Cloud-Dienste

Unsicherheit am Scheideweg

Nicht jeder Betrieb ist in der Lage, bei ungeplanten Auslastungsspitzen eine schnelle Skalierung der Systeme vorzunehmen. Die Entscheidung zwischen On-Premises- und Cloud-Lösungen muss daher gut überlegt sein.

Unsicherheit am Scheideweg

Entscheidung mit weitreichenden Folgen: Der Einsatz von Cloud-Lösungen muss gut geplant werden.

Cloud-Dienste werden vermehrt auch in Deutschland zum Einsatz gebracht. Das zeigt die Studie Cloud Monitor 2020, die von KPMG in Zusammenarbeit mit Bitkom Research durchgeführt wurde. Demnach setzten 2019 76 Prozent der Unternehmen Cloud-Lösungen ein – gegenüber 2018 ein Anstieg um 12 Prozentpunkte. Kommt eine Cloud-Lösung zum Einsatz, setzt bereits jedes dritte Unternehmen auf einen Multi-Cloud-Ansatz.

Ein Vorteil beim On-Premise-Betrieb von IT-Lösungen: Die Unternehmensdaten bleiben in der eigenen IT-Infrastruktur. Diese wird intern gewartet und abgesichert, was entsprechende Expertise und hochwertige Hardware voraussetzt, aber auch größtmögliche Kontrolle bietet.
Die Lösungen können genau auf die Unternehmensanforderungen abgestimmt implementiert werden. Allerdings ist eine Skalierung im Bedarfsfall schwierig und die realen Kosten sind fast immer um einiges höher als der Betrieb ähnlicher Service-Strukturen bei Cloud-Anbietern.

Die Diskussion um den On-Premise-Betrieb orientiert sich heute im Wesentlichen nur noch an den zu verarbeitenden Daten und deren Sensitivität, wie z.B. auch die EBF-EDV Beratung Föllmer GmbH aus dem Alltag berichten kann.

Flexibilität vs. Sicherheit 

Cloud-Lösungen bringen einen Vorteil mit, der gerade in der Corona-Krise entscheidend ist: Die Kapazitäten sind flexibel steuerbar und können bei Bedarf den aktuellen Anforderungen eines Unternehmens angepasst werden. So können sich Firmen, die Cloud-Lösungen im Einsatz haben, in der Regel darauf verlassen, dass die in der Cloud liegenden Services auch bei erhöhter Auslastung für alle Mitarbeiter erreichbar sind. Schwankungen und Lastspitzen können so abgefedert werden. 

Zu den weiteren Vorteilen zählen der geringe interne Aufwand für Aufgaben wie Wartung und Sicherheit sowie die transparente Kostenkalkulation. Außerdem wird bei Cloud-Lösungen sichergestellt, dass Mitarbeiter mit den aktuellsten Softwareversionen arbeiten, da Updates zeitnah verteilt werden.   

Cloud-Varianten setzen aber voraus, dass Unternehmen den Betrieb der Lösung in externe Hände geben – und damit auch ihre Daten. Immer noch herrschen bei den Unternehmen, die keine Cloud-Lösungen nutzen, diesbezüglich Sicherheitsbedenken. Laut der Studie befürchten 45 Prozent der Unternehmen einen unberechtigten Zugriff auf ihre Daten, wenn sie sich für eine Cloud-Lösung entscheiden sollten. Aber auch hier sind die Anbieter bereits seit langer Zeit mit entsprechenden Datenschutzvereinbarungen, Private-Cloud-Angeboten, Sicherheitstechnologien und Überwachungseinheiten gegen Angriffsszenarien gerüstet, um den Schutz der sensiblen Daten sicher zu stellen.

In stark regulierten Industrien oder bei bestimmten Daten ist der Einsatz von On-Premise-Technologien weiterhin sinnvoll, in vielen Fällen ist die Nutzung von Cloud-Angeboten für die Zukunft aus Flexibilitäts- und Kostengesichtspunkten allerdings die bessere Alternative.

Der Weg in die Cloud

Singuläre Services aus der Cloud heraus zu nutzen ist ein erster Schritt sich mit Cloud-Services vertraut zu machen. Gerade der Ansturm auf Video- und Kommunikationslösungen in der aktuellen Zeit haben gezeigt, dass die Anbieter mit den stark wachsenden Nutzerzahlen gut zurechtgekommen sind. Aber selbst bei diesen singulären Lösungen zeigt sich, dass der Weg in die Cloud gut geplant sein muss und ein Gesamtkonzept erfordert. Beispielsweise sollten folgende Fragen im Vorfeld geklärt werden: Wie funktioniert die Anmeldung mit den Nutzerdaten aus dem eigenen Verzeichnissystem? Sollen Telefonate über die Cloud geführt werden und wie funktioniert die Softphone-Nutzung, also das Telefonieren über einen Computer, mit einer App des Anbieters? Können Videokonferenzräume eingebunden werden? 

Darüber hinaus bieten fast alle Cloud-Anbieter heute starke Vernetzungen in den Services und kombinieren etwa Filesharing mit einer Software zur gemeinsamen Textverarbeitung oder anderen kollaborativen Tools.  Wenn solche vernetzten Cloud-Services im eigenen Unternehmen eingesetzt werden sollen, gibt es wichtige Überlegungen, die im Vorfeld einer Nutzung angestellt werden sollten. Welche Auswirkungen hat das auf die eigenen Prozesse, Mitarbeiter und vor allem Kunden? Wie ändert sich die eigene Arbeitsweise und welche Vorteile gibt es? Cloud-Lösungen einzusetzen bedeutet auch die eigenen Prozesse zu optimieren und vor allem sich die Frage zu stellen was damit besser wird. 

Die Frage ob IT-Leistungen On-Premise oder über einen Cloud-Service erbracht werden sollten, hängt aktuell eher von der Frage der zu schützenden Daten und den regulatorischen Anforderungen ab. Kostengründe, Skalierung und Flexibilisierung sind Themen, die heute über Cloud-Lösungen zugunsten des Eigenbetriebs beantwortet werden. Dennoch: Der Einsatz von Cloud-Lösungen muss gut geplant werden, sonst wird der Einsatz im Chaos für die eigenen Mitarbeiter und die Kunden enden. 

Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images Plus

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