Alternative gefunden

Video-Meetings mit den Eltern

Aufgrund des vorübergehenden Lockdowns in Deutschland musste sich Die Kinderwelt gGmbH eine Alternative überlegen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Steffen Siegert, Leitung Bau & Projekte beim Unternehmen, berichtet im Interview, wie man das Problem angegangen ist.

Steffen Siegert von Die Kinderwelt

„Wir brauchten eine Lösung, die einfach ist und sicher funktioniert“, betont Steffen Siegert von Die Kinderwelt.

ITD: Herr Siegert, welchen Einfluss hat die Corona-Krise auf Ihre Arbeit als Betreiber von Kindertagesstätten im Raum Berlin ausgeübt?
Steffen Siegert:
Durch die vorübergehenden Schließungen von Kindertagesstätten im Frühjahr war der Einfluss natürlich groß und stellte uns und auch die betroffenen Eltern vor große Herausforderungen. Darüber hinaus konnten auch die Seminare und Einzelcoachings der Pädagogika, unseres Bildungszentrums für Pädagogen, nicht mehr wie gewohnt stattfinden. Für uns stellte sich schnell die Frage, wie wir die Bildungsangebote, die Kinderbetreuung und auch den Austausch mit den Eltern fortsetzen können.

ITD: Mit welchen Alternativen konnten Sie den Bildungsbetrieb und auch den Austausch mit den Eltern weiter aufrechterhalten?
Siegert:
Persönliche Treffen waren nahezu unmöglich und Telefongespräche wurden von uns als zu unpersönlich für das wichtige Thema „Kinderbetreuung“ angesehen. Elternabende der Kitas und die Kurse der Pädagogika sind per Telefonkonferenz schlicht nicht durchführbar. Wir haben uns deshalb dafür entschieden, es mit Videokonferenzlösungen zu versuchen. Das funktioniert bei Infoveranstaltungen oder Elternabenden sehr gut und bietet ausreichende Interaktivität. Das ist sehr wichtig, damit Eltern wichtige Fragen stellen und wir sie gemeinsam diskutieren können.

Für die Pädagogika mussten wir einen Ersatz für die sonst üblichen Blockseminare vor Ort finden. Wir haben uns auch hier für den Einsatz einer Videokommunikationslösung entschieden. Die Lernenden können sich so bei live gestreamten Seminaren zuschalten und Dozenten Fragen zu den Lerninhalten stellen. Dazu mussten wir für viele Angebote neue Konzepte finden, die in das neue Format passen. So sind die Seminarblöcke beispielsweise kürzer gestaltet, um regelmäßige Pausen vom Lernen am Bildschirm zu ermöglichen.

ITD: Vor welchem Hintergrund haben Sie sich für den Kommunikationsanbieter Mitel und dessen Videokonferenzlösung entschieden?
Siegert:
Wir haben zuerst ein paar kostenlose Anbieter ausprobiert, doch gab es dabei immer wieder Hindernisse – vor allem im Austausch mit Eltern, die es häufig ablehnten, die Client-Software zu installieren oder sich online umfassend registrieren zu müssen. Wir brauchten also eine Lösung, die einfach ist und sicher funktioniert. Wir haben bereits seit über einem Jahr eine Telefonanlage von Mitel und das Unternehmen hat im Frühjahr mit Miteam Meetings eine neue Videokonferenzlösung auf den Markt gebracht, die genau das bietet, was wir in diesem Zusammenhang benötigen – einschließlich der Möglichkeit zur Dateiablage, die auch nach der Sitzung bestehen bleibt und z.B. im nächsten Termin weiter genutzt werden kann.

ITD: Wie gestaltete sich die Einrichtung der Lösung? Mit welchen Herausforderungen und Stolpersteinen war dies verbunden?
Siegert:
Glücklicherweise sehr einfach. Durch die bereits bestehende Zusammenarbeit konnten wir Miteam Meetings problemlos in unsere bestehende Anwendung integrieren. Die neue Lösung hat es uns ermöglicht, einfach den Link zu einer Sitzung zu teilen und uns mit den Eltern via Webbrowser zu unterhalten. Damit konnten wir ihnen auch die Bedenken, sich neue Accounts einzurichten oder Clients herunterzuladen, nehmen.

Etwas schwieriger war die Umsetzung für die Dozenten im Bildungszentrum. Die digitale Komponente in der Lehre ist noch nicht so etabliert und die Ausbildung erfolgt oft noch nach sehr analogen Mustern. Hier mussten sich die Dozenten nicht nur an leere Seminarräume gewöhnen, sondern auch daran, vor der Webcam zu sprechen. Nach ein paar Wochen fühlte sich das aber gar nicht mehr so ungewohnt an.

ITD: Was schätzen die Anwender an der neuen Lösung, was fehlt ihnen bzw. stört sie vielleicht noch?
Siegert:
Wir haben durchweg positives Feedback erhalten. Die Funktionen der Lösung sind intuitiv einsetzbar, was sie sehr zