Schneller Aufbau dynamischer Websites

So hat TÜV Hessen seine Website agil entwickelt

Immer mehr Unternehmen nutzen die Prinzipien der agilen Software-Entwicklung. Auch TÜV Hessen hat auf Basis der Scrum-Methodik seinen neuen Web-Auftritt erstellt. Das Content Management System Typo3 unterstützt dabei den Aufbau responsiver und mobilfähiger Seiten.

  • So erstellt TÜV Hessen einen neuen Webauftritt

    So erstellt TÜV Hessen einen neuen Webauftritt

  • Michael Menstell, TÜV Hessen

    Michael Menstell, TÜV Hessen

TÜV Hessen gilt als Garant für Sicherheit und Umweltschutz sowie die Qualität und Marktfähigkeit von Anlagen, Produkten und Dienstleistungen. Dies gilt sowohl für Privat- als auch Geschäftskunden. Die bisherige Website konnte nicht mehr die heutigen Ansprüche der Besucher erfüllen. Sie basierte auf einem proprietären Content Management System (CMS), das keine responsiven, mobilfähigen Seiten ermöglichte.

„Da Google-Angebote ohne mobilfähige Seiten immer weiter herunterstuft werden, konnten Kunden unsere Website teilweise nicht mehr weit vorne finden“, sagt Michael Menstell, Fachreferent Online-Marketing bei TÜV Hessen. „Dabei rief fast schon die Hälfte der Besucher unseren Webauftritt über Mobilgeräte auf. Außerdem mussten wir im alten CMS die gesamte Website exportieren, um eine kleine Textänderung online zu stellen. Das dauerte zu lange im heutigen Always-On-Zeitalter.“ Daher suchte man ein neues CMS, das den heutigen Anforderungen entspricht. Dabei fiel die Entscheidung für Typo3 früh, da es auf über eine Million Systemen eingesetzt wird und damit eine hohe Verbreitung genießt. Zudem gibt es für das Open-Source-System viele Partner bei Entwicklung, Installation und Support. Die Hessen entschieden sich für Pagemachine als Partner. Die Kriterien lauteten: regionale Nähe, viele fest angestellte Typo3-Entwickler und passende Services sowie Referenzen.

Entwicklung nach Scrum

„Unser erstes Arbeitsmeeting mit dem Partner war im Januar 2017. Bis Ende des Jahres sollte die neue Website live sein: Um diese Geschwindigkeit zu erreichen, war eine dynamische Herangehensweise nötig, die nur mit agilen Entwicklungsmethoden möglich ist“, führt Michael Menstell aus. „Wir arbeiteten auf Empfehlung von Pagemachine erstmals im Unternehmen mit der Scrum-Methodik, wobei ich in der Rolle des Product Owners die Entwicklung steuerte. Dabei war es hilfreich, dass der Anbieter bereits in früheren Projekten umfangreiche Erfahrungen mit Scrum gesammelt hatte. Die Entwicklung erwies sich zwar als intensiver als bei herkömmlichen Ansätzen, da bei agiler Vorgehensweise ständig Feedback zu geben ist. Dafür funktioniert sie viel schneller und effizienter, da Fehler frühzeitig erkannt und behoben werden. Nur so haben wir den Zeitplan geschafft.“

Insgesamt investierte TÜV Hessen bis zum Start der neuen Website rund 3.500 Personenstunden in das Projekt. Hinzu kamen 140 Tage des externen Partners. Der neue Web-Auftritt, bestehend aus etwa 600 Seiten, ging wie geplant Ende Oktober 2017 online –etwas mehr als neun Monate nach dem Projektstart und knapp acht Monate nach dem ersten Scrum-Meeting.

Aktuellste Software-Version genutzt

„Unser Typo3-Partner bietet Beratung, Konzeption, Design, Entwicklung, SEO und Support aus einer Hand. Er unterstützte unseren ehrgeizigen Zeitplan und überzeugte uns mit praxisnahen Lösungen. Dabei nutzte er schon vor Veröffentlichung der neuen Version 8 von Typo3 die sogenannten Sprint-Releases des Typo3-Kerns, um möglichst früh eine erste Testversion unserer Website liefern zu können.“

Der offizielle Marktstart von Typo3 CMS 8 war Anfang April 2017. Die Version bietet eine verbesserte Bedienung und einfachere Arbeitsprozesse. Damit konnten die Hessenn für ihre Website ein responsives Webdesign einführen, damit die Seiten auf allen Geräten – vom großen Bildschirm des Smart-TVs bis zum kleinen Smartphone-Display – einwandfrei darstellbar sind. Dies ist insbesondere bei Bildern wichtig. Über interaktive Bildbearbeitungselemente lassen sich von den CMS-Redakteuren nun Bereiche für verschiedene Darstellungsgrößen auswählen, Bilder flexibel zuschneiden, als Vorschau innerhalb der Seite betrachten und sogar Fokusbereiche definieren, damit sich immer der richtige Ausschnitt in der Mitte des Bildes befindet.

Typo3 CMS 8 beinhaltet auch einen flexiblen Formular-Generator, mit dem ein Redakteur komplexe Formulare selbständig erstellen kann. Die Version unterstützt mehrsprachige Web-Applikationen inklusive Inhaltsvererbung über Sprachgrenzen hinweg. Zudem wurden die Suchfunktion und die Standortverwaltung verbessert. So lassen sich Weiterleitungen einrichten, die Nutzer zum Beispiel von alten URLs in den Favoritenlisten der Browser oder der Google-Ergebnisliste auf den neuen Link verweisen. Einen kleinen Fehler – gelöschte Weiterleitungen waren teilweise weiterhin aktiv – konnte der externe Dienstleister umgehend beheben.

Individuell anpassungsfähig und erweiterbar

Open Source Software steht gemeinhin für Anpassungsfähigkeit und Erweiterbarkeit. Dies nutzt auch TÜV Hessen. So entwickelte Pagemachine auf Basis von Elasticsearch eine schnelle Suchfunktion für das CMS. Auch die Pflege von Bildern, Objekten und Texten wurde optimiert und funktioniert nun schneller als im Vorgänger-CMS. Zudem wurden viele Prozesse automatisiert. Zum Beispiel erkennt das System, ob persönliche Mail-Adressen von TÜV-Mitarbeitern auf den Webseiten stehen, und ersetzt sie durch einen Link auf das allgemeine Kontaktformular. Im Hintergrund bleibt die Adresse jedoch bestehen, so dass das Kontaktformular an den richtigen Ansprechpartner gesendet wird. Der Mitarbeiter bleibt aber vor unerwünschtem Spam geschützt.

„In Zukunft werden wir viele noch bestehende PDF-Dokumente in HTML-Seiten umwandeln, damit sie sich leichter suchen, mobil anzeigen und interaktiv über Buttons weiterleiten lassen. Wir können aktiv mehr Social-Media-Kanäle bespielen, RSS Feeds nutzen, Versionen in Englisch und weiteren Sprachen aufbauen sowie Service- und Standort-Unterseiten automatisch mit unseren Datenbanken abgleichen und aktualisieren. Denn gemäß dem agilen Ansatz ist das Projekt nie zu Ende“, berichtet Michael Menstell abschließend.

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