Digitale Weiterbildung

So klappt das Lernen am Arbeitsplatz

Digitale Kompetenz macht nicht nur Unternehmen erfolgreicher, sondern auch die Mitarbeiter brauchen zunehmend digitales Know-how, um in ihrem Job mitzuhalten. Dank entsprechender Software-Tools können sie inzwischen direkt am Arbeitsplatz dazulernen.

Schreibtisch mit Laptop und Smartphone

Dank entsprechender Software-Tools können Mitarbeiter inzwischen direkt am Arbeitsplatz dazulernen.

Unternehmen und Mitarbeiter sind sich einig: Sie müssen bei der digitalen Kompetenz nachlegen. Laut „The Tech-Divide“, einer Studie der Vodafone-Stiftung, glauben 43 Prozent der Befragten in Deutschland, dass ihre derzeitigen digitalen Kenntnisse für ihren Beruf künftig nicht mehr ausreichen werden. Die Deutsche Telekom legte mit ihrem „Digitalisierungsindex Mittelstand 2018“ offen, dass nur 35 Prozent der Betriebe ihre Belegschaft für digital ausreichend qualifiziert halten. Unternehmen, die langfristig wettbewerbsfähig bleiben möchten, brauchen daher eine Strategie für die digitale Weiterbildung. Denn eine Top-Infrastruktur macht noch keine Transformation, der digitale Wandel setzt vielmehr die digitale Kompetenz und das Engagement der Beschäftigten voraus.

Angesichts voller Auftragsbücher fällt es vielen Kollegen jedoch schwer, sich für digitale Trainings vom täglichen Job loszueisen. In jedem fünften Unternehmen (21 Prozent) stehen für die digitale Weiterbildung keine zeitlichen Ressourcen zur Verfügung, ermittelte eine Bitkom-Research-Studie. Hinzu kommt: Traditionelle Präsenzseminare gelten vielfach als antiquiert. Als zu zeit- und kostenintensiv. Gerade jüngere Mitarbeiter verlangen nach intuitiven, personalisierten Angeboten, die sich kontinuierlich aktualisieren und die jederzeit und überall zur Verfügung stehen.

Mit digitalen Weiterbildungs-Tools rückt das Lernen näher an den eigenen Arbeitsplatz heran. Das Ziel: Wir lernen beim Arbeiten – also „just in time“. Genau dann, wenn wir das neue Wissen benötigen. Üben und Umsetzen verschmelzen, weil wir frisch erworbene digitale Kenntnisse unmittelbar für unseren Job anwenden. Damit sitzen sie vermutlich besser als der in klassischen Präsenzseminaren vermittelte Stoff, der in der Regel erst einmal lange brach liegt und häufig erst dann zum Einsatz kommen soll, wenn das Gelernte in weiten Teilen schon vergessen oder gar überholt ist. Hier sind digitale Tools klar im Vorteil: Unternehmen können die digitalen Ressourcen direkt in die Jobroutinen einbauen. So verhindern sie spätere Transferlücken und stellen sicher, dass ihre Belegschaft kontinuierlich lernt.

Schlauer werden mit Künstlicher Intelligenz

Wie das praktisch funktioniert, zeigt das Beispiel von SAP Success Factor Learning, ein Lernangebot, welches das Unternehmen auf der Learntec 2019, einer europäischen Veranstaltung für digitale Bildung, präsentierte. Bei diesem System schlagen Algorithmen den Nutzern passende Trainingsinhalte und konkrete Schulungen vor. Sie analysieren das Vorwissen der Anwender und erkennen, wo die Kollegen digitalen Nachholbedarf haben. Weil das Machine-Learning-System genauso wie der menschliche Nutzer permanent dazu lernt, kann es den gesamten Karriereweg der Beschäftigten begleiten. Damit ähneln solche KI-Lösungen einem persönlichen Coach, weil sie Weiterbildungsangebote und Lernwege individualisieren können.

Neue Lerninhalte sollten am besten direkt in neue Software-Programme aus der Cloud eingebettet werden. Auf diese Weise können die Anwender bei jedem Arbeitsschritt oder Prozess auf Tutorials, Anleitungen und Hilfen zugreifen. Die Folge: Arbeiten und Lernen werden eins.

Chatbots: Lernen im Dialog

Auch in virtuellen Welten lässt sich fürs echte Leben dazulernen. Immer mehr Unternehmen nutzen Virtual und Augmented Reality für zeitgemäße Weiterbildungsangebote: Solche VR/AR-Anwendungen geben den Mitarbeitern dann zum Beispiel direkt an der Produktionsstraße über eine Datenbrille Anweisungen zu den nächsten Arbeitsschritten, warnen vor Risiken oder liefern zusätzliche Infos.

Chatbots, die bislang vor allem im Kundenservice zum Einsatz kommen, lassen sich selbstverständlich genauso für die Weiterbildung nutzen. An den Hochschulen sind sie längst im Einsatz: So hat die Technische Universität (TU) Berlin einen Chatbot namens Alex für den Webbrowser entwickelt, der studentische Fragen zum Kursangebot beantwortet. Die britische Leeds Beckett University setzt ihren Chatbot Becky in der Studienberatung ein. Durch die Wissenswelten des SAP Learning Hubs führen ebenfalls solche intelligente Sprachassistenten. Mit Erfolg: Eine Umfrage unter den Nutzern des Hubs ergab, dass inzwischen 97 Prozent der Anwender dem Bot vertrauen.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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