Externe Rekrutierung von IT-Experten

Starke Nachfrage nach IT-Fachkräften

Interview mit Nick Dunnett, Geschäftsführer Robert Walters Deutschland & Schweiz, über die aktuell starke Nachfrage nach IT-Fachkräften und die Rolle von Personalberatungen bei der Rekrutierung geeigneter IT-Experten

Nick Dunnett, Robert Walters

Nick Dunnett, Geschäftsführer Robert Walters Deutschland & Schweiz

IT-DIRECTOR: Herr Dunnett, wo bzw. auf welche Weise finden IT-Verantwortliche heutzutage passende Fachkräfte für Ihre Abteilung? Welche Rolle spielen dabei soziale Netzwerke und soziale Medien?
N. Dunnett:
Bei spezialisierten und stark nachgefragten Fachkräften werden in der Regel Personalberatungen beauftragt, die durch eine spezialisierte Recruiting-Strategie Kandidaten liefern können. Besonders für IT-Verantwortliche sind auch die langfristigen, persönlichen Netzwerke wichtig, die zunehmend durch soziale Netzwerke und soziale Medien ausgebaut werden. Allerdings sind IT-Professionals oder Kandidaten nicht immer aktiv in zum Beispiel beruflichen Netzwerken unterwegs oder registriert. Daher spielt hier das Netzwerk einer Personalberatung eine wichtige Rolle. IT-Verantwortliche, die Fachkräfte suchen, suchen hauptsächlich auch mit Headhuntern. Desto spezialisierter die Anforderungen sind, desto schwieriger wird es geeignete Kandidaten über die üblichen Online-Stellenportale zu finden.

IT-DIRECTOR: Was hat sich beim Recruiting von IT-Fachkräften in den vergangenen Jahren verändert? Wie kann man insbesondere die jüngere Generation für sich gewinnen?
N. Dunnett:
Der IT-Arbeitsmarkt ist zunehmend zu einem Kandidatenmarkt geworden, in dem namhafte Unternehmen sich um die besten IT-Fachkräfte wirklich bemühen müssen. Besonders die junge Generation kann man mit internationalen Tätigkeiten, flexiblen Arbeitszeiten und vor allem einer dem Kandidaten entsprechenden langfristigen Perspektive für lange Zeit an das Unternehmen binden. Gute Gehälter allein reichen nicht mehr aus.

IT-DIRECTOR: Welche Experten werden von den IT-Abteilungen hiesiger Großunternehmen derzeit besonders nachgefragt?
N. Dunnett:
Innerhalb des SAP-Markts sind besonders Schnittstellenpositionen zwischen der IT und den Fachbereichen wie z.B. die Prozessmanager stark nachgefragt, aber auch gut ausgebildete Software-Entwickler werden insbesondere im Bankensektor, der Industrie und dem Handel dringend benötigt.

IT-DIRECTOR: Wenn man die passenden IT-Fachkräfte gefunden hat – mit welchen Vergünstigungen bzw. „Schmankerln“ lassen sich diese langfristig ans eigene Unternehmen binden?
N. Dunnett:
Bei IT-Positionen sind Home-Office-Lösungen sehr beliebt, sowie flexible Arbeitszeiten und ein offenes und innovatives Arbeitsklima. Für solche Positionen sind Kandidaten oft bereit, längere Strecken zu pendeln.

IT-DIRECTOR: Inwieweit stellt das Abwandern von IT-Experten ins „gelobte“ Silicon Valley eine Problem für hiesige IT-Verantwortliche dar?
N. Dunnett:
Eine massive Abwanderung konnten wir bisher (zumindest in unserem Kandidatenumfeld) nicht beobachten. In Einzelfällen ist der Markt insbesondere im Bereich Mobile Application besonders wettbewerbsintensiv, was bedeutet das verfügbare Kandidaten innerhalb kürzester Zeit wieder vom Markt verschwinden.

IT-DIRECTOR: Inwieweit bemühen sich IT-Abteilungen von Großunternehmen um Festanstellungen – oder werden IT-Freelancer bevorzugt?
N. Dunnett:
Unserer Erfahrung nach versuchen große Konzerne immer mehr internes Know-how aufzubauen, sprich mehr und mehr feste Mitarbeiter zu generieren und langfristig zu binden. Die meisten Freelancer werden ihre Flexibilität und ihre meist besseren finanziellen Parameter aber nicht einfach aufgeben. Der Know-how-Bedarf determiniert somit auch die Vertragsverhältnisse.

IT-DIRECTOR: Wie sieht das aktuelle Gehaltsgefüge von IT-Spezialisten aus? Wer ist ein „Schnäppchen“ und für welche Experten muss man tiefer in die Tasche greifen?
N. Dunnett:
Besonders der SAP-Markt sowie der Bereich für mobile Applikationen sind stark umkämpft. Besonders SAP-Experten mit umfassenden und tiefgehenden Kenntnissen zu speziellen branchenspezifischen Modulen sind rar und dadurch teuer. Im Markt für mobile oder web-basierte Programmierung sind insbesondere Einsteiger recht günstig auf dem Markt verfügbar. Junge Entwickler sind oft weniger vom Gehalt und mehr von den Innovationen der Produkte getrieben.

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