Outsourcing, Offshoring & Co. unter der Lupe

Trendstudie zum IT-Sourcing

Einer aktuellen Studie zufolge hat sich der Markt für IT-Dienstleistungen positiv verändert – allerdings verschiebt sich das Verhältnis von eingekauften IT-Dienstleistungen zueinander. Doch wie sieht die weitere Zukunft von IT-Sourcing aus?

Lupe, Bildquelle: Thinkstock/iStockphoto

Eine Trendstudie nimmt das IT-Sourcing unter die Lupe.

Das Beratungsunternehmen Goetzpartners hat in einer aktuellen Trendstudie die bestehende Marktentwicklung beleuchtet und einen Blick in die Zukunft des IT-Sourcings geworfen. Das Ergebnis: Es mangelt vor allem an passgenauen Sourcing-Strategien sowie deren konsequenter Umsetzung. So werden IT-Sourcing-Entscheidungen bisher oftmals rein aufgrund von kurzfristigen Herausforderungen wie schnell abzuwickelnden Projekten oder langfristig gewachsenen Dienstleisterbeziehungen getroffen, statt die strategische Personalplanung und klare Make-or-buy-Entscheidungen in die Sourcing-Aktivitäten mit einzubeziehen. Dadurch werden vor allem die personenbezogenen Kosten insgesamt in die Höhe getrieben und die eigenen Ressourcen nicht adäquat genutzt.

Für die Zukunft rechnen die Studienteilnehmer mit einem Anstieg im anwendungsbezogenen Outsourcing. So gilt insbesondere das Software-as-a-Service-Modell (SaaS) mit einem erwarteten Zuwachs von 33 Prozent bis 2015 als zukunftsweisende Dienstleistung, während die Befragten für den Bereich der kompletten Auslagerung der IT-Sparte von einer Stagnation ausgehen.

Marktentwicklung im Wandel

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Markt für IT-Leistungen weiterhin positiv verändert. Doch hat sich das Verhältnis von eingekauften IT-Leistungen zueinander verschoben. Besonders der Anteil von „Software as a Service“ wird im Segment Outsourcing bis 2015 um ein Drittel zunehmen und dem Outsourcing-Markt einen Wachstumsimpuls geben. Der Marktanteil der Auslagerung der IT-Infrastruktur wird hingegen im selben Zeitraum nur um 4,5 Prozent ansteigen. Die komplette Auslagerung der IT wird nach Ansicht der Studienteilnehmer nicht zunehmen, ebenso wenig das Backsourcing, das heißt die Wiedereingliederung bereits ausgelagerter IT-Prozesse. Der Umgang mit projektbezogenen IT-Services zeigt sich weitestgehend konstant.

Die Marktentwicklung spiegelt sich auch in der IT-Budget-Entwicklung wider. Die Studie sieht eine signifikante Verschiebung des Budgetschwerpunktes in Richtung der personenbezogenen Kosten (interne Personalkosten, Kosten für externe Dienstleister/Services mit Personalanteil). Betrug der Anteil der personenbezogenen Ausgaben bisher 59 Prozent, so wird bis 2016 ein Zuwachs von fünf Prozent erwartet. Dies geht nach Ansicht der Befragten zu Lasten der Ausgaben für Hard- und Software, wo eine Verringerung der Ausgaben erwartet wird. Die absolute Höhe des IT-Budgets ist in vielen Branchen insgesamt stagnierend. Als Hauptgrund hierfür wird das gesamtwirtschaftliche Umfeld genannt.

Ein wichtiger Entscheidungsparameter zur Nutzung von IT-Services ist die aktuelle bzw. geplante Fähigkeit der Unternehmen. Die Studienergebnisse zeigen, dass konzeptionelle IT-Tätigkeiten, die kaufmännische und strategische Planung und Organisation der IT, von den befragten Unternehmen nur selten durch Externe unterstützt wird. Das heißt, die Entwicklung der IT-Strategie wird als Kernkompetenz verstanden und meist nur projektbezogen unterstützt. Mit der Erarbeitung von Konzepten für die Umsetzung in Systemen bzw. Anwendungen wächst der externe Anteil schrittweise. Die Vergabe von Funktionen und Aufgaben im Bereich der Umsetzung schlägt durchschnittlich mit 18 Prozent im gesamten IT-Budget zu Buche. Den größten Kostenblock des IT-Managements bildet mit durchschnittlich 44 Prozent des gesamten IT-Budgets der Bereich Betrieb, Wartung und Support der internen Infrastruktur.

In Anbetracht des steigenden Kosten- und Innovationsdrucks gehen die Studienteilnehmer davon aus, dass die Bedeutung von differenziertem IT-Sourcing in Zukunft steigen wird. Hauptmotive dafür sind Kostenreduktion, Herstellung von Kostentransparenz, die Auslastung der eigenen Ressourcen, die Nutzung neuer Technologien und die Konzentration von Kernkompetenzen innerhalb des Unternehmens. Daneben sehen die befragten Unternehmen jedoch auch Grenzen beim Sourcing. Vor allem Ängste um den Verlust von Know-how sowie der Abbau interner Mitarbeiter spielen hier auch weiterhin eine große Rolle.

IT-Strategien unter der Lupe

Die Studie analysiert die IT-Sourcing-Strategien von 44 Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen in Deutschland und deren Einfluss auf die Kosten- und Personalstruktur. Hierzu wurden die Studienteilnehmer zur Entwicklung ihrer IT-Budgets, der Nutzung von IT-Services sowie potentiellen Limitationen beim Sourcing befragt. Der Schwerpunkt der Studie lag auf den personenbezogenen Leistungen, d.h. auf den verschiedenen Arten des Outsourcings, projektbezogenen Services bis hin zu Leistungen der „verlängerten Werkbank“.

Die komplette Studie unter: 
www.goetzpartners.com/de/veroeffentlichungen/studien/

Bildquelle: Thinkstock/iStockphoto

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