UC: Interview mit Michael Brust, Unify

Stolpersteine bei der Videokommunikation

Im Interview erläutert Michael Brust, Director Global Solutions Marketing UC bei Unify, warum Videokommunikation unterhalb der Vorstandsebene selten ist, wie sich ­Bandbreite einsparen lässt und warum die Cloud – wie auch Mobile – eine Option sind.

Michael Brust, Unify

Michael Brust, Unify

IT-DIRECTOR: Herr Brust, warum hat sich V­ideokommunikation in vielen Unter­nehmen noch nicht durchgesetzt?
M. Brust:
Videotechnik war in Unternehmen bisher typischerweise nur in Kon­ferenzräumen installiert. In den meisten Firmen hört daher das „Experiment Videokommunikation“ unterhalb der Vorstandsebene auf, von gelegentlichen Videokonferenzen mit wichtigen Kunden einmal abgesehen. Hohe Anschaffungs- und Supportkosten für spezielle Videoendgeräte haben viele Anwender abgeschreckt. Die teuren Systeme sind in der Regel zudem sehr kompliziert zu bedienen und erfordern einiges an Vorbereitung. Sie sind deshalb für spontane Meetings weniger geeignet und deshalb bei vielen Mitarbeitern unbeliebt.

IT-DIRECTOR: Was sind die größten Herausforderungen für die Infrastrukturen und was muss die IT leisten?
M. Brust:
Videokonferenzsysteme beanspruchen verglichen mit anderen Applikationen viel Bandbreite. Vielfach herrschen Bedenken, dass die Infrastruktur den Ansprüchen solcher Anwendungen nicht gewachsen ist. Dabei kommt es vor allem bei mobilen Videokonferenzsystemen, ähnlich wie bei anderen Unified-Communications-Anwendungen (UC), auf die zentrale Verwaltung des Netzwerks an.

Nicht nur die Leistungsfähigkeit der Umgebung, sondern vor allem das intelligente Management ist entscheidend. Zudem lassen sich auch die unterschiedlichen Endgerätetypen wie Tablets oder Smartphones über eine zentrale Managementplattform verwalten und absichern. Der Einsatz von neuen Videokodierungstechnologien tut ein Übriges und erlaubt Bandbreiteneinsparungen von bis zu 50 Prozent gegenüber derzeit etablierten Verfahren.

Cloud-Angebote sind eine weitere ­Option, um Probleme bei Skalierbarkeit und Bandbreite zu umgehen. Cloud-basierte mobile Videokonferenzen eignen sich
gut, um plötzliche Nutzeranstürme und schnelles Wachstum auszugleichen.

IT-DIRECTOR: Wie sehen zukünftige Lösungen aus?
M. Brust:
Videokommunikation lernt laufen: Mit mobilen Geräten lässt sich Video sehr einfach breit im Unternehmen verankern. Im direkten Gegensatz zu Systemen früherer Tage ermöglichen moderne Plattformen, verschiedene Kommunikationskanäle in einer Oberfläche zusammenzuführen. Egal ob im Konferenzraum oder am Desktop-PC, Tablet oder Smartphone, Videokommunikation ist von überall aus verfügbar. Mitarbeiter in virtuellen Teams können spontan oder regelmäßig, aber zugleich immer unkompliziert persönliche Gespräche führen. Mobile Technologie erlaubt auf diese Weise eine neue Art des Zusammenarbeitens. Besonders junge Beschäftigte, bei denen Smartphones und Tablets fester Bestandteil des Alltags sind, wünschen sich diese intuitive bedienbare Technik, die Spaß macht, auch am Arbeitsplatz. Zudem greifen ebenso Angestellte, die vorwiegend mobil arbeiten und viel reisen, von unterwegs auf Videodienste zu. Unternehmen profitieren so von motivierten Mitarbeitern und einer erhöhten Produktivität.

©2020Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok