UC-Markt

Tipps von Snom: Schneller Wechsel zu „All IP“

Gernot Sagl, Geschäftsführer und Mitglied des Vorstands bei der Snom Technology AG, verrät hilfreiche Tipps und Tricks, die den Umstieg auf All IP für sämtliche Kommunikationsszenarien erleichtern können.

Gernot Sagl, Snom Technology AG

Gernot Sagl, Snom Technology AG

IT-DIRECTOR: Herr Sagl, inwieweit nutzen Unternehmen in Deutschland bereits profes­sionelle Unified-Communications- und Collaboration-Lösungen (UCC)?
G. Sagl:
Unified-Communications-Lösungen werden in Deutschland bereits weitgehend genutzt, wobei es insbesondere in den letzten Jahren einen deutlichen Aufwärtstrend gab. Dieser resultiert vor allem auch aus der Angst, im Digitalisierungsprozess zurückzufallen. Internationale Marktforschungen der Beratungsfirma Infotecs haben ergeben, dass VoIP und Unified-Communications-Dienste bis 2018 auf bis zu 88 Mio. US-Dollar ansteigen werden. Der Großteil der Entscheidungsträger im IT-Bereich hat daher laut Studie sowohl einen strategischen Plan als auch das Budget für eine UC-Lösung eingeplant. Es ist also deutlich zu sehen, dass UC-Lösungen bei kleinen und mittleren Firmen sowie auch größeren Unternehmen eine wichtige strategische Komponente darstellen.

IT-DIRECTOR:  In welchen Bereichen sehen Sie hinsichtlich der Etablierung effektiver Kommunikationsprozesse noch den größten Nachholbedarf für hiesige Betriebe?
G. Sagl:
Es gibt mehrere Abteilungen und Unternehmensstrukturen, in denen UC-Lösungen eine entscheidende Veränderung erzielen können: Abteilungen mit mobilen Mitarbeitern, wie beispielsweise im Vertrieb, aber auch Angestellte, die im Home-Office arbeiten, suchen ständig Verbesserungsmöglichkeiten, um die Verbindung zwischen Kollegen, aber auch außerhalb des Unternehmens mit Kunden zu vertiefen. Laut einem Bericht von TMR gibt es fünf Faktoren als Wachstumstreiber für den weltweiten UC-Markt:
– eine zunehmend mobile Belegschaft,
– ein Anstieg der mobilen Gerätenutzung,
– ein Trend hin zur Nutzung privater Geräte (Bring your own device) in der Arbeitswelt,
– eine stetige Virtualisierung von Organisationen sowie
– eine Steigerung für Cloud Computing und Services.

IT-DIRECTOR: Wie kann die Umstellung auf All IP in den Unternehmen einfach und schnell gelingen?
G. Sagl:
Der Schlüssel liegt in der Auswahl des richtigen Partners und der Planung der Umstellung. Mit einem guten Partner werden eventuelle Ausfallzeiten oder Unterbrechungen verhindert, die durch eine Migration zu einer IP-Telefonielösung verursacht werden können. Es sollte im Vorfeld sichergestellt werden, dass die jeweiligen Bedürfnisse des Unternehmens sowie der Zeitrahmen klar definiert werden, bevor die Umstellung beginnt. Wichtig hierfür ist, dass der Dienstleister, Systemintegrator oder Telefoniehändler deutlich die Ansprüche des Kunden kennt und auf diese eingehen kann. Ein Umstellungspartner sollte beweisen können, dass er Best-of-Breed-Technologien nutzt und seine Mitarbeiter bestens geschult und zertifiziert hat.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 09/2016. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Geeignet sind Anbieter, die eine Komplettlösung bereitstellen können und auch schon Erfahrungen gesammelt haben. Der Projektumfang sollte dabei Telefonnummern, Verbindungen, eine Reihe von IP-Telefonen und robuste Hardware erfassen. Desweiteren sollte die Migration weit im Voraus geplant werden. Das Telefonsystem ist nach wie vor das wichtigste Mittel der Kundenkommunikation. Somit ist die Umstellung auf All IP eine der größten IT-Änderungen, die auch öffentlich sichtbar sind.

IT-DIRECTOR: Worauf kommt es bei der Einbindung mobiler Endgeräte und moderner Wearables in eine firmenweite All-IP bzw. UCC-Strategie besonders an?
G. Sagl:
Der Bedarf an Flexibilität für eine immer größer werdende mobile Arbeitswelt ist die Hauptkomponente jeder UC-Lösung. Heutzutage hat die Telefonnutzung über das Internet die der Tischgeräte weitestgehend überschritten. Dies führt dazu, dass Unternehmen einen immer größeren Bedarf an mobilen Kommunikationsmöglichkeiten für ihre Mitarbeiter brauchen. Dabei spielt das Thema Sicherheit eine zentrale Rolle, denn die Kommunikation zwischen dem Telefonsystem des Unternehmens und dem des mobilen Mitarbeiters muss sicherstellen, dass keine Unternehmensdaten in Gefahr sind, unabhängig von der Zugriffszeit oder dem Standort.

IT-DIRECTOR: Wie können sich Anwenderunternehmen im All-IP-Umfeld bestmöglich gegen Spyware und Abhör­attacken schützen?
G. Sagl:
Es gibt eine Reihe von Vorsorgemaßnahmen, um Telefone gegen Spyware und Abhörattacken zu schützen. Hier nur ein paar Beispiele von Sicherheitsvorkehrungen, die grundlegender Standard sein sollten:
1. Die Anwender sollten ein starkes Passwortsystem besitzen und dafür sorgen, dass sich Nutzer anmelden müssen, bevor sie einen Anruf tätigen.
2. Es gilt allgemeine oder Standardpasswörter wie 1234, 4321 oder 0000 zu vermeiden. Zudem sollten Passwörter nicht die gleichen Zahlen wie die Telefondurchwahl besitzen.
3. Genutzt werden sollte besser ein sechsstelliges als ein vierstelliges Passwort, da dieses in der Regel schwieriger zu knacken ist.
4. Hilfe sollte man sich bei qualifizierten Spezialisten suchen, die bei der Installation aller Geräte unterstützen können.
5. Nicht zuletzt sollte man Voicemail-Konten einrichten, die automatisch nach einer bestimmten Anzahl von ungültigen Versuchen blockiert werden.

Bildquelle: Snom

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