Condition-Tracking-as-a-Service

Sensible Waren und Kosten im Griff

Den Weg für ein Condition-Tracking, also das Überprüfen der Unversehrtheit von Gütern während des Transports, ist durch den Kommunikationsstandard Narrowband-IoT (NB-IoT) geebnet. Für Zurückhaltung sorgt jedoch die Komplexität entsprechender Lösungen im konkreten Anwendungsfall und damit die Kosten für Hardware, Konnektivität und angeschlossene Serviceportale. Eine Alternative kann Condition-Tracking-as-a-Service bieten.

Blick auf ein Container-Terminal

In der Logistikwelt versteht man unter Condition-Tracking die Überprüfung der Unversehrtheit von Gütern während des Transports.

Das Verfolgen von Gütern bis auf Warenebene ist für viele Unternehmen verschiedener Industrien ein spannendes Feld, erst recht in Verbindung mit Condition-Tracking-Lösungen. Denn hiermit lassen sich Lieferketten vor allem auch hinsichtlich des Zustands der transportierten Waren lückenlos kontrollieren. Der Fokus liegt dabei nicht auf einer kleinteiligen, geographischen Verfolgung der Transportwege, sondern auf der Überprüfung der Unversehrtheit der Güter, z. B. hinsichtlich Temperatur, Licht, CO2-Gehalt oder Erschütterung. Entsprechende Angebote richten sich daher vor allem an Unternehmen, die ihre Waren auf bekannten Routen transportieren und den Zustand der einzelnen Güter kontrollieren wollen. Denn es sind vor allem Schäden bzw. späte Nachlieferungen, die Herstellern hohe Kosten verursachen, etwa wenn hierdurch JIT-/JIS-Ketten gestört werden.

Daten im Wunschtakt

Die Zustandsüberwachung von transportierten Waren ermöglicht in Asset Tracker integrierte Sensoren. Denkbar ist beispielweise die Überprüfung der Einhaltung von Kühlketten bei Medikamenten oder Nahrungsmitteln mit dem integrierten Temperatursensor, die Erkennung von Sturzschäden durch einen eingebauten Beschleunigungssensor oder von Korrosionsschäden durch die Messung des CO2-Gehalts. In allen Szenarien führt die Überwachung zu Transparenz und effizienteren Prozessen. Denn Probleme können schon auf dem Transportweg erkannt und zeitnah bewältigt werden.

Auftrieb haben Tracking-Lösungen durch den globalen Mobilfunkstandard NB-IoT erhalten, dessen Netzausbau in Deutschland bis Ende 2019 flächendeckend abgeschlossen sein soll. NB-IoT punktet mit einer hohen Reichweite und Gebäudedurchdringung und kann eine sehr hohe Anzahl an Teilnehmern pro Funkzelle adressieren. Im Gegensatz zu LTE gelingt die Übertragung via NB-IoT also auch bei sehr schlechtem Signal. Die Tracker benötigen zudem gegenüber anderen Mobilfunktechnologien wie GSM oder LTE deutlich weniger Energie und ermöglichen einen wartungsfreien Einsatz von bis zu fünf Jahren.

Einziger Wehrmutstropfen: Noch funktioniert NB-IoT nur innerhalb der eigenen Landesgrenzen. Denn der Funkstandard ist zwar in Europa und Asien bereits flächendeckend verbreitet. Die notwendigen und bereits vorgesehenen Roaming-Vereinbarungen zwischen den Ländern fehlen aber noch. Fehlt das Netz, etwa auf hoher See, können die Daten zwischengespeichert und gebündelt übertragen werden, sobald das Netzwerk wieder erreichbar ist.

Dabei lässt sich die Übertragungsfrequenz von einer Minute bis zu 24 Stunden konfigurieren. Die Ortungsinformationen und Sensordaten werden schließlich an entsprechende IoT-Trackingplattformen übertragen und dort visualisiert. Möglich ist aber auch eine Datenübertragung per REST-API in andere Applikationen und Systeme. Typisch sind beispielsweise die Einbindung in ERP-Systeme, Lagerverwaltungssysteme oder in Apps, aber auch die Konfiguration von Statusmeldungen oder Alarmen. Die Nutzung der vorhandenen IT-Infrastruktur sorgt für eine beschleunigte Implementierung und niedrigere Investitionskosten.

Mieten ohne Risiko

Trotz vieler Vorzüge bleiben in der Praxis viele IoT-Tracking-Projekte in der Schublade liegen. Zu komplex und teuer erscheinen vielen Unternehmen Aufwand und Kosten für ihren konkreten Anwendungsfall. Immerhin können die Investitionen bei rund 1.000 Geräten mit Konnektivität und Portal schnell bei 150.000 Euro liegen. Eine Alternative kann das Condition-Tracking-as-a-Service bieten. Entsprechende Angebote umfassen z. B. auf monatlicher Basis die Miete bzw. Kosten des gesamten Lösungspakets – und dies zum Festpreis. Zwar gibt es aufgrund der gängigen Mindestlaufzeiten der Mietmodelle langfristig keine Einsparungen, die hohen Anfangsinvestitionen entfallen jedoch. Zudem werden interne Ressource für die Beschaffung und Wartung der Geräte geschont. Und nicht zuletzt lässt sich die Miete pro Gerät in einigen Serviceangeboten transparent auf die Kunden umlegen.

Ein Beispiel: Ein Logistikunternehmen produziert Holzkisten für den weltweiten Versand von Maschinenteilen und möchte Condition-Tracking als erweiterten Service anbieten. Hierfür bedarf es der Einbindung von wenigstens 1.000 Trackern – Konnektivität und Webportal inklusive. Im Kaufmodell wäre eine Investition von rund 150.000 Euro fällig. Im Mietmodell mit einer Laufzeit von drei Jahren zahlt das Unternehmen monatlich sechs Euro pro angeschlossenes IoT-Gerät. Der Cloud: Der Logistiker stellt die Mietgebühren im Rahmen des zusätzlichen Services taggenau dem jeweiligen Kunden in Rechnung.

* Der Autor Oliver Jäger arbeitet bei der Q-loud GmbH, einem Unternehmen der QSC AG.

Bildquelle: iStock/Getty Images Plus

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