Mitarbeiter gezielt fördern

Talentmanagement - IT-Markt mit Wachstumspotenzial

Die übergroße Mehrheit der Unternehmen kennt die strategische Bedeutung von Talentmanagement, doch Software-Lösungen sind noch nicht weit verbreitet.

„Viele Unternehmen haben bereits High-Potential-Programme etabliert“, beschreibt Claudio Fernández-Aráoz von der Schweizer Personalberatung Egon Zehnder neue HR-Initiativen. „Doch an den meisten dieser Programme nehmen in Wirklichkeit lediglich High Performers teil.“ Dies seien leistungsstarke Manager, von denen das Unternehmen annimmt, dass sie sich auch in Zukunft bewähren.

In einem Essay für den Harvard Business Manager erläutert Fernández-Aráoz seine Auffassung, dass dieses Modell der Rekrutierung nach Kompetenzen überholt ist: „Wir können unmöglich voraussehen, welche Kompetenzen Führungskräfte in ein paar Jahren brauchen, um erfolgreich zu sein. Deshalb ist es so wichtig, Mitarbeiter mit dem höchsten Potenzial zu finden und weiterzuentwickeln”.

Er fordert die Unternehmen dazu auf, ihre „High Potentials“ wirklich zu fördern und an sich zu binden, etwa durch eine gezielte Führungskräfteentwicklung und anspruchsvolle Aufgaben. Entscheidend für die geforderte Flexibilität der Führungskräfte seien fünf Merkmale: Motivation, Neugier, Scharfblick, Engagement und Entschlossenheit.

Diese Merkmale zeichnen auch einen Innovatoren aus, würde ein Innovations-Evangelist wie Stephan Grabmeier hier sicher einwerfen. Das Schwergewicht der deutschen HR-Szene ist Vertreter eines modernen Ansatzes, der auf Digitalisierung, Social Collaboration, Sharing, flache Hierarchien und die Förderung von innovativen Persönlichkeiten setzt.

Bei der Telekom steuerte er die interne Enterprise 2.0-Initiative und verfolgte diese Themen mit seinem Beratungsunternehmen „Innovation Evangelists“. Nun geht er zu einer Firma, die sich einer wichtigen Frage widmet: Wie finden Unternehmen Innovatoren? Die Haufe-Umantis AG hat eine Talentmanagement-Lösung als Antwort. Grabmeier wird Chief Innovation Evangelist und soll Umantis-Kunden bei der digitalen Transformation des Personalbereichs begleiten.

Die digitale Transformation im Personalbereich

Ein ebenso interessanter wie boomender Markt: Praktisch alle Unternehmen (99%) kennen den Begriff „Talentmanagement“ und fast ebenso viele messen dem Thema hohe Bedeutung bei (92%). Diese Zahlen stehen im „HR Trend Report 2015“ des Hamburger Beratungs- und Marktforschungshauses SoftSelect.

Zum Vergleich: Vor zwei Jahren wussten lediglich 83 % der befragten Unternehmen etwas mit dem Begriff anzufangen. Dies zeigt deutlich, dass die Nachricht vom Talentmanagement in den Unternehmen angekommen ist. Der Dreischritt aus effizienter Gewinnung, zielgerichteter Förderung und langfristiger Bindung der Mitarbeiter wird immer häufiger als Teil der Personalstrategie gesehen.

Doch trotz des hohen Stellenwertes von Talentmanagement nutzen erst vergleichsweise wenige Unternehmen die Vorteile einer professionellen Software-Lösung. Am häufigsten werden Anwendungen wie die der umantis AG im Bereich der Rekrutierung eingesetzt, zum Beispiel für das Bewerbermanagement.

Auch die Personalentwicklung wird in vielen Unternehmen bereits mit Software unterstützt - Stichwort Skillmanagement. Das ist besonders in IT-Unternehmen verbreitet, da hier alle paar Jahre neue Technologien, Zertifizierungen, Managementsysteme und Lösungen „State of the Art“ sind.

Doch langsam geht der Trend weg von Insellösungen. Die von SoftSelect interviewten HR-Entscheider stimmten mehrheitlich der These zu, dass effektives Talentmanagement ganzheitlich umgesetzt werden muss und Recruiting, Personalentwicklung, Performance Management und Collaboration umfassen solle. Diese Auffassung wird sich wohl auch bald am Markt bemerkbar machen, die bereits hohe Nachfrage nach Talentmanagement-Lösungen wird vorerst nicht nachlassen

Bildquelle: Thinkstock

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