MPLS-Netz für die Lindner Hotels

Vertrauen in die Private Cloud

Server in einer privaten Cloud, ein Firmennetz auf MPLS-Basis sowie ein ­Social-Business-Collaboration-Tool, um die interne Kommunikation auf Vordermann zu bringen: Bei der Lindner Hotels AG läuft dank der Unterstützung durch die Deutsche Telekom ein Großteil der Prozesse digital ab.

Lindner Hotels

Das Lindner Parkhotel & Spa in Oberstaufen im Allgäu

1973 arbeitete der Architekt Otto Lindner an einem innovativen Gebäudekonzept. Als Investoren absprangen, kaufte er das Gebäude kurzerhand und eröffnete das erste Lindner Hotel. Mit der Haltung „Machen und Ausprobieren“ hat das Unternehmen immer wieder neue Hotelkonzepte entwickelt, z. B. Themenhotels oder – als Partner der Fraunhofer-Gesellschaft – das „Hotel der Zukunft“. Wer heute in einem der mehr als 30 Häuser der Lindner Hotels AG eincheckt, merkt: Hier steht der Gast im Mittelpunkt. Ob Wellness auf Mallorca oder eine Golfpartie auf gepflegten Grünanlagen. Aber auch auf Geschäftsreisende ist man eingestellt.

So sind einige Konferenzräume seit Jahren mit dem Videokonferenzsystem Telepresence ausgestattet. Die Anlagen kann man stundenweise mieten, um sich dann in HD-Qualität standortübergreifend auszutauschen. Als erste Hotelgruppe installierte man außerdem in sämtlichen Häusern WLAN-Hotspots für die Gäste – und zwar bereits 1996. Das Unternehmen erkannte also schon früh: Kundennähe ist in der Hotellerie ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. Doch genauso wichtig ist es, hier immer am Ball zu bleiben, seine Prozesse ständig zu überprüfen und in Frage zu stellen. Dazu gehört auch die IT. So sollten die Mitarbeiter an jedem Standort in der Lage sein, auf zentral gespeicherte Kundendaten zuzugreifen, um so den Service zu optimieren. Ein zweiter Bereich ist die IT-Abteilung. Sie betreute bislang Server, Netz und Anwendungen komplett in Eigenregie. Hinzu kam der IT-Support für die Kollegen aus der Verwaltung sowie in den Hotels. Um mehr Zeit für hotelspezifische Services wie die Software Opera zu haben, wollte man die IT-Mitarbeiter entlasten. Und schließlich gab es noch Optimierungsbedarf bei der internen Kommunikation. Wie in vielen Unternehmen wurden täglich sehr viele E-Mails verschickt und Informationen auf unterschiedlichen Kanälen ausgetauscht. So geriet die Kommunikation so manches Mal ins Stocken.

In Gesamtpaket investiert

Statt in viele neue Einzellösungen zu investieren, entschieden sich die Verantwortlichen für ein Gesamtpaket der Deutschen Telekom. Zunächst wurden alle Lindner-Standorte über ein Multiprotocol-Label-Switching-Netz (MPLS) miteinander verbunden. Der Hotelbetreiber nutzt hier die Lösung Intraselect, die die Standorte auf Basis von IP-VPN verbindet. Die Daten werden mit bis zu 50 Mbit/s übertragen. Dabei wird ein privates, vom öffentlichen Internet getrenntes und somit besonders geschütztes, hochverfügbares Netz genutzt. Bei Störungen und Engpässen informiert die Telekom den Hotelbetreiber im Rahmen eines proaktiven Netzmanagements bereits im Vorfeld. Wichtige Daten, etwa aus der Telefonie, werden bevorzugt durchs Netz geschleust.

