Die richtige Mobilstrategie aufsetzen

So funktioniert Enterprise Mobility

Viele Unternehmen haben bereits Testballons für Enterprise Mobility gestartet. Worauf es bei der Umsetztung ihrer Mobilstrategie besonders ankommt, erklärt Stefan Moch, Head of Mobile Solutions bei Arvato Systems.

Stefan Moch, Arvato Systems

Stefan Moch, Head of Mobile Solutions bei Arvato Systems

IT-DIRECTOR: Herr Moch, inwieweit haben deutsche Großunternehmen und Konzerne bereits eine dedizierte „mobile Strategie“ aufgesetzt?
S. Moch:
Nach meinen Erfahrungen befassen sich derzeit die meisten Unternehmen mit der Ausarbeitung der „mobilen Strategie“, allerdings sind die allerwenigstens damit bereits fertig. Ich bin mir auch nicht sicher, ob man eine umfassende Strategie für etwas entwickeln kann, was sich ständig ändert und keiner genau sagen kann, wie es in zwei Jahren aussieht. Daher treffen wir auf fast keinen Konzern, dessen umfassende Mobilstrategie bereits ausgerollt wird, sondern es werden in einzelnen Bereichen „Testballons“ gestartet.

IT-DIRECTOR: Welche Branchen erweisen sich dabei als Vorreiter? Bei welchen besteht noch Nachholbedarf?
S. Moch:
Wenn man die „mobile Strategie“ auf Kunden, Partner und Mitarbeiter bezieht, gibt es in Deutschland keine Vorreiter, alle Branchen hinken, gerade im international Vergleich hinterher. Allerdings bemerken wir gerade in letzter Zeit spürbar mehr Aktivität, z.B. bei den Branchen Luftfahrt, Medien, Automotive, aber auch Teilen der Industrie.

IT-DIRECTOR: In wessen Verantwortungsbereich fallen Entscheidungen hinsichtlich der „Enterprise Mobility“? Wer stellt die notwendigen Investitionen zur Verfügung?
S. Moch:
Dies ist eines der Probleme. Traditionell steuert der CIO diesen Prozess. Den Bedarf und zunehmend das Budget hat aber das Business und das strebt in letzter Zeit, auch getrieben durch Cloud-Modelle und Software as a Service (SaaS), nach deutlich mehr Unabhängigkeit. Die IT muss sich zukünftig also stärker als Enabler und Partner einbringen.

IT-DIRECTOR: Worauf sollten Unternehmen, die firmenweit mobile Strategien umsetzen wollen, hinsichtlich der Sicherheit achten?
S. Moch:
Sicherheit heißt Beherrschbarkeit. Da die mobilen Themen neu und dynamisch sind, ist das sehr schwer. Wir empfehlen keine globalen Versuche oder Verbote, sondern mit kleinen kontrollierbaren Pilotprojekten zu starten und diese dann auszubauen.

IT-DIRECTOR: Ein Blick in die Praxis: Mobile BI, mobiles DMS oder Mobile ERP – welche Projekte mit mobilen betriebswirtschaftlichen Lösungen konnten in der Vergangenheit erfolgsversprechend umgesetzt werden? Welche Faktoren brachten dabei den Erfolg?
S. Moch:
Die Aufteilung von mobilen Apps nach Backend-System ergibt meiner Meinung nach keinen Sinn. Wir müssen uns daran gewöhnen, auch in der IT von der Nutzersicht aus zu denken und dem Nutzer die Inhalte dann in optimaler Weise zur Verfügung zu stellen, wenn er sie braucht. Connecting Content & People ist unser Leitsatz und auch der wichtigste Erfolgsfaktor, denn dem Nutzer ist es egal, ob der Prozess, den er gerade braucht im BI-, im ERP-System oder sonst wo läuft.

IT-DIRECTOR: Welche Mobile-Projekte haben sich eher als Spielerei erwiesen? An welchen haben sich die Verantwortlichen gar gewaltig die Finger verbrannt?
S. Moch:
Spielereien sind die Projekte, bei denen Technologie ausprobiert wurde, ohne auf den Nutzen abzuzielen. Gerade der Versuch auf einem bestehenden System eine allumfassende mobile Lösung (für dieses System) zu bauen, führt zu Realisierungsproblemen. Ein weiteres Problem ist, dass nur versucht wird die bestehenden Systeme auf einem kleineren Bildschirm wiederzugeben, statt zu reduzieren, neu zu denken und die einzigartigen Vorteile der Geräte (z.B. Sensorik, Geologging usw.) mit zu nutzen.

IT-DIRECTOR: Wie kann die Anbindung von Smartphone, Apps & Co. an bereits existierende (Alt-)Systeme reibungslos gelingen?
S. Moch:
Viele Systeme bieten bereits gute Schnittstellen, um mobile Geräte anzubinden. Sollte das nicht der Falls sein, gibt es im Markt gute mobile Middleware, für diese Aufgabe, sowohl On Premise als auch in der Cloud.

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