Wandel im Handel

So zentralisiert Globus sein SAP-System

Das SB-Warenhausunternehmen Globus zentralisiert sein SAP-Warenwirtschafts­system auf Basis flexibler Infrastrukturlösungen. Bei der Suche nach einem geeigneten Lieferanten kam Fujitsu ins Spiel.

Globus-Warenhaus

Jedes Warenhaus der Einzelhandelsgruppe bietet bis zu 100.000 unterschiedliche Artikel an.

Die Globus-Gruppe ist eines der großen Handelsunternehmen in Deutschland. Seine Geschichte reicht bis ins Jahr 1828 zurück, als Firmengründer Franz Bruch sein erstes Geschäft eröffnete. Heute betreibt das Handelsunternehmen 46 SB-Warenhäuser, 90 Baumärkte, eine Drive Station, das Kleinflächenkonzept „Fridel“ sowie acht Elektrofachmärkte in Deutschland.

Als großes, konzernunabhängiges Familienunternehmen des deutschen Einzelhandels beschäftigt man rund 17.900 Mitarbeiter. Eine Besonderheit der Geschäftsstrategie ist die große Produktvielfalt: So bietet jedes Warenhaus bis zu 100.000 unterschiedliche Artikel. Im Geschäftsjahr 2014/2015 erzielte die Globus-Gruppe einen Umsatz von rund 7 Mrd. Euro – und expandiert weiter: Im kommenden Herbst eröffnet Globus in Rüsselsheim sein 47. SB-Warenhaus. Zudem wurden mit der Eröffnung von Globus Drive im saarländischen Ensdorf und des Kleinflächenkonzepts „Fridel“ in Saarbrücken neue, interessante Geschäftsfelder erschlossen.

Bis 2010 war das Warenwirtschaftssystem (WWS) des Einzelhändlers dezentral strukturiert: Jeder Marktstandort verfügte über eine eigene Server-Landschaft und betrieb darauf eine WWS-Insellösung. Vernetzte, standortübergreifende Geschäftsprozesse waren damit kaum möglich. Um optimale Daten- und Warenflüsse zwischen den einzelnen Märkten und Verteilzentren aufzubauen, benötigte das Handelsunternehmen eine zentralisierte ERP-Lösung. Das Management entschied sich daher für die Implementierung einer umfassenden SAP-Umgebung mit SAP Retail als Warenwirtschaftsmodul. Die bestehende IT-Infrastruktur war für diese Anforderungen nicht ausreichend und musste deshalb erweitert werden, sowohl was die Server-Kapazitäten als auch die Storage-Ressourcen und Netzwerkkomponenten betrifft.

Infrastrukturausbau ohne Architekturbrüche


Hierfür suchten die IT-Verantwortlichen nach einer flexiblen Lösung, die die geforderten Komponenten in ein stimmiges Gesamtkonzept integriert. „Der Ausbau unserer Infrastruktur musste ohne Architekturbrüche über die Bühne gehen. Wichtig war uns das nahtlose Zusammenspiel der einzelnen Hardware-Ressourcen unter Einbeziehung bestehender Kapazitäten“, erinnert sich Bernd Grande, IT-Leiter bei dem Handelshaus. Bei der Suche nach einem geeigneten Lieferanten kam Fujitsu ins Spiel. Der IT-Anbieter hatte die Gruppe bereits seit 2008 mit Servern und Desktop-PCs beliefert. „Wir waren in der Vergangenheit sowohl mit der Qualität der Hardware als auch mit der Gesamtleistung unseres IT-Lieferanten zufrieden. Daher beauftragten wir den Anbieter mit der Ausarbeitung eines Konzepts für die Infrastrukturerweiterung“, so Grande.

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Da die vorhandene Hardware im Rechenzentrum am Hauptsitz in Sankt Wendel hinsichtlich Performance und Ausstattung nicht im Ansatz den Anforderungen eines standortübergreifenden SAP-Betriebs entsprach, führten die Experten zunächst ein umfassendes Sizing benötigter Server- und Storage-Kapazitäten durch. Anhand dieser Ergebnisse entwickelten sie eine durchgängige Primeflex-Konfiguration als Basis für den Betrieb der zahlreichen SAP-Systeme. Dabei handelt es sich um ein integriertes System, bestehend aus Server-, Speicher-, Konnektivitäts- und Software-Komponenten, das für spezielle Einsatzszenarien bereits vorinstalliert und getestet ist. Die für Globus konfigurierte Infrastruktur setzt sich aus Fujitsu x86-Servern, Cisco-Nexus-Netzwerk-Devices und Network-Attached-Storage-Lösungen (NAS) von Netapp zusammen. Dabei verteilt sich die Hardware-Landschaft auf zwei Rechenzentren und ist mit VMware virtualisiert.

Die Architektur wächst mit den Anforderungen


Die Primeflex-Architektur bietet die Flexibilität, die das Unternehmen für den Ausbau der IT-Infrastruktur und den sicheren Betrieb der SAP-Landschaft benötigt. Es existierte zu Projektbeginn noch keine konkrete Roadmap darüber, welche SAP-Systeme im Laufe der Zeit eingeführt werden. Mit der neuen Lösung ließen sich die jeweiligen Ressourcen genau an die wachsenden Anforderungen anpassen. „Der große Vorteil ist, dass die Architektur quasi mit steigendem Bedarf mitwächst. Wir haben mit wenigen SAP-Systemen angefangen und dann die Kapazitäten Schritt für Schritt ausgebaut. Die Systemplattform bietet hierfür die nötige Skalierbarkeit. Flexibel und schnell lassen sich beliebig viele Systeme neu anlegen. Ohne die neue Lösung hätten wir die Erweiterung unserer Infrastruktur nicht in dieser kurzen Zeit stemmen können“, erklärt Bernd Grande. Zudem lässt sich die Systemlandschaft individuell mit der Virtualisierungsplattform von VMware kombinieren. „Das war für uns besonders wichtig. Denn physische Hardware-Ressourcen treten immer mehr in den Hintergrund. Mittels virtualisierter Systeme können wir die Landschaft granularer und flexibler betreiben“, ergänzt der IT-Leiter. Aktuell laufen rund 40 SAP-Systeme auf 260 virtuellen Servern.

Dank der neuen Lösung verfügt die Gruppe nun über einen hochverfügbaren und sicheren Betrieb der SAP-Landschaft. Durch die Zentralisierung des Warenwirtschaftssystems lassen sich die handelstypischen Abläufe wie Bestellwesen, Lagerhaltung, Logistik und Zahlungsverkehr an allen Filialstandorten einheitlich abbilden und steuern. Die Geschäftsprozesse werden dadurch effizienter, schlanker und kostengünstiger. Die hohe Skalierbarkeit der Lösung unterstützt auch die Expansionsstrategien der Handelskette: Flexibel lassen sich die neu geplanten Standorte in Deutschland und Osteuropa in die zentrale SAP-Landschaft einbinden. Und auch ein zukünftiger Einsatz der In-Memory-Hochleistungsdatenbank Hana ist möglich.


Die Globus-Gruppe …

… mit Hauptsitz im saarländischen Sankt Wendel betreibt heute 46 SB-Warenhäuser, 90 Baumärkte, eine Drive Station, das Kleinflächenkonzept „Fridel“ sowie acht Elektrofachmärkte in Deutschland. Das Familienunternehmen beschäftigt rund 17.900 Mitarbeiter und verfügt über eine breite Produktpalette: So bietet jedes Warenhaus bis zu 100.000 unterschiedliche Artikel. Im Geschäftsjahr 2014/2015 erzielte die Gruppe einen Umsatz von rund 7 Mrd. Euro.


Bildquelle: Globus

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