Connected Cars bestimmen das Straßenbild

Sicherheit für smarte Autos

In Zukunft werden immer mehr Connected Cars das Straßenbild bestimmen. Damit sich sämtliche Verkehrsteilnehmer in Sicherheit wiegen können, sollte der Blick auch auf der Security für konvergente Netzwerke liegen.

Nirgendwo zeigen sich die Auswirkungen der Konvergenz deutlicher als bei intelligenten Autos.

Nirgendwo zeigen sich die Auswirkungen der Konvergenz deutlicher als bei intelligenten Autos.

Fragt man Chief Security Officers (CSO) derzeit nach ihren größten Herausforderungen, dürfte die Antwort mit hoher Wahrscheinlichkeit „Digitale Transformation“ lauten: Faktoren wie Multi-Cloud, Internet of Things (IoT), mobile Mitarbeiter und Geräte, steigende Verbrauchererwartungen und Schatten-IT belasten ihre Teams bis zur Schmerzgrenze. Im Zuge dessen entwickelt sich eine entsprechende Bedrohungslandschaft. Ransomware, Botnets und immer raffiniertere Angriffe testen die Grenzen der Unternehmens-Security zu einem Zeitpunkt, zu dem die Branche mit massiven Qualifikationslücken im Sicherheitsbereich zu kämpfen hat. Doch all das ist nichts dagegen, was demnächst auf die Verantwortlichen zukommen wird: Schon bald werden Herausforderungen bei hyperkonvergenten Netzwerken und Systemen gemeistert werden müssen.

Denn aktuelle Sicherheitsbedrohungen sind nur die Spitze des Eisbergs: Bislang isolierte Operational-Technology-Systeme (OT) werden zunehmend in die IT integriert – und verknüpfen so beispielsweise die Fertigung eng mit dem weltweiten Börsenhandel. Dabei wird man nicht nur von mehr Produktivität und Rentabilität durch Dinge wie Just-in-Time-Bestände oder flexible On-Demand-Produktionen profitieren, sondern auch völlig neue Risiken mit potentiell verheerenden Folgen in den Griff bekommen müssen.

Die Zukunft konvergenter Netzwerke


Nirgendwo zeigen sich die Auswirkungen der Konvergenz deutlicher als bei intelligenten Autos. Vom Ventil- bis zum Reifendruck lässt sich alles aktiv überwachen und über eine Bedienkonsole steuern. Die gleiche Konsole bietet Unterhaltung ganz nach Bedarf, verbindet Smartphones für die berührungslose Kommunikation und den Zugriff aufs Internet und schafft so ein drahtloses „Personal Area Network“ für das Auto. Satellitensysteme übernehmen die Navigation, können gestohlene Fahrzeuge orten oder bei Unfällen auch die Rettungskräfte informieren. Auch „kennt“ der Wagen die Finanzen des Fahrers, der so beim Drive-in oder an der Tankstelle mobile bezahlen kann, ohne nach der Geldbörse zu suchen. On-Board-Entertainment, Reparaturen und sogar die Bestellung von Lebensmitteln über die Online-Schnittstelle werden ebenfalls geregelt.

Moderne Fahrzeuge verfügen über Radarsysteme, die die aktuelle Verkehrslage verfolgen und den Wagen in der richtigen Fahrspur halten. Auch sofortige Anpassungen von Geschwindigkeit oder Fahrverlauf werden vorgenommen. Sensoren überwachen die Straßenverhältnisse und das Wetter, passen Traktion und Sicht automatisch an oder aktivieren dynamisch den Allradantrieb. Selbstfahrende Autos werden bald in Echtzeit Informationen mit Fahrzeugen in der Nähe austauschen und mit öffentlichen Systemen über die Verkehrslage, Straßenbedingungen, Baustellen, Unfälle oder Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht kommunizieren. Diese kollektiven Daten werden auch Verkehrssystemen zugutekommen, um Fahrspuren, Verkehrssignale, Umleitungen oder sogar die Ampelschaltung anzupassen und so Staus im Berufsverkehr, bei Baustellen oder nach Großveranstaltungen zu vermeiden.

Das Auto wird schon bald zu einem System aus hochkomplexen, konvergenten Netzwerken werden – bestehend aus dem internen Netz an Bord für den Fahrzeugbetrieb, dem externen Kommunikationsnetz mit einer Fülle an Produktivitäts-, Unterhaltungs- und kommerziellen Angeboten und dem Satellitennetz, über das Autos mit der Infrastruktur und anderen Fahrzeugen verbunden sind. Doch damit nicht genug, werden neue Geschäftsmodelle entstehen: Statt auf Parkplätzen zu warten, könnten Autos als Taxis dienen oder nicht mehr einem einzigen Besitzer, sondern einer Fahrgemeinschaft gehören. Das verlangt von Fahrzeugen eine gewissen Anpassungsfähigkeit: Sie müssten sich automatisch auf die neuen Fahrgäste und deren Zahlungssysteme, abonnierten Dienste, Temperaturvorlieben und bevorzugte Sitzpositionen einstellen.

Sicher auf der Autobahn


Die beschriebenen Szenarien sind für viele Autohersteller noch Neuland. Dabei muss insbesondere die Sicherheit muss ein fester Bestandteil des gesamten Transportökosystems sein – von Fahrzeugen, Straßen und Netzwerken bis hin zu Sicherheitsstandards. Autohersteller werden sich zunehmend vom klassischen Fließbandbetrieb weg hin zu Systemintegratoren entwickeln. Die gesamte Branche wird sich umstellen und mit neuen Partnern, Dienstleistern und Standards arbeiten müssen. Die Probleme mögen neu erscheinen, doch unter Sicherheitsaspekten können solche Netzwerke und ähnliche konvergente Umgebungen mit einem Framework geschützt werden, mit dem wir bereits vertraut sind. Es sollte folgende Eigenschaften besitzen:

Segmentierung: Es ist zwingend notwendig, dass wichtige Dienste weitestmöglich isoliert werden. In einem Smart Car muss das System für den Internetzugang vom Bremssystem streng getrennt sein.

Zugriffskontrolle: Derzeit hat jeder, der in ein Auto steigt, Zugriff auf alle Dienste. Damit dürfte es in Zukunft Probleme geben. Authentifizierung, Autorisierung und Haftung müssen auch im Fahrzeug klar geregelt sein.

Verschlüsselung: Alles muss verschlüsselt werden – Finanzdaten, drahtlose Übertragungen, Satellitenkommunikation und Authentifizierungsdaten, die zwischen Fahrzeugen oder mit öffentlichen Systemen ausgetauscht werden.

Verteidigung: Alles zuvor Genannte muss mit einem vollständig integrierten System bereitgestellt werden, das Schutz-, Erkennungs- und Response-Tools umfasst und das Fahrzeug sichern sowie aktiv unberechtigte Benutzer, Anwendungen oder Malware aufspüren kann.

In diesem Zusammenhang braucht die Branche neue, offene Standards, um die Kompatibilität zwischen verschiedenen Herstellern zu erleichtern. Denn bei Autos, die bei jedem Tempo sicher sein müssen, kann man es sich einfach nicht leisten, erst das Kommunikationsprotokoll auszuhandeln.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 05/2018. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Überdies muss die Sicherheitsstrategie angepasst werden. Statt einzelner, isolierter Sicherheits-Tools erfordern konvergente Systeme eine integrierte Security Fabric wie sie beispielsweise der Sicherheitsspezialist Fortinet anbietet. Solch intelligente Strukturen müssen sich bei einem Ereignis in Echtzeit anpassen, autonome Entscheidungen treffen und diese Informationen mit der größeren Umgebung teilen können, einschließlich Alarmierung anderer Systeme bei einem Cyberangriff. Denn damit vernetzte Fahrzeuge, die vierte industrielle Revolution und konvergente Netzwerke im Allgemeinen Realität werden, muss Security allgegenwärtig, schnell und skalierbar sein.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

©2018Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok