Papier ist nach wie vor beliebt

Städte und Kommunen: Druckkosten in Milionenhöhe

Das Digitalunternehmen Caya hat eine offizielle Anfrage an die 52 Verwaltungsbehörden der 30 größten Städte Deutschlands gestellt.

Städte und Kommunen: Druckkosten in Milionenhöhe

Eine Erhebung hat jetzt ergeben, dass Behörden nach wie vor viel Geld für Papierunterlagen ausgeben.

Man habe laut dem Unternehmen für insgesamt 20 Städte Ergebnisse in Erfahrung bringen können. Die Verwaltungen der übrigen Städte hätten keine Angaben machen wollen oder können. 

Für das Digitalpost-Unternehmen seien die relativen Ausgaben für Druckerpapier und Patronen als Indikator für den Stand der Digitalisierung in den Amtsstuben zu interpretieren.

Pro Einwohner unterschieden sich die Ausgaben der Städte um bis zu 3,60 Euro, teilte Caya mit. Desweiteren seien in Mönchengladbach die Ausgaben am höchsten, in Mannheim hingegen am niedrigsten. Insgesamt hätten die Verwaltungen im Jahr 2017 für rund 7 Million Euro gedruckt. Die durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben aller untersuchten Behörden lägen bei 0,68 Euro. Vergleichsweise hoch seien demnach auch die Kosten in Kiel mit 2,34 Euro für jeden der 243.000 Einwohner. Im drittplatzierten Düsseldorf hätten die Behörden – wie sonst nur in Berlin – mehr als eine Million Euro für das Drucken ausgegeben. Pro Einwohner seien hier 1,64 Euro entfallen. Dahinter folgten Essen (1,58 Euro) sowie Chemnitz (1,43 Euro) und Münster (1,36 Euro), deren Ausgaben ebenfalls über dem Durchschnitt lägen. Allein in den Bezirksämtern der Bundeshauptstadt Berlin seien 2017 über 1,5 Mio. Euro für Druckerpapier und Patronen aufgewendet worden. In Mannheim komme man den Angaben der Behörde zufolge auf nur 2 Cent pro Einwohner. Insgesamt hätten die Ausgaben für alle 20 ermittelten Städte im Jahr 2017 bei 6,8 Millionen Euro gelegen.

In Deutschland verzeichnen aktuell 80 Städte eine Einwohnerzahl von über 100.000 Einwohnern. Diese vereinen mit insgesamt 26 Millionen Menschen knapp ein Drittel der Gesamtbevölkerung auf sich. Gemessen an den durchschnittlichen Druckkosten der Verwaltungsbehörden in Großstädten in Höhe von 0,69 Euro würden demnach im Jahr allein knapp 18 Millionen Euro für „Papierkram" in allen Behörden Deutschlands aufgewendet, wie eine Hochrechnung des Unternehmens ergab.

Alexander Schneekloth, Gründer von Caya, kommentiert die Ergebnisse: „Die Ergebnisse unserer Untersuchung zeigen, dass es zwischen den Ämtern erhebliche Unterschiede in dieser Praxis gibt.“ Er glaubt, dass eine zunehmende Digitalisierung der Dokumentenverwaltung nicht nur für ressourcenschonenderes Arbeiten sorgen könnte, sondern auch bei den Konsumenten auf Zustimmung stoßen werde.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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