Umstellung auf Elektromobilität

VHH: Neues RZ mit freier Kühlung

Die Umstellung auf Elektromobilität gab bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH) den Anstoß für ein neues Rechenzentrumsprojekt. Und so lief das Projekt ab >>>

VHH zählt mit 527 Bussen zu den größten Nahverkehrs­unternehmen in Norddeutschland.

Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein zählen mit 527 Bussen zu den größten Nahverkehrs­unternehmen in Norddeutschland.

Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) sind mit ca. 1.600 Mitarbeitern sowie insgesamt 527 Bussen an zwölf Standorten das zweitgrößte Nahverkehrsunternehmen Norddeutschlands. Das Busunternehmen mit Sitz in Hamburg wurde 1905 gegründet und befördert bis heute etwa 102 Millionen Fahrgäste pro Jahr. Dabei erstreckt sich das Liniennetz von Wedel über das Hamburger Stadtgebiet und Elmshorn bis in den Kreis Herzogtum Lauenburg.

Für die zukunftsorientierten Norddeutschen spielt auch Elektromobilität eine wichtige Rolle: Bereits 2014 kam der erste rein batterieelektrisch betriebene Bus zum Einsatz, im Jahr 2016 erfolgte die Beschaffung eines weiteren Fahrzeugs. Zwei zusätzliche E-Gelenkbusse sind seit Frühjahr 2017 auf den Straßen Hamburgs unterwegs. So wurde der Weg hin zum ausschließlichen Einsatz von batteriebetriebenen Bussen bereits geebnet. Um ab 2020 vermehrt emissionsfreie Fahrzeuge einsetzen zu können, entwickelte man einen Plan, der die betrieblichen Voraussetzungen für dieses Unterfangen beinhaltet. Vor diesem Hintergrund wurde bereits mit umfassenden Umbauarbeiten begonnen, um die emissionsfreien Omnibusse technisch betreuen zu können.

Neubau des Rechenzentrums


Zu diesem Zweck werden am Standort in Bergedorf eine geeignete Ladeinfrastruktur sowie eine auf die künftigen Bedürfnisse ausgelegte neue Werkstatt errichtet. Ein Teil des Gebäudes, in dem sich die bisherige Werkstatt befand, fiel Abrissarbeiten zum Opfer – hier war bis dato auch die IT der VHH untergebracht, sodass eine neue Rechenzentrumslösung her musste. „Zu Beginn des Projekts haben wir uns zunächst mit der Suche nach geeigneten Anbietern auf diesem Gebiet befasst“, erklärt Ole Jensen, Gruppenleiter der IT-Infrastruktur bei den Verkehrsbetrieben. Letztlich entschied sich das ÖPNV-Unternehmen für die Prior1 GmbH aus Sankt Augustin. „Wir haben nach einem kompetenten Partner gesucht, der uns bei der Ausarbeitung eines passenden Rechenzentrumkonzepts unterstützt und uns für die gesamte Planung sowie den Bau beratend zur Seite steht. Dennoch war es uns wichtig, genügend Raum für unsere eigenen Vorstellungen zu haben. Letztere konnten wir jederzeit einbringen und wussten, dass diese auch berücksichtigt werden“, erinnert sich Jensen.

Da im Rechenzentrum der Verkehrsbetriebe sämtliche Unternehmensdaten – angefangen bei den kaufmännischen Systemen über Personaldaten und Buchhaltung bis hin zu betrieblichen Systemen – vorgehalten werden und hier sämtliche Informationen zusammenlaufen, würde ein Ausfall den täglichen Betrieb stark beeinträchtigen. Die Fahrdienstleitung könnte die Disposition nicht wie gewohnt durchführen, sodass das gesamte Leitsystem vorübergehend zusammenbrechen würde. Besonders das Thema Sicherheit sollte daher bei der neuen IT-Landschaft nicht zu kurz kommen. Nach eingehender Betrachtung der Gegebenheiten entschied sich das Unternehmen für eine völlig neue Rechenzentrumslösung, die auf dem Betriebsgelände in Bergedorf errichtet wurde. Im Anschluss an die gemeinsame Abstimmung erfolgten einige öffentliche Ausschreibungen betreffend die einzelnen Gewerke, bei denen Prior1 den Verkehrsbetrieben in Bezug auf die Auswertung zur Seite stand und die jeweils besten Auftragnehmer im Sinne des Kunden ermittelte.

Monitoring ist kein Fremdwort


Im Zuge der Umsetzung einer State-of-the-Art-Lösung wird am Standort in Bergedorf nun eine Contai­nerlösung mit freier Kühlung betrieben, die besonders energieeffizient arbeitet. Auch hinsichtlich der konzeptionellen Gestaltung sowie der Zukunftsfähigkeit des Rechenzentrums wurden sämtliche Prozesse von dem externen RZ-Dienstleister begleitet. Ole Jensen konstatiert: „Angefangen bei der Ausschreibung über die Umsetzung bis hin zur finalen Abnahme haben wir alles in die Hände unseres Projektpartners gelegt. Wir hatten von Beginn an ein gutes Gefühl bei der Wahl unserer Berater und wurden nicht enttäuscht.“ Selbst in Situationen, in denen es in der Bauphase brenzlig wurde, nahm Prior1 die Zügel in die Hand. Aufgrund langjähriger Erfahrungen auf dem Gebiet der Rechenzentrumsplanung und des Baus selbiger wussten die Experten, mit zeitlichen Verzögerungen umzugehen.

Als einen Vorteil der neuen IT-Landschaft bewertet der Gruppenleiter der IT-Infrastruktur die Möglichkeit, nun Kennzahlen auswerten zu können. „Unser vorheriges Rechenzentrum war bereits in die Jahre gekommen und natürlich gewachsen. ‚Monitoring‘ beispielsweise war für uns ein Fremdwort: Hierfür existierte keine Basis. Heute sind wir hingegen in der Lage, alle Kennzahlen exakt zu erfassen und auszuwerten. Somit können wir unsere Werte nicht nur dokumentieren, sondern diese zugleich positiv beeinflussen. Unter anderem ergeben sich hierdurch deutliche Vorteile hinsichtlich der Stromkosten. Darüber hinaus sind wir durch die Neuanschaffungen in der Lage, unser Rechenzentrum effizienter zu betreiben.“

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2017. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Alles in allem zeigt sich Ole Jensen mit den Beratungs- und Betreuungsleistungen des Dienstleisters zufrieden. „Wir sind keine Rechenzentrumsbauer, sondern ein Verkehrsunternehmen. Daher war es eine Erleichterung, kompetente Fachleute an unserer Seite zu wissen, die sich mit dem Bau einer IT-Umgebung auskennen“, resümiert er den Projektablauf.


Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) ...

... sind das zweitgrößte Busverkehrsunternehmen Norddeutschlands. Der ÖPNV-Anbieter beschäftigt etwa 1.580 Mitarbeiter. Das Liniennetz erstreckt sich von Hamburg bis hin zu den holsteinischen Kreisen Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg. Die VHH verfügt über rund 560 Omnibusse und befördert mehr als 100 Millionen Fahrgäste pro Jahr. Dabei legt die Flotte des Unternehmens nahezu 32 Millionen Kilometer zurück.


Bildquelle: VHH

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