Xing entscheidet sich für Flash-Storage

Turbo für die Speicher-Performance

Beim beruflichen Online-Netzwerk Xing konnte die bisherige Speicherlösung mit den wachsenden Performance-Anforderungen der Office-IT nicht mehr mithalten. Aus diesem Grund entschieden sich die Verantwortlichen für die Einführung von Flash-Speichertechnologien als Turbo für die IT.

Auspuff

Flash dient bei Xing als Turbo für die Speicher-Performance.

Die Plattform ist eine Anlaufstelle für Geschäftskontakte – sei es als ein sich selbst aktualisierendes Adressbuch, als Jobbörse, um Geschäfte anzubahnen oder um mit alten Kollegen in Kontakt zu bleiben. Mittlerweile wird das berufliche Online-Netzwerk von knapp 9 Millionen Mitgliedern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie von mehr als 15 Millionen Menschen weltweit genutzt. Aus dem 2003 gegründeten Start-up ist ein Unternehmen mit mehr als 650 Mitarbeitern erwachsen, das im Jahr 2014 einen Umsatz von 101 Mio. Euro für sich verbuchen konnte.

Die Mitarbeiter in der Hamburger Zentrale sind in unterschiedlichen Aufgabenbereichen tätig. Neben der Verwaltung arbeiten diverse Teams an eigenen Produkten wie der Premium-Mitgliedschaft oder dem Stellenmarkt. Auch der Mitglieder-Support für die Plattform wird von der Hansestadt aus gesteuert. Hierzu müssen die Mitarbeiter auf verschiedene Anwendungen sowie auf kritische und performance-hungrige Datenbanken zurückgreifen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die im Einsatz befindliche VMware-Umgebung.

Wachsende Datenmengen

Das stetige Wachstum der letzten Jahre stellte die IT-Abteilung um Kai Lippok, Teamleiter Systemadminis­tration, vor die eine oder andere Herausforderung: Um die richtigen Weichen zu stellen, hat er deshalb innerhalb der Systemadministration das agile Arbeiten nach dem Kanban-Prinzip ins Leben gerufen. Eine der wichtigsten Aufgaben war es in der Vergangenheit, für die nächsten Jahre ein Storage-System zu implementieren, das mit dem Wachstum des Unternehmens Schritt halten kann. Denn die bislang genutzte Speicherlösung war dazu trotz zahlreicher zusätzlicher Solid State ­Drives (SSD) nicht mehr in der Lage.

Hinzu kam die Anforderung, einen Desaster-Recovery-Standort außerhalb der Zentrale aufzubauen. Anstatt eine Storage-Neuanschaffung an einem externen Standort zu tätigen, entschied man sich für einen Wechsel des primären Storage der Zentrale. Zudem gab es die Anforderung, kleinere Insellösungen, wie etwa das E-Mail-Archiv, zu konsolidieren, um Wartungskosten zu sparen. Das vorhandene Storage-System konnte diese Anforderungen nicht stemmen, sodass die Hamburger nach einer Lösung suchten, die mit dieser Belastung zurechtkommen würde.

Performance ist entscheidend

Aus diesem Grund entschied sich Kai Lippok mit seinem Team 2014 dazu, die bestehende Speicherlösung abzulösen und sich nach einem schnellen System umzuschauen. In die engere Wahl kamen dabei zunächst Lösungen bekannter Anbieter. Die Evaluation der verschiedenen Möglichkeiten erbrachte zwar die gewünschten Resultate, konnte jedoch nicht vollends überzeugen. Durch eine Werbekampagne des Herstellers Nimble Storage zu Beginn desselben Jahres kam ein neuer Kontakt zustande; im März 2015 folgte ein Kostenvoranschlag. Anschließend wurde eine Teststellung vereinbart, um eine Leistungssteigerung zu visualisieren. Dabei wurden die Geräte so konfiguriert, dass sie den Anforderungen des Xing-Teams entsprachen.

