Application Performance Management

So klappt die Cloud-Migration in fünf Schritten

Eindeutige Ziele, umfassende Analyse der IT-Umgebung und kontinuierliche Erfolgsmessung – Karsten Flott von App Dynamics gibt fünf Tipps für die erfolgreiche Cloud-Migration.

So klappt die Migration in die Cloud

So klappt die Migration in die Cloud

Laut Bain and Company stehen Cloud-Investitionen derzeit für rund 60 Prozent des Wachstums im IT-Markt. Doch nach dem Motto „lieber eine schlechte Cloud als gar keine Cloud“ führen 50 Prozent der Firmen die Migration ihrer Anwendungen ohne eine klare Strategie durch. Doch das führt zu Leistungseinbußen bei Anwendungen und Services sowie zu hohen Managementkosten. Häufig vernachlässigen die Unternehmen zudem das Application Performance Management (APM) vor, während und nach der Cloud-Migration. Dabei lässt sich mit folgenden fünf Schritten der Übergang in die Cloud meistern:

1. Warum überhaupt Cloud?

Für die Cloud gibt es viele Gründe – von Kostensenkung über bessere Skalierbarkeit, höhere Flexibilität und Verfügbarkeit bis hin zur schnellen Bereitstellung von Anwendungen. Viele Firmen wollen mithilfe der Cloud schneller und effizienter auf Geschäftsanforderungen reagieren können. Während Unternehmen bislang zumeist einfachere Anwendungen wie E-Mail, Messaging, Collaboration und File Sharing in die Cloud verlagerten, geht die Tendenz jetzt verstärkt zu Systemen für das Management und die Datenanalyse.

Diese Fragen sollten sich Firmen stellen, wenn sie in die Cloud migrieren wollen: Welche Technologieprobleme versuchen wir mit der Cloud zu lösen? Wie unterstützt die Cloud unsere kurz- und langfristigen Geschäftsziele? Wie wirkt sich ein Wechsel in die Cloud auf unsere Wettbewerbsfähigkeit aus? Welche kulturellen und organisatorischen Veränderungen können wir intern durch den Umzug in die Cloud unterstützen?

2. Analyse der IT-Umgebung

Sind die Ziele festgelegt, folgt die Analyse der gesamten Anwendungsumgebung und der zugrunde liegenden Systeme. Dabei muss man die Wechselwirkungen und Abhängigkeiten zwischen den Anwendungen kennen, um die Cloud-Implementierung effizient zu steuern. Schließlich kann es sein, dass die Cloud-Migration bei Anwendungen, die besonders strengen Sicherheits- und Datenschutzbestimmungen unterliegen, oder Legacy-Anwendungen mit komplexer Architektur zu Problemen führt. Sehr wichtig sind auch die Anforderungen an die Performance der Software.

Daher sollten Firmen zunächst die Leistung der bestehenden Anwendungen anhand technischer Metriken wie Prozessor- und Speicherauslastung oder Transaction Response Times messen. Daraus ergeben sich die Anforderungen an den Cloud-Server. Anschließend können Firmen diese KPIs dann nach einer Testmigration der entsprechenden Anwendungen in die Cloud miteinander vergleichen. Basis ist hier eine leistungsstarke Application-Intelligence-Lösung. Sie ermöglicht ein flächendeckendes Monitoring, bietet proaktive Alarmfunktionen bei Performance-Problemen und fördert dadurch die schnelle Behebung von Systemfehlern.

3. Die konkrete Migration – Auswahl des Anbieters

Während Cloud-Giganten wie Amazon Web Services (AWS), Google Cloud Platform und Microsoft Azure nach wie vor einen großen Teil des Marktes beherrschen, gewinnen regionale spezialisierte Service Provider an Dynamik. Wichtige Kriterien bei der Wahl des Dienstleisters sind Sicherheit, Datenschutz und Compliance, die Skalierbarkeit der Infrastruktur, Performance und Kosten. Jede Anwendung besitzt eine einzigartige Architektur mit speziellen Anforderungen, die individuelle Lösungsansätze notwendig machen.

Die Zusammenarbeit mit mehreren Cloud-Anbietern wird daher immer mehr zum Regelfall, womit eine Multi-Cloud-Umgebung entsteht. Das belegt eine Umfrage von IDC und dem APM-Experten App Dynamics. Hier gaben 75 Prozent der befragten Unternehmen an, in den nächsten beiden Jahren zwei bis fünf Clouds nutzen zu wollen. Mit der Migration von Anwendungen in die (Multi-)Cloud steigt aber auch die Komplexität. Anstelle einer monolithischen Infrastruktur sind plötzlich unzählige virtuelle Maschinen, Microservices und Container zu verwalten. Die einzelnen Komponenten müssen reibungslos zusammenarbeiten, damit eine Anwendung funktioniert und die gewünschte Leistung bringt.

Auch bei der Suche nach Problem- oder Fehlerquellen helfen Application-Intelligence-Lösungen weiter. Sie erfassen Metriken und Statusdaten zu den Funktionen und zum Verhalten der einzelnen Services, der gesamten Anwendung und der Benutzer. Damit schaffen sie Transparenz für sämtliche geschäftliche Transaktionen und die damit verbundenen Downstream-Aktivitäten. Bei der Kooperation mit dem Cloud-Provider sollten die Verantwortlichen in Unternehmen in den Service Level Agreements (SLAs) genau klären, wer in welchem Ausmaß für die Cloud-Anwendungen verantwortlich ist und diese steuert. Sehr wichtig sind auch die Schulungen der IT- und Geschäftsanwender, damit diese mit der Technologie vertraut sind, von Anfang an effizient mit den Cloud-Anwendungen arbeiten können und die Veränderung positiv annehmen.

4. Erfolg der Cloud-Migration messen

Auch nachdem die Migration vollzogen ist, müssen die Firmen die betriebswirtschaftlichen und technischen Kennzahlen im Blick behalten. Sie müssen die Leistung der Cloud-Anwendungen kontinuierlich messen und bewerten, um den Nutzen und Mehrwert aufzuzeigen. Hier kommen wieder Application-Intelligence-Lösungen ins Spiel. Sie ermöglichen nicht nur ein flächendeckendes Monitoring der Performance, sondern verknüpfen auch die technischen KPIs mit den geschäftlichen. Kosten-Nutzen-Analysen in Echtzeit oder Real-Time-User-Monitoring erlauben es die Wirtschaftlichkeit der Cloud-Migration zu beurteilen. Damit können Firmen auch sicherstellen, dass die Nutzererfahrung, Serviceleistung, Kosten und der Verbrauch an Ressourcen mit den Zielvorgaben übereinstimmen, die für den Cloud-Migration-Prozess auschlaggebend waren. Die Basis dafür bildet die gezielte Sammlung und Analyse von Daten zur Application Performance.

5. Die Cloud kontinuierlich verbessern

Mit der Migration der Anwendungen und Services in die Cloud ist die Arbeit noch lange nicht erledigt. Schließlich ändern sich die Cloud-Konfigurationen ständig, da die Nutzer die Netzwerk- und Geräte-Einstellungen anpassen, sich die Geschäftsanforderungen verändern oder das Datenvolumen steigt. All das wirkt sich auf die Leistung und Reaktionszeit der Anwendungen aus.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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