Software-defined WAN

So sorgt das Netzwerk für Agilität

Viele Verantwortliche wissen, dass sie im digitalen Wettbewerbsumfeld besonders agil sein müssen, um erfolgreich zu sein. Dabei spielen neue Technologien eine wichtige Rolle, will man der Konkurrenz voraus bleiben. Nicht selten verfolgen Unternehmen deshalb eine digitale Geschäftsstrategie, die weg von Legacy‑IT‑Services und hin zu cloud‑basierten Services führt – auch in puncto Netzwerke.

Moderne Netzwerke sollten flexibel und agil sein

Moderne Netzwerke sollten flexibel und agil sein – ein software-definiertes Netzwerk kann dabei helfen.

Während viele Unternehmen Rechenzentren, Anwendungen und Speicher bereits in die Cloud verlagert haben, müssen die meisten ihre Netzwerke, die sich in den letzten 20 Jahren kaum verändert haben, noch auf den neuesten Stand bringen. Doch um echte Agilität zu erreichen, sollten die Verantwortlichen einen neuen Ansatz für die Konnektivität im Unternehmen wählen. An dieser Stelle können software-definierte Wide Area Network, kurz SD-WAN, helfen, die Geschäftsanforderungen effizient und effektiv zu unterstützen.

Moderne Netzwerke sollten flexibel und agil sein. Doch noch immer müssen viele Verantwortliche, unflexible, komplexe Netzwerke kontrollieren. Das liegt zum einen daran, dass die Unternehmen Informationen sowohl in der Cloud als auch auf lokalen Systemen speichern und so hybride Umgebungen erzeugen, die ihr aktuelles Netzwerk enorm belasten. Herkömmliche Netzwerktechnologien sind dafür nicht ausgelegt. Zum anderen nutzen die Mitarbeiter mittlerweile eine Reihe von Geräten, um auf immer mehr cloud-basierte Anwendungen und Services zuzugreifen.

Mehr denn je erwarten Anwender eine gleichbleibende Netzwerkverfügbarkeit und Anwendungsperformance – selbst wenn Niederlassungen und Zweigstellen über den ganzen Globus verteilt sind. Dies wiederum kann sich nicht nur auf die Anwendungsperformance auswirken, sondern auch auf die verfügbare Bandbreite für geschäftskritische Anwendungen. Tatsächlich sind laut der Global Application Performance Survey von Riverbed 89 Prozent der Führungskräfte der Ansicht, dass eine schlechte Anwendungsperformance ihre Arbeit regelmäßig negativ beeinflusst.

Zu guter Letzt müssen traditionelle Netzwerke meist aufwendig aufgesetzt werden. Ingenieure müssen hunderte von Befehlen manuell eingeben, um das Netzwerk zu konfigurieren oder Änderungen vorzunehmen. Das ist ein zeit- und arbeitsintensiver Aufwand, der Monate in Anspruch nehmen kann und fehleranfällig ist, was das Risiko von Netzwerkausfällen erheblich erhöht.

Dieses Problem wird umso offensichtlicher, je mehr Niederlassungen und Zweigstellen es gibt, denn sie verändern die Art des Netzwerkverkehrs erheblich. Reagieren Unternehmen lediglich indem sie herkömmliche Router im Netzwerk auf den neuesten Stand bringen oder weitere ergänzen, schaffen sie womöglich weitere Schwierigkeiten. Denn selbst wenn sie die Konfiguration nur geringfügig ändern, kann das in einem fragilen und unflexiblen Netzwerk Folgen haben. Da inzwischen fast 80 Prozent der Angestellten und Auftragsnehmer in Niederlassungen arbeiten und entsprechend auf geschäftskritische Services via WAN zugreifen, steigen die Bandbreitenanforderungen weit über ursprünglich vorgesehenen Maßstäbe hinaus.

Netzwerke grundlegend neu definieren

Um Probleme, wie steigende Bandbreitenanforderungen oder komplexe Konfigurationen, zu lösen, braucht es einen ganzheitlichen Ansatz für Legacy‑Netzwerke. Reagieren Unternehmen lediglich auf akute Netzwerkengpässe und Nutzerbeschwerden, ist ein Scheitern oftmals vorprogrammiert. Stattdessen sollten sie die Herausforderungen aktiv angehen.

Eine langfristige Lösung erfordert in der Regel ein Umdenken bei Thema Netzwerk. Daher sollten die Unternehmensverantwortlichen ihren Umgang mit Netzwerken grundlegend neu definieren, um sie für neue, cloud‑zentrierte Geschäftsaktivitäten zu rüsten. Dabei ist mehr nötig, als manuelle Prozesse nach und nach zu automatisieren: Eine ganzheitliche Lösung, die das Netzwerk verwaltet und zugleich mit den Geschäftsprozessen orchestriert.

An dieser Stelle kommt SD‑WAN ins Spiel. SD-WAN kann es Unternehmen ermöglichen, unmittelbar in die Netzwerk‑Performance einzugreifen und Anwendungen zentralisiert bereitzustellen. Damit ist SD‑WAN flexibel genug, um sich an die wandelnden Geschäftsanforderungen anzupassen. Zudem können mittels SD‑WAN sowohl die Kosten als auch die Komplexität operativer Prozesse gesenkt werden. Desweiteren können Unternehmen hochperformante Anwendungen optimieren und so ein besseres Nutzererlebnis sicherstellen.

Generell können Unternehmen können mit SD‑WAN ihre hybriden Netzwerke optimieren und deren Einsatz sowie Management vereinfachen. Auf diese Weise können sie on‑premise oder in der Cloud gehostete Anwendungen sicher und schnell bereitstellen.

SD‑WAN ermöglicht es den Verantwortlichen, mit wenigen Klicks von einem zentralen Ort aus den Netzwerk‑Traffic zu steuern und Netzwerk‑Services bereitzustellen. Typische manuelle Aufgaben, etwa Konfiguration und Bereitstellung, werden automatisiert. Darüber hinaus kann ein app‑zentriertes SD‑WAN Anwendungen automatisch identifizieren und Gruppen zuordnen. Denkbar sind Kategorien auf Basis von geschäftskritischen Aspekten. Außerdem können Netzwerkservice‑Richtlinien auf diese Kategorien angewendet und so Best Practices übernommen werden.

Dieses Vorgehen bietet den Verantwortlichen verschiedene Anwendungsmöglichkeiten: Sie können Voice‑Traffic automatisch auf die besten Netzwerkpfade umleiten, den Traffic der Angestellten von dem der Partner und Kunden trennen oder die private Internetnutzung durch sichere Firewalls einschränken.

Generell wird für den SD‑WAN‑Markt in den nächsten Jahren ein erhebliches Wachstum erwartet. Laut Gartner sollen Ende 2019 bereits 30 Prozent der Großunternehmen SD-WAN‑Produkte in sämtlichen Niederlassungen einsetzen – noch 2015 lag der Wert unter einem Prozent.

* Der Autor Michael Rudrich ist Regional Vice President DACH bei Riverbed.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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