Während der Testphase, bei der zusätzlich der Reseller Medocino GmbH mit an Bord war, wurden sofort Live-Daten auf das System CS 300 mit zehn GbE iSCSI und einem H45 Shelf mit einer Kapazität von 60 Tera-byte aufgespielt. Lippok erinnert sich: „Grundsätzlich war die neue Flash-Lösung schneller als die der anderen getesteten Anbieter. Der Hauptgrund für den Erwerb der CS 300 war für uns schließlich die mögliche Performance-Steigerung. Wir wollten von Anfang an einen Test mit Live-Daten durchführen, um zu sehen, welche Lösung hier am meisten Leistung bietet. Hier konnte die Adaptive-Flash-Architektur von Nimble Storage überzeugen.“

Neben der Performance-Steigerung überzeugten die einfache Inbetriebnahme und Bedienung des Systems, so dass sich die Administratoren schnell zurechtfinden konnten. Ende April erfolgte die Bestellung, wobei die zuvor installierte Testumgebung vor Ort im produktivem Einsatz blieb.

Analyse wichtiger Storage-Funktionen

Für die Analyse des Speichersystems nutzte man mit Infosight von Beginn an das Big-Data-Tool desselben Herstellers. Der Hintergrund: Um Support-Problemen vorzubeugen, versuchen Ad­ministratoren oftmals, Protokoll- und Diagnoseinformationen zu erfassen. Doch das sogenannte „Storage Planning“ ist anfällig für Fehler. Zudem gibt es meist kaum Anleitungen dafür, wie Speicherressourcen skaliert werden können. Mit dem neuen Monitoring-Tool erhält das IT-Team von Xing nun eine bessere Übersicht über die Performance, die Verfügbarkeit und die nötige Skalierung des Speichersystems sowie alle auftretenden Probleme. Reports über den Zustand der einzelnen Komponenten und Dashboards lassen sich per Klick erstellen. Alle fünf Minuten fragt der Service aktiv Telemetriedaten von Sensoren im Storage-Array an und analysiert sie. Abweichungen können so festgestellt werden und der Support kann z.B. Festplattenausfälle früh erkennen.

Sämtliche auf diese Weise ermittelten Daten werden zusätzlich im Big-Data-System aufbereitet, was einen Blick auf Zustand und Performance des Systems erlaubt. „Dank des Tools konnte ich mir vor allem in der Implementierungsphase einen Überblick über den Zustand des Systems verschaffen. Seitdem nutze ich es nur noch selten als Analysetool, da das neue Speichersystem problemlos funktioniert. Ich kann mich nun mit wichtigeren Dingen beschäftigen“, erklärt Lippok.

Inzwischen kann das Analyse-Tool auch jede einzelne VM beobachten und Probleme erkennen. Zudem ist es möglich, die Latenz einzelner Komponenten wie Storage, Netzwerk und Server zu messen. Auf die Schnelle sind Analysen möglich, die den Administratoren zeigen, wo die Performance-Probleme liegen. Und sie können die Informationen nutzen, um einen besseren Support für VMware Virtual Volumes (VVols) zu leisten.

Nach der Teststellung überzeugte das System auch im laufenden Betrieb. Kai Lippok berichtet: „Eine Zahl, die den Unterschied verdeutlicht, sind die 30.000 IOPS, die das neue System erreicht. Dies ist fast doppelt so schnell wie die getesteten Lösungen der Wettbewerber und dreimal so schnell wie unsere Vorgängerlösung. Die Leselatenz beträgt 0,5 Millisekunden und die Schreiblatenz 0,2 Millisekunden. Darüber hinaus erzielen wir eine Kompressionsrate von 1,42 und sparen dadurch auch an Kapazität.“

Mit der neuen Speicherlösung sehen sich Kai Lippok und sein Team für die Zukunft gut aufgestellt: „Die Flash-Plattform erlaubt es uns, unsere Anforderungen an Performance und Kapazität genauer zu formulieren und dementsprechend auch wirtschaftlich in alle erforderlichen Richtungen zu skalieren. Als schnell wachsendes Unternehmen ist uns die Investitionssicherheit der IT-Systeme wichtig, um nicht in zwei Jahren die Diskussion wieder führen zu müssen.“


Über die Xing AG
Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg wurde 2003 gegründet und ging Ende 2006 an die deutsche Börse. Es betreibt das soziale Netzwerk Xing für die Pflege beruflicher Kontakte. Insgesamt arbeiten derzeit – größtenteils in Hamburg – mehr als 650 Angestellte für Xing. Die Plattform wird von Frankfurt aus gehostet.


Bildquelle: Thinkstock/iStock

©2020Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok