SEW-Eurodrive vertraut auf Corporate Investment Manager

So klappt das Beteiligungs-Management

Beteiligungsmanagement in Konzernen ist komplex. Nicht selten geht es um eine ­dreistellige Anzahl von Firmen; Tochterunternehmen sind in unterschiedlichen Rechtssystemen angesiedelt und in verschiedensten Gesellschaftsformen organisiert. Das Unternehmen SEW-Eurodrive zeigt, wie eine professionelle Software das Beteiligungsmanagement unterstützen kann.

Montagewerk des Antriebsspezialisten in Frankreich

Montagewerk des Antriebsspezialisten in Frankreich

Das Thema Beteiligungsmanagement sieht SEW-­Eurodrive, ein Hersteller von Antriebstechnik aus Bruchsal, in einem größeren Zusammenhang mit den Chancen, die sich durch die Digitalisierung ergeben. Einerseits kann der Umsatz durch Nutzung der Digi­talisierung, beispielsweise durch digitale Ökosysteme oder vernetzte Technologien, gesteigert werden. Andererseits kann das Ergebnis durch Kostenreduzierungen verbessert werden. Ansatzpunkte hierfür sind die Steigerung von Effizienz durch Automatisierung, Effektivität durch Künstliche Intelligenz, Schnelligkeit durch vernetzte Transparenz sowie höhere Datenqualität. An diesem Punkt kommt u. a. das Beteiligungsmanagement ins Spiel.

Ein professionelles Beteiligungsmanagement kann großen Nutzen bieten, etwa durch Realtime-Informationen und Ad-hoc-Berichte; zum anderen kann es durch Prozessoptimierungen die Operational Excellence verbessern. Die von den Bruchsalern implementierte Lösung hilft in beide Richtungen: „Wir können erstens validierte Informationen aufgrund des Single Point of Truth schneller zur Verfügung stellen. Dadurch entsteht uns zweitens auch viel weniger manueller Aufwand in der Prüfung. Prozessual haben wir die Durchlaufzeiten verringert“, sagt Lucas Trunk, Assistent der Geschäftsführung bei dem Antriebsspezialisten.

Das war nicht immer so. Die Gesellschaftsinformationen für rund 80 operative (Landes-)Gesellschaften und 300 Standorte weltweit waren ursprünglich in Excel oder selbst entwickelten IT-Lösungen gespeichert. Teilweise lagen die Informationen bei den Landesgesellschaften direkt – ohne dass die Zentrale immer wusste, dass es diese Unterlagen gibt. Daten waren mitunter überhaupt nicht vorhanden oder aber selten und zuletzt vor längerer Zeit validiert worden. Auf allen Informationsfeldern gab es daher eine latente Unsicherheit, ob die vorhandenen Informationen richtig sind.

Zudem waren die Prozesse im Beteiligungsmanagement „Hands-on“ einfach zu lang. So dauerte die Erstellung eines Organigramms zwei Tage und die Übersicht der Management- und Board-Positionen sowie die Prüfung formaler Voraussetzungen mancher Gesellschafterentscheidungen lag erst nach drei Monaten vor.

Ziele und Entscheidungskriterien


Vor diesem Hintergrund sollte die neue Lösung für das Beteiligungsmanagement
– einen globalen Single Point of Information bereitstellen,
– eine höhere Schnelligkeit bei Abfragen durch Banken, Behörden, Geschäftsführung etc. gewährleisten,
– Information einem größeren Kreis von Mitarbeitern zur Verfügung stellen sowie
– eine zuverlässige und dauerhafte Dokumentenarchivierung sicherstellen.

In technischer Hinsicht sollte die neue Lösung die internationale Vorauswahl von Rechtsformen, ein einfaches Org-Charting und ein detaillierbares Sichten- und Berechtigungskonzept bieten, durch das die Nutzer nur auf Informationen Zugriff haben, die sie wirklich brauchen, und nicht auf solche, die sie nicht sehen sollten.
Alle Kriterien erfüllte schließlich der Corporate Investment Manager (CIM) von Zetvisions. Diese Lösung bedarf laut Lucas Trunk einiger Grundsatzentscheidungen. Beispielsweise ob die Daten zentral oder dezentral gepflegt und ob die vorhandenen Daten migriert oder neu erhoben werden sollen.

Organisation und System


Über die mobile Applikation Zetvisions Anywhere haben 10.000 Mitarbeiter Zugriff auf die Daten. Zentrale Nutzer und dezentrale Datenpfleger haben direkten Zugriff auf CIM im Business Warehouse, Lese-User und der größere Kreis der SAP-Nutzer haben Zugang über Anywhere und von dort mit unterschiedlichen Berechtigungen Zugriff auf CIM. Als nächste Schritte sind die Anbindung des Treasury-Reporting, die Integration der Immobilienverwaltung und der Aufbau von erinnerungsbasierten automatischen Prozessen vorgesehen.

Mit Blick auf die Erfahrungen aus dem CIM-Einführungsprojekt betont Lucas Trunk, es sei wichtig, „sich am Anfang darüber klar zu werden, wie man die Software aufbaut und welche Informationen man speichern möchte.“ Falle einem erst später ein, dass weitere Informationen doch noch benötigt werden, beginne der Informationsbeschaffungsprozess von Neuem. Außerdem empfiehlt Trunk ein schrittweises Vorgehen, also beispielsweise zunächst die Pflege bestimmter Stammdaten, dann die der Dokumente.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 12/2018. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

SEW-Eurodrive verfügt heute im Beteiligungsmanagement über einen zuverlässigen Single Point of Information. Er ist nicht nur die Basis für die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, regulatorischer Standards und unternehmensinterner Richtlinien (Compliance), sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zu effizienteren Prozessen und Entscheidungen. Trunk schätzt, dass im Beteiligungsmanagement die Zeit, die benötigt wird, um die gewünschten Informationen zur Verfügung zu stellen, um bis zu 80 Prozent reduziert werden konnte. Ein Prozess, der früher drei Monate gedauert habe, würde heute maximal einen Tag brauchen.

SEW-Eurodrive ...

... wurde 1931 gegründet und ist mit einem Umsatz von über 3 Mrd. Euro (2017/2018) einer der internationalen Marktführer für Antriebstechnik und Antriebsautomatisierung. Das inhabergeführte Familienunternehmen beschäftigt mehr als 17.000 Mitarbeiter und ­verfügt über ein Netzwerk von 16 Fertigungswerken sowie 79 Drive Technology Centern in 50 Ländern weltweit. Das Leistungsspektrum umfasst Getriebemotoren, Getriebe, Motoren, Komponenten für die dezentrale Installation, elektronisch geregelte Antriebe, mechanische Verstellgetriebemotoren sowie Antriebslösungen, die einen hohen Engineering-Anteil be­inhalten.


Bildquelle: SEW-Eurodrive

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