Aktiver Schutz statt passiver Reaktion

So sichert sich Automobilzulieferer Hirschvogel ab

Die Absicherung von wertvollen Daten und geistigem Eigentum hilft dem deutschen Automobilzulieferer Hirschvogel, produktiver zu werden.

Mann mit Sicherungsgurt klettert über Brüstung

Mit einer neuen Cybersicherheitslösung schützt der Automobilzulieferer Hirschvogel auch sein geistiges Eigentum.

Die Hirschvogel Automotive Group aus dem bayerischen Denklingen ist einer der größten Automobilzulieferer im Bereich Massivumformung von Stahl und Aluminium sowie anschließender Bearbeitung. Zu seinen Kunden zählen namhafte Automobilhersteller und -zulieferer weltweit. Neben Denklingen gehören Tochterwerke in Marksuhl und Schongau sowie in China, den USA, Polen und Indien zum Unternehmen. Derzeit erweitert das Unternehmen die globale Präsenz durch den Bau eines neuen Werks in Mexiko.

Gerade die Automobilindustrie bildet aufgrund ihres weltweiten Marktvolumens von rund zwei Billionen US-Dollar sowie den aktuell entwickelten Technologien – ob für Elektromobilität oder Vernetzung – ein attraktives Ziel für Cyberkriminalität. Laut dem „Data Breach Investigations Report“ von Verizon gehört das produzierende Gewerbe zu den drei Branchen, die am häufigsten angegriffen werden, um geistiges Eigentum und Geschäftsgeheimnisse zu entwenden. Unterstützt wird dieses Ergebnis durch Untersuchungen des Digitalverbandes Bitkom. Demnach waren bereits 69 Prozent der deutschen Hersteller seit 2014 Ziel von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage.

Bedrohungen werden alltäglich

„Angesichts der hohen Wettbewerbsintensität unseres Geschäfts, der enormen Mengen an schützenswertem geistigem Eigentum und der großen finanziellen Auswirkungen des globalen Marktes werden Unternehmen unserer Branche oft ins Visier genommen. Deshalb müssen wir bei der Sicherheit äußerst wachsam bleiben“, erklärt Markus Schwaiger, IT-Security Analyst bei der Hirschvogel Automotive Group.

Da in der Fertigung Sicherheitsvorfälle alltäglich werden, hat man frühzeitig die Notwendigkeit erkannt, zukunftsfähige Lösungen einzuführen. Der Zulieferer blickte voraus und versuchte entsprechend, seine Betriebsprozesse aktiv zu schützen. So verbesserte er seine Netzwerksicherheit, noch bevor dies durch einen Angriff notwendig würde. „Unsere sieben Standorte in fünf Ländern wurden bislang durch Webfilter-, Virenschutz- und Firewall-Lösungen abgesichert“, so Schwaiger. „Wir stellten jedoch fest, dass diese Sicherheitsmaßnahmen in den Bereichen Netzwerk und Endpunkte nur dann wirksam sind, wenn eine Schadsoftware bereits in die Umgebung eindringen will. Sie sind damit von Natur aus reaktiv. Dies wiederum bedeutete für uns zeitliche Verzögerungen.“

Sicherheit auf DNS-Ebene

Zudem erkannten die Webfilter und der AV-Schutz nicht alle Gefahren. So wollte Hirschvogel eine aktivere Haltung einnehmen, aber durch die neuen Schutzmaßnahmen keine zusätzliche administrative Komplexität schaffen. Als Markus Schwaiger von Cisco Umbrella erfuhr und dessen Konzept der Sicherheit auf DNS-Ebene analysierte, war ihm schnell klar, dass diese Lösung für sein Unternehmen sinnvoll war. Denn die cloud-basierte Sicherheitsplattform nutzt die Infrastruktur des Internets, um Schadsoftware abzuwehren, bevor eine Verbindung zum potentiellen Opfer aufgebaut wird.

„Damit gab es einen Weg, um wirklich proaktiv zu sein“, erinnert er sich. „So lassen sich Bedrohungen abwehren, bevor das erste Bit oder Byte übertragen wird. Nachdem wir in der Testphase eine deutliche Reduzierung der Warnmeldungen ermittelt hatten und lernten, wie einfach die Lösung zu implementieren und zu verwenden ist, wussten wir: Umbrella bildet die richtige Lösung für uns. Zudem basierte unsere Entscheidung auf der Tatsache, dass sich die Technologie leicht implementieren und mit den anderen Cisco-Elementen in unserer Sicherheitsarchitektur an den verschiedenen Standorten integrieren lässt.“

Unkompliziert wurde die Lösung bei Hirschvogel eingeführt, sodass sämtliche Standorte in weniger als drei Stunden damit abgesichert waren. Dabei bildete die Möglichkeit, ohne Client-Lösung und ohne neue physische Geräte an allen verschiedenen Standorten zu arbeiten, einen Vorteil. So vereinfachte der per Cloud bereitgestellte Service den gesamten Prozess überraschend deutlich.

Deutlicher Rückgang von Meldungen

„Bemerkenswert war zunächst die Reduzierung der Antivirus-Warnungen, die auf breiter Front um mindestens 20 Prozent zurückgingen“, sagt Markus Schwaiger zu den erreichten Vorteilen. „Ebenso stellten wir an einigen Standorten eine Verringerung der Intrusion-Prevention-System-Ereignisse (IPS) um bis zu 50 Prozent fest.“ Langfristig war die größte Auswirkung für Hirschvogel wohl der nachfolgende Rückgang der Anzahl von Systemen, die aufgrund von Bedrohungen neu installiert oder gelöscht werden müssen. Die konkrete Differenz lässt sich aufgrund von Variationen in den Bereichen Volumen und Nutzerbeteiligung schwer feststellen. Doch das Unternehmen schätzt, dass die Zeit zur Behebung von Schäden um mindestens 20 Prozent gesunken ist.

Diese Vorteile führten insgesamt zu deutlich verbesserten Prozessen. So kann das Unternehmen die Zeit, die bislang für die Analyse von Sicherheitsmeldungen benötigt wurde, nun für strategische Aufgaben investieren. Zudem wissen die Verantwortlichen, dass die 2.500 Benutzer der IT-Systeme von Hirschvogel jetzt besser geschützt sind und damit produktiver arbeiten können. Denn das weltweit verteilte Netzwerk ist proaktiv gegen potentielle Bedrohungen abgesichert. „Wir schätzen den reaktionsschnellen Support, den wir vom Cisco-Team erhalten haben. Zudem konnten wir an Transparenz hinzugewinnen – ohne die notwendigen umfangreichen Implementierungen von Soft- und Hardware, die viele andere traditionelle Sicherheitslösungen erfordern“, fasst Schwaiger zusammen. „Wir können jetzt alle Nutzer unseres Netzwerks proaktiv schützen und dazu beitragen, das geistige Eigentum zu sichern, welches das Herzstück unseres Geschäfts ist.“

Die Hirschvogel Automotive Group ...
... mit ihrem Stammwerk in Denklingen zählt zu den größten, weltweit operierenden Automobilzulieferer auf dem Gebiet der Massivumformung von Stahl und Aluminium sowie anschließender Bearbeitung. Zu den Kunden zählen alle namhaften Automobilhersteller und Zulieferer weltweit. Der konsolidierte Umsatz der Gruppe lag 2017 bei 1,167 Mrd. Euro bei einem Ausstoß von 371.000 Tonnen Bauteilen und die Anzahl der Mitarbeiter lag bei rund 5.300.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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