Interview mit Hagen Rickmann, T-Systems

„Security als Service anbieten“

Interview mit Hagen Rickmann, Mitglied der Geschäftsführung von T-Systems und verantwortlich für den Geschäftsbereich Service, über die Erfahrung mit Internetkriminalität, die Qualität von Sicherheitsdienstleistungen und compliance-gerechte Lösungen

Hagen Rickmann, T-Systems

Hagen Rickmann, verantwortlich für den T-Systems-Geschäftsbereich Service

IT-DIRECTOR: Herr Rickmann, was sind die konkreten Aufgaben des T-Systems-Geschäftsbereichs Service?
H. Rickmann: Spätestens bei einem Security Incident merkt jeder Kunde: Entscheidend für den Betrieb seiner Unternehmens-IT ist nicht nur die eingesetzte Technik,  sondern dass sie zuverlässig läuft. In diesem Sinne verantwortet der Geschäftsbereich Service alle Dienstleistungen gegenüber unseren Kunden, die deren Prozesse, ihre Qualität und die Einhaltung ihrer Kosten sicherstellen – angefangen bei der termingerechten und qualitätskonformen Lieferung der Services über die Verantwortung für das gesamte Angebotsportfolio und dessen Entwicklung durch innovative Lösungen bis hin zum Management von Transitions- und Transformationsprojekten.

IT-DIRECTOR: Welche Leistungen bieten Sie im Bereich ICT-Security an?
H. Rickmann: Sicherheit hat viele Dimensionen. Unternehmen brauchen Lösungen entlang der gesamten Bandbreite von ICT-Security. Und die beginnt mit der Absicherung von Gebäuden und reicht über den Schutz von Netzen, Rechenzentren und immer mobileren Arbeitsplätzen bis zu rechtlichen Rahmenbedingungen.

Oder denken Sie an den Schutz von Applikationen und Geschäftsprozessen – das alles zählt zu unserem Portfolio an ICT-Security-Leistungen und wird unterstützt vom Beratungsangebot unserer Sicherheitsexperten. Compliance und Governance genießen dabei oberste Priorität. Denn an vielen Schnittstellen der Datenverarbeitung ist wichtig, was technologisch möglich ist, aber es ist auch entscheidend, was juristisch erlaubt ist. An der Einhaltung dieser rechtlichen Vorgaben orientieren sich unsere Lösungen.

IT-DIRECTOR: Welche Security-Lösungen waren für Ihre Kunden 2011 besonders wichtig?


H. Rickmann: Laut Cybercrime-Lagebild des BKA nimmt Internetkriminalität jährlich um 20 Prozent zu. Zugleich steigt das Schadensvolumen um mehr als 60 Prozent. Und im „Sicherheitsreport 2011“ befürchten Entscheidungsträger über alle Branchen hinweg, dass Computerkriminalität das größte Risiko für ihre Organisation darstellen wird. Der Fokus der Unternehmen geht zunächst einmal dahin, ihre Firmenanwendungen abzusichern. Dazu gehören vor allem Lösungen, die zur Erkennung und Vermeidung solcher Vorgänge dienen. An dieser Stelle werden auch die Sensibilisierung und  die Schulung der Mitarbeiter immer wichtiger – gerade wenn es um den Bereich Innentäter geht. In vielen Unternehmen ist garnicht bekannt, dass in 70 Prozent aller Fälle von sogenanntem Know-how-Abfluss eigene Mitarbeiter oder unternehmensnahe Personen beteiligt sind.

IT-DIRECTOR: Wie beraten Sie weltweit agierende Kunden bei Sicherheitsfragen rund um Security und Cloud Computing?
H. Rickmann: Wir beschäftigen mehr als 600 Mitarbeiter in unseren Professionell Services & Solutions (PSS), darunter Spezialisten in unserem CERT (Computer Emergency Response Team), die innerhalb von Minuten nach dem ersten Hinweis überall auf der Welt Schadsoftware, Trojaner & Co. bekämpfen, abwehren und unschädlich machen können.

In den vergangenen Jahren konnten wir in  Sicherheitsprojekten bei zahlreichen internationalen Kunden – darunter einige Global Player – viel Know-how und Erfahrung gewinnen. Überall dort zum Beispiel, wo mit besonders sensiblen Daten umgegangen wird oder Forschung und  Entwicklung extrem wettbewerbsrelevante Daten hervorbringen – in Verwaltungsorganisationen, wissenschaftlichen Einrichtungen und Zukunftsindustrien, aber auch in Unternehmen, in denen staatliche Interessen besonders geschützt werden müssen.

IT-DIRECTOR: Welche Herausforderungen sehen Sie in den kommenden Monaten für Security Services?
H. Rickmann: Eine der größten Herausforderungen wird sein, Security als Service anzubieten. Weil Unternehmen sich immer weiter öffnen und kontinuierlich mehr Angriffsfläche bieten, wird der Bedarf dafür weiter steigen. Denken Sie an Cloud Computing und die steigende Zahl mobiler Endgeräte. Das können Unternehmen mit eigenen Ressourcen nicht mehr leisten.

Darum investieren wir weiter in neue Cloud- und Kommunikationsdienste. So werden wir „Security as a Service“ in unsere Angebote aufnehmen, als neuen Cloud-Dienst starten und auch Administrationsvorgänge und Authentisierung weiter vereinfachen. Das gilt übrigens – und da sehen wir eine zweite große Herausforderung – besonders für den Bereich Mobilkommunikation.

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