Hardware-unabhängig dank SDS

Storage-Bedarf wächst

Wie Software-defined Storage zu Hardware-Unabhängigkeit führt und wie sich der Storage-Bedarf in den nächsten Jahren verändern wird, erklärt Herbert Bild, Senior Solutions Marketing Manager EMEA bei Netapp.

Herbert Bild, Senior Solutions Marketing Manager EMEA, NetApp

IT-DIRECTOR: Herr Bild, bislang gibt es keine einheitliche Definition des Software-defined Storage (SDS), was verstehen Sie unter diesem Begriff?
H. Bild:
Völlig hardwareunabhängige, 100 Prozent virtualisierte Storage-Services, die es ermöglichen, Anwendungen ohne Serviceunterbrechung und gemäß definierter SLAs, über Self-Service-Technologien bereitzustellen. Das heißt wir subsumieren darunter nicht nur die Unabhängigkeit von der Hardware, sondern beispielsweise auch die Anwendungsintegration und sogenannte Non Disruptive Operations mit integrierter Datensicherung. Die letzt genannten Punkte spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle, denn was nutzt es, auf einem Standard x86 Server eine Storage-Softwarelösung zu installieren, wenn ich diese nicht in die Server-Virtualisierung oder bestimmte Anwendungen integrieren kann, oder wenn jede Umkonfiguration zu einem längeren Ausfall führt?

IT-DIRECTOR: Handelt es sich dabei um ein neues Paradigma in der Speicherindustrie oder um einen reinen Marketingzweck?
H. Bild:
Wenn es auch für den ein oder anderen Hersteller technologisch gar nicht mehr so wirklich neu ist: eindeutig Ersteres! Clustered Data ONTAP von Netapp ist beispielsweise seit jeher Software-defined Storage. Keine einzige Funktionalität war und ist in Silikon gegossen. cDOT läuft auf x86 Server, kann 3rd Party Storage integrieren und läuft sogar als Cloud ONTAP in der Amazon Cloud.

IT-DIRECTOR: Wie gut sind Kunden über diese Möglichkeit informiert, wie hoch ist die Nachfrage?
H. Bild:
Wie häufig bei Trendthemen gibt es vermutlich Nachholbedarf bezüglich der Informationen zu SDS im Markt. Ob dies tatsächlich so ist, ließe sich aber nur schwer belegen.

IT-DIRECTOR: Wie ausgereift sind aktuelle SDS-Lösungen?
H. Bild:
Aus Perspektive von Netapp kann ich dazu nur sagen: cDOT ist 100-prozentig ausgereift und „Enterprise Ready“.

IT-DIRECTOR: Storage-Anforderungen werden komplexer – die Datenmenge steigt etwa durch die Nutzung mobiler Endgeräte – welche Antwort bietet SDS darauf?
H. Bild:
Bis zu 4 Millionen IOPS und 103 PB Kapazität in einem einzigen Cluster dürften selbst für die komplexesten Anforderungen und jede derzeit existierende Anwendung mehr als ausreichend sein. Genau DAS ist einer der Hauptvorteile von SDS. Man ist nicht mehr an die Limits irgendeiner Hardware-Plattform gebunden und kann über alle Grenzen hinweg skalieren.

IT-DIRECTOR: Welche Vor- und Nachteile ergeben sich durch den Einsatz?
H. Bild:
Aus unserer Sicht gibt es keine Nachteile. Die Vorteile sind klar: Hohe Flexibilität, Hardware-Unabhängigkeit, Cloud-Integration, Scale-Out, hohe Effizienz und höchste Skalierbarkeit mit integrierter Datensicherung.

IT-DIRECTOR: Wie lassen sich bestehende Umgebungen mit SDS-Konzepten verbinden?
H. Bild:
Auch das ist ganz einfach. Mit der kostenlosen Softwareoption FlexArray von Netapp lassen sich 3rd Party Arrays ganz einfach in einen cDOT Cluster integrieren. Wenn man migrieren möchte, kann man die Daten online mittels des sogenannten „Foreign LUN Import“ in ein cDOT System importieren.

IT-DIRECTOR: SDS führt zu einer zusätzlichen Komplexitätsebene in der Datenlandschaft, wie sollten Unternehmen dieser Herausforderung begegnen?
H. Bild:
Das sehe ich nicht so. Unser Ansatz führt tatsächlich zu einer Vereinfachung. Bei den meisten anderen Ansätzen hat man allerdings oft mit zusätzlicher Komplexität zu kämpfen, weil beispielsweise eine zusätzliche Komponente in den Datenpfad integriert werden muss.

IT-DIRECTOR: Ab welcher Größenordnung und welchem Unternehmensumfeld empfehlen Sie den Einsatz einer SDS-Lösung?
H. Bild:
Die Größenordnung und das Unternehmensumfeld spielen keine Rolle. Eine SDS-Lösung macht immer Sinn.

IT-DIRECTOR: Wie wird sich der Bedarf nach Speicherlösungen generell in den kommenden Jahren entwickeln?
H. Bild:
Der Bedarf an Storage wird sicherlich nicht weniger werden. Die verkauften Kapazitäten werden weiterhin schnell ansteigen. Die Umsätze werden unserer Ansicht nach aber vermutlich nur einstellig wachsen. Das liegt an dem enormen Wachstum bei den Cloud-Service-Providern, die direkt über ODMs beliefert werden. Für die etablierten Hersteller bedeutet dies einen Verdrängungswettbewerb. Diejenigen, die dem Bedarf beim Unternehmenskunden am besten entsprechen, werden den anderen Playern schnell Marktanteile streitig machen. Es wird in den nächsten Jahren auf alle Fälle sehr spannend bleiben.

IT-DIRECTOR: Wie beurteilen Sie den Trend „Software-defined Everything“ – die Entwicklung, die gesamte IT-Hardware künftig durch Software zu verwalten und zu steuern?
H. Bild:
Purpose Built ist definitiv „out“. Wer will schon noch ein Telefon, mit dem man nur telefonieren kann? Der Trend zum „Software-defined Everything“ wird sich nicht aufhalten lassen. Warum auch? Das heißt aber nicht, dass es in den RZ demnächst nur noch „white Box“ x86 Server geben wird. Der Vorteil eines komplett aufeinander abgestimmten Systems, das für Storage optimiert ist, ist nach wie vor sehr groß. Kunden wollen sich nicht tagelang mit Treibern, Bios, Firmware Releases und Kompatibilitätslisten herumschlagen. Eben wie beim Telefon, ein Smartphone baue ich mir ja auch nicht selbst zusammen. Aber ein Smartphone ohne APPS/Software ist nur ein Stück austauschbare Hardware.

IT-DIRECTOR: Sehen Sie dadurch ein erhöhtes Risiko mit Blick auf Ausfälle oder Defekte?
H. Bild:
Nicht mit der "Always On" Architektur von Netapp. Bei anderen Implementationen kann es – durch benötigte zusätzliche Layer im Datenpfad, die oft auch Bottlenecks verursachen – zu einem erhöhtem Risiko kommen.

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