Neuer Geschäftsbereich Telekom Security

Sicherheits-Know-how gebündelt

Die Deutsche Telekom will mit Sicherheitslösungen weiter wachsen und stellte dafür jüngst mit „Telekom Security“ einen neuen Geschäftsbereich vor.

Dr. Ferri Abolhassan, Telekom

Dr. Ferri Abolhassan steht dem neuen Geschäftsbereich „Telekom Security“ vor.

Im Rahmen einer Presseveranstaltung präsentierte Dr. Ferri Abolhassan, Geschäftsführer der IT-Division von T-Systems und verantwortlich für den Aufbau der neuen Einheit, Anfang Februar 2016 in Bonn die wichtigsten Eckpunkte, Arbeitsweisen und erste geplante Produkte. Demnach soll der formale Aufbau der neuen Einheit zum 1. April 2016 beginnen, sodass die Organisation zum 1. Januar 2017 als eigener Geschäftsbereich starten kann. Dabei bündeln die Bonner die Sicherheitsbereiche aus verschiedenen Konzerneinheiten, womit man laut Abolhassan die Schlagkraft am Markt für Cyber Security deutlich erhöhe. Gleichzeitig will der Konzern durch Synergieeffekte die interne Sicherheit weiter stärken.

Nach Worten von Ferri Abolhassan werden innerhalb der Produktfamilie „Magenta Security“ künftig Sicherheitslösungen sowohl für Privatkunden und kleine bzw. mittlere Firmen als auch für Großunternehmen und Konzerne angeboten. Inbegriffen sei dabei die gesamte Sicherheitspalette – von konkreten Produkten über Beratung und Installation durch Partnerfirmen bis hin zum Betrieb beispielsweise im Managed-Services-Modell.

Erste Produkte will man bereits während der Cebit vom 14. bis 18. März 2016 zeigen; konkret sollen diese den Kunden dann im Sommer 2016 zur Verfügung stehen. Geplant ist etwa eine cloud-basierte Sicherheitslösung für das Festnetz, eine Lösung für Smartphones sowie eine Netzwerkverschlüsselung für den Mittelstand nach dem Plug-and-Play-Prinzip. Geht es generell um Cloud-Lösungen und damit um einen sicheren, hochverfügbaren Speicherort für sensible Daten, verfüge man, so Abolhassan, mit dem 2014 eröffneten Rechenzentrum in Biere bei Magdeburg quasi über ein „Fort Knox“ für Daten.

Verschlüsselung für alle


Desweiteren verwies Ferri Abolhassan auf die gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut während des IT-Gipfels 2015 vorgestellte „Volksverschlüsselung“. Dabei handelt es sich um einen kostenfreien Service für Bürger, mit dem man die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von E-Mails in der breiten Bevölkerung verankern möchte. Die Technik dahinter funktioniert wie folgt: Die Software generiert die notwendigen Verschlüsselungsinformationen und konfiguriert entsprechend die Mail-Programme der Benutzer. So können im ersten Schritt Windows-Nutzer über Outlook oder Thunderbird verschlüsselt per E-Mail kommunizieren. In weiteren Schritten sind Versionen für Mac OS X, Linux, iOS und Android geplant. Die Software unterstützt zunächst den S/MIME-Standard, im nächsten Schritt wird sie zusätzlich OpenPGP unterstützen.

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Im Rahmen des Verfahrens werden kryptografische Schlüssel direkt auf dem Endgerät des Nutzers erzeugt. Diese privaten Schlüssel verbleiben ausschließlich in der Hand des Nutzers und befinden sich zu keiner Zeit in den Händen des Betreibers der Infrastruktur. Zur Nutzung der Verschlüsselung genügt die Installation der Software und eine einfache, sichere Identifikation. Im ersten Schritt erfolgt die Authentifizierung über Anmeldeverfahren der Telekom oder mithilfe des elektronischen Personalausweises. Für später sind weitere Verfahren zur sicheren Identifikation geplant.

Deutscher Sicherheitsmarkt


Nicht zuletzt gab Lutz Peichert, Vorstand der Experton Group, im Rahmen der Veranstaltung eine Einschätzung über das diesjährige Marktwachstum für Sicherheitslösungen in Deutschland. Glaubt man den Analysten beläuft sich das Wachstum für 2016 auf sieben Prozent. Im Rahmen einer aktuellen Erhebung standen verschiedene Sicherheitsbereiche auf dem Prüfstand, darunter Cloud- und Datacenter-sicherheit, Backup und Hochverfügbarkeit, Identity and Access Management (IAM) und Managed Security Service.

Der Benchmark sieht die Telekom im Markt für Managed Security Services gut aufgestellt. Dabei sprechen für das Security-Outsourcing insbesondere die geringeren Investitionskosten sowie das stets aktuelle Wissen über die sich ständig ändernden Cyber-Bedrohungen. Das das Portfolio der Bonner zudem die gesamte Bandbreite von Sicherheitsdiensten abdecket, könne man als Provider eine Ende-zu-Ende-Verantwortung bieten. „Ein wichtiges Argument für den Anbieter stellt die Leistungsbereitstellung aus Deutschland unter den Regeln des deutschen Datenschutzrechtes da“, betonen die Marktanalysten von Experton

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