RZ-Standorte in Deutschland

Spezielle Cloud-Services für die Logistik

Worauf es bei Cloud-Services für das Logistik- und Zollumfeld aktuell ankommt, erklärt Martin Setzler, AEB GmbH, im Interview.

Martin Setzler, AEB GmbH

Martin Setzler ist Leiter Services und Mitglied der Geschäftsleitung bei der AEB GmbH in Stuttgart.

IT-DIRECTOR: Herr Setzler, welche Branchen fragen bei derzeit verstärkt RZ-Ressourcen nach?
M. Setzler:
Die Nachfrage nach RZ-Ressourcen steigt insgesamt und geht quer durch alle Branchen – auch in Branchen, die sich anfänglich mit der Cloud schwer taten. Vor allem der klassische Mittelstand zeigt mehr Interesse. Wir haben festgestellt, dass Unternehmen das Thema deutlich häufiger auf ihrer Agenda haben als noch vor fünf Jahren.

IT-DIRECTOR: Inwieweit könnte es bei der Bereitstellung von RZ-Services zu möglichen Engpässen kommen?
M. Setzler:
Wir bieten unsere Cloud-Dienstleistungen vornehmlich im Logistik- und Zollumfeld an. Die dazugehörigen Services können je nach Volumen des Kunden durchaus einen hohen Ressourcenbedarf haben. Engpässe haben wir jedoch nicht und auch perspektivisch sind wir bestens aufgestellt. Einerseits kann man sich auf die Nachfrage gut einstellen und mit Techniken wie Datendeduplizierung und Container-Strukturen gegensteuern. Andererseits haben wir uns insbesondere durch den Bau unserer neuen Unternehmenszentrale mit zwei leistungsstarken Rechenzentren strategisch auf entsprechendes Wachstum vorbereitet, sodass wir langfristig „Software hosted in Germany“ ohne Engpässe im eigenen Rechenzentrum anbieten können.

IT-DIRECTOR: Welche Technologien oder IT-Trends sind besonders ressourcenhungrig und werden daher in Zukunft entsprechende RZ-Kapazitäten benötigen?
M. Setzler:
Ressourcenhungrig sind aktuell zunehmend in Produktivität gehende Themen wie Analytics und die fortschreitende Digitalisierung als Ganzes, in der weiteren Zukunft auch die neu entstehenden digitalen Plattformen. Andere Trends wie z.B. Blockchain beobachten wir, sehen aber in unserem Umfeld noch keinen Einfluss auf unsere Services und auch keine großflächigen produktiven Einsätze. Die Tendenzen zu Mesh-App-und Service-Architekturen könnten sich als ressourcenschonend herausstellen und sind auch für uns ein Thema.

IT-DIRECTOR: Immer mehr Hosting- oder Colocation-Anbieter sorgen in ihren Rechenzentren für eine Anbindung an Public-Cloud-Anbieter wie Amazon oder Google. Wie wird dies technisch realisiert?
M. Setzler:
Eine Anbindung, insbesondere an nicht-europäische Cloud-Anbieter, ist (noch) kein Thema für unsere Kunden und deren geschäftsprozessrelevante Daten. Wir erleben eher den umgekehrten Trend, dass die Apps und Plattformen in den Private Clouds der Unternehmen sich mit unseren Services verbinden wollen. Dabei werden alle Technologien der letzten 20 Jahre angefragt. Zu unserer Überraschung zählen dazu in vielen Fällen immer noch Dateischnittstellen, aber auch Webservices – und auch hier wieder alle Spielarten, von RPC bis REST. In Zukunft werden sicherlich auch GraphQL-Anbindungen eine wichtige Rolle spielen.

IT-DIRECTOR: Warum scheint heutzutage die Anbindung an große Public-Cloud-Provider für RZ-Betreiber unerlässlich zu sein?
M. Setzler:
Wir sehen für uns keine Notwendigkeit für eine Anbindung an große Public-Cloud-Provider. Stattdessen muss eher die Ein- und Anbindung von beliebigen Services aller Cloud-Anbieter einfach realisierbar sein – auch und vor allem für frei verfügbare Services. Dafür gibt es in unserem Markt Nachfrage. Die Herausforderungen sind dabei eher nicht-technischer Natur und liegen ganz allgemein in den Feldern Informationssicherheit, Datenschutz und Compliance. Hinzu kommen noch Überlegungen zu asynchronen Betriebs-, Betreuungs- und Vertragssituationen.

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