Blick in die Zukunft

Sieben potentielle Auslöser einer digitalen Disruption

Das Beratungsunternehmen Gartner hat eine Reihe von Technologien auf ihr disruptives Potential untersucht und nun die sieben vielversprechendsten Trends bekanntgegeben.

Eine handgezeichnete Glühbirne schwebt über einer Hand

Nicht jeder technologische Geistesblitz zieht einen disruptiven Moment nach sich.

„Die größte Herausforderung für Unternehmen und Technologieanbieter ist heute die digitale Disruption“, behauptet Daryl Plummer, Vice President und Gartner Fellow. Die virtuelle Natur von disruptiven Momenten würden es viel schwieriger machen, mit ihnen umzugehen, als mit den technologiegetriebenen Veränderungen der Vergangenheit. CIOs müssten mit ihren Kollegen aus der Unternehmensführung zusammenarbeiten, um möglichen Disruptionen zuvorzukommen. „Dafür müssen sie Experten darin werden, Frühindikatoren zu erkennen, zu priorisieren und darauf zu reagieren”, so Plummer.

Diese sieben Trends werden von dem Beratungshaus als potentielle Auslöser einer digitalen Disruption aufgeführt:

  • Quantencomputing
    Daryl Plummer glaubt, dass durch die Überwindung der Rechengrenzen klassischer Computerarchitekturen vor allem im Bereich der Künstlichen Intelligenz ganz neue Möglichkeiten entstehen könnten. „Quantencomputer haben das Potenzial, große Mengen an Berechnungen in Sekundenschnelle parallel durchzuführen. Dieses Potenzial zur Rechenbeschleunigung sowie die Fähigkeit, schwierige und komplexe Probleme zu lösen, ist das, was das Interesse von CEOs und CIOs in einer Vielzahl von Branchen weckt”, so seine Einschätzung.

  • Echtzeitübersetzung
    Die Echtzeitübersetzung von fremden Sprachen könnte laut der Einschätzung des Beratungshauses die Kommunikation grundlegend verändern. CIOs sollten in Vorbereitung auf dieses disruptive Potential bereits jetzt Mitarbeiter in internationalen Positionen mit experimentellen Echtzeitübersetzern ausstatten, um die neuen Kommunikationswege frühzeitig zu erproben.

  • Nanotechnologie
    Nanotechnologie wird unter anderem eingesetzt, um neue Effekte in der Materialwissenschaft zu erzeugen, wie z.B. selbstheilende Materialien. Daryl Plummer sieht hier vor allem disruptives Potenial in Kombination mit dem 3D-Biodruck: Wenn 3D-Druck im Nanobereich möglich wird, ließe sich seiner Meinung nach sogar die Erzeugung von organischem Material bis hin zu menschlichen Stammzellen in Erwägung ziehen.

  • Schwarmintelligenz
    Gartner glaubt zudem, dass Unternehmen aufgrund zunehmender Unwägbarkeiten immer schwierigere Entscheidungen auf Basis von vielen, unterschiedlichen Datenquellen treffen müssen. Die Lösung dafür sei Schwarmintelligenz. Schwarm meint hier die kollektive Gesamtheit von dezentralen, selbstorganisierten Systemen, die sowohl natürlich als auch künstlich sein können. Diese sollen wiederum aus kleinen Recheneinheiten bestehen, die einfachen Regeln folgen, um ihre Aktivitäten zu koordinieren. Der Vorteil soll bei diesem Konzept vor allem in der flexiblen Skalierbarkeit liegen. CIOs sollten sich laut Gartner dementsprechend mit dem Konzept des Scale Managements auseinandersetzen – vor allem in digitalen Geschäftsszenarios.

  • Mensch-Maschine-Schnittstellen
    Das disruptive Potential von Mensch-Maschine-Schnittstellen soll hier vor allem in der Chance liegen, körperliche Einschränkungen von Menschen mit Behinderungen zu überwinden. Als Beispiel werden Elektromyografie-Wearables angeführt, die es auf Basis moderner Sensoren zum Beispiel gelähmten Menschen schon jetzt erlauben, Geräte wie Smartphones oder Computer zu bedienen. Dabei werden durch Muskelkontraktion erzeugte, elektrische Signale auf der Hautoberfläche als Input herangezogen.

  • Die Revolution des Software-Vertriebs
    Die Beschaffung von Software befinde sich in einem grundlegenden Wandel, wie Gartner feststellt. Das führe zu mehr und mehr Cloud-basierten Produkten und der Erkenntnis, dass sowohl die Anbieter als auch die Händler möglichst viel Reibung aus den Beschaffungsprozessen nehmen müssten. Dafür würden sich vor allem eigene Ökosysteme anbieten, die bei fortschreitender Popularität einen bedeutenden Umbruch für den Vertrieb von Software nach sich ziehen könnten.

  • Smartphone Disintermediation
    Mit der zunehmenden Beliebtheit von Wearables und digitalen Sprachassistenten verliert das Smartphone laut Gartner an Bedeutung. Eine Entwicklung, die sich nach Ansicht des Beratungshauses weiter zuspitzen soll, bis das Gerät kaum noch aus der Tasche geholt werden muss. Hier werden gleiche für mehrere Felder große Chancen gesehen, darunter etwa bei der Arbeitseffizienz, Sicherheit und Mitarbeiterzufriedenheit. CIOs sollten dementsprechend schon jetzt mit der Technik experimentieren.

    Bildquelle: Thinkstock/iStock

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