Den Großteil seiner Server hat das Unternehmen in die Private Cloud ausgelagert. Auf den exklusiv betreuten Systemen laufen Anwendungen wie E-Mail, das Active Directory, die Faktura oder auch die Webseite. Hinzu kommt der Sicherheitsaspekt: „Fachleute kümmern sich rund um die Uhr um unsere Systeme“, sagt Michael Eckert, Corporate Manager IT der Lindner Hotels AG. Wichtig war dem Hotelbetrieb auch die Sicherheit der Daten beim täglichen Surfen der Mitarbeiter. Deshalb wurden die Internetzugänge der einzelnen Standorte zunächst zentralisiert und im Rahmen der Lösung „Managed Hosted Security“ ebenfalls ins Rechenzentrum ausgelagert. Dazu gehören Firewalls, Spamfilter und Schadprogrammdetektoren. „Der gesamte Datenverkehr wird im Rechenzentrum auf Sicherheitsrisiken wie Würmer, Viren und Co. gescannt“, so Eckert. „Das sind sehr große Datenmengen. Diese rund um die Uhr zu überwachen, könnten wir gar nicht in Eigenregie stemmen.“ Greift ein Mitarbeiter auf das Internet zu, läuft die Anfrage über das MPLS-Netz ins Rechenzentrum und wird dann über eine Firewall ins öffentliche Internet geleitet.

Ein weiteres Augenmerk lag auf dem Thema Service. Bislang waren Eckert und seine Kollegen Ansprechpartner bei allen technischen Fragen und Reparaturen. Jetzt gibt einen externen Servicedesk, an das sich die Mitarbeiter als First Level Support wenden können. Die Kollegen dort kümmern sich auch um die Reparatur und den Austausch defekter Hardware. Für letztere Aufgabe steht ein fester Endgerätepool zur Verfügung. Bei der internen Kommunikation setzt Lindner nicht länger auf ein starres Intranet, sondern auf eine Social-Business-Collaboration-Plattform. Die Anwendung „Teamlike“, die die Telekom aus der Cloud bereitstellt, heißt bei dem Hotelbetreiber „Yocu“ und ist dem Corporate Design des Unternehmens entsprechend grün gebrandet. Die Lösung verringert die Zahl der E-Mails, die täglich versendet werden. Die Mitarbeiter können sich ein Profil erstellen und Projekte mit ihren Kollegen in sogenannten Workspaces virtuell besprechen und Dokumente teilen. „Die Plattform kommt gut an, von unseren 2.000 Mitarbeitern haben sich innerhalb kurzer Zeit bereits 1.500 angemeldet. Rund 15.000 Beiträge werden pro Woche gepostet“, berichtet Lindner-Projektleiter Gunnar von Hagen. Sogar der Vorstand chattet schon mal direkt mit seinen Hoteldirektoren über aktuelle Projekte.

Nach und nach hat jeder Fachbereich eine eigene Seite auf Yocu erstellt. In Wikis erklären die Abteilungen die wichtigsten Begriffe ihrer Arbeit. Auch die Terminplanung für den Gebrauch des Dienstwagens oder die Freigabe des Monatsabschlusses – viele interne Aktivitäten verlagern sich auf die Plattform. Auf der Startseite sehen die Nutzer die neuesten Posts und wer gerade online ist. So fließen Informationen nun deutlich schneller: „Einige Informationen wurden früher nur an ausgewählte Kreise gemailt, um die Mitarbeiter nicht mit Nachrichten zu überschütten. Nun kann man sich freiwillig anmelden, um die Unterlagen zu sehen, und die Resonanz ist erstaunlich hoch“, erzählt von Hagen. Nicht zuletzt können Externe ebenfalls in das soziale Firmennetzwerk eingeladen werden.


Die Lindner Hotels AG
Das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf wurde 1973 gegründet. Inzwischen betreibt man über 34 Hotels in sieben europäischen Ländern und beschäftigt insgesamt über 2.000 Mitarbeiter. Dabei belegen die Hotels der familiengeführten Gruppe die Kategorien drei bis fünf Sterne.


Bildquelle: Lindner Hotels

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