfälle oder Defekte?
S. von Dreusche:
Hochverfügbarkeit ist natürlich ein Muss. Physische Redundanz bleibt dabei auch in virtualisierten Infrastrukturen unabdinglich, neben Software-gesteuerten Enterprise-Szenarien für Business Continuity und Desaster Recovery.

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