Ralf Colbus, IBM

Storage als Cloud-Service

Interview mit Ralf Colbus, Senior Storage Architect bei der IBM Systems and Technology Group

Ralf Colbus, IBM

Ralf Colbus, Senior Storage Architect bei der IBM Systems and Technology Group

IT-DIRECTOR: Inwiefern haben aktuelle Technologien wie Virtualisierung und Cloud Computing den Markt für Speicherlösungen verändert?
R. Colbus: Bedeutend. Die vollständige Virtualisierung, als Grundlage für jede Cloud, ist von IBM 2003 deswegen konsequent im Storagebereich eingeführt worden. Wir haben den Gedanken der Virtualisierung heute im Server, im Betriebssystem, in der Infrastruktur, im Disksystem, im SAN, im Filesystem und im Backupumfeld – also End-to-End. Damit ist Storage-Virtualisierung als Teil von „Virtualize Everything“ zu sehen. Storage kann zunehmend auch als Cloud-Service in Betracht kommen. Wichtig sind dabei funktionierende Provisioning-Werkzeuge sowie das der Datenwichtigkeit entsprechende Sicherheitsniveau.

IT-DIRECTOR: Hinsichtlich sogenannter „Big Data“ gehen Experten in den nächsten Jahren von einem Datenwachstum bis in den Exa- und Zettabyte-Bereich aus. Welche Anforderungen stellt dieses Wachstum künftig an die Speicherinfrastruktur?
R. Colbus: Benötigt werden funktionierende Managementkonzepte, die über Speicherklassen die Relevanz von Daten den entsprechenden Speichermedien (i.e. Kosten) zuordnen. Bereits vorhandene Information-Lifecycle-Managementkonzepte sind unter diesem Aspekt auch neu zu überdenken bzw. erhalten neue Relevanz.

IT-DIRECTOR: Mit welchen Speicherkonzepten können Unternehmen diese Datenflut am besten in den Griff bekommen?
R. Colbus: Mit dem Einsatz von Speicherklassen und automatischem, transparentem ILM. Kunden sollten dabei auch die vorhandene Infrastruktur virtualisieren, damit Auslastungsgrade (Utilisierung) von über 90 Prozent auch realisiert werden können. Geachtet werden sollte auf silofreie Datenspeicherung sowie auf den Einsatz von Datenreduktionstechnologien.

IT-DIRECTOR: Wie können IT-Verantwortliche – ohne große Neuinvestitionen zu tätigen – die Leistungsfähigkeit ihrer Speicherlandschaften steigern? Und wie können sie diese energieeffizienter gestalten?
R. Colbus: Auf der Hand liegt der schnelle Einsatz von Virtualisierung in der Infrastruktur, die die Kunden bereits haben. Der Einsatz von Datenreduktionstechniken, z.B. Deduplizierungs-Tape als Langzeitarchiv mit extremer positiver TCO, kann einen weiteren positiven Beitrag leisten.

IT-DIRECTOR: Stichwort Langzeitarchivierung: Welche Speichermedien eignen sich am besten für eine sichere und compliance-gerechte Langzeitarchivierung von Unternehmensdaten?
R. Colbus: Tape (Bandspeicher) in Verbindung mit LTFS – also einem Filesystem auf dem Tape; desweiteren Technologien, um Technologiewechsel in Zukunft einfacher gestalten zu können und Technologie-Lock-Ins zu vermeiden.

IT-DIRECTOR: Welche Langzeitspeichermedien werden in Zukunft eher zu den Auslaufmodellen gehören? Welche Gründe sind hierfür ausschlaggebend?
R. Colbus: Disk und optische Medien. Die Gründe: Die Total Cost of Ownership und die Kapazitäten sind zu begrenzt.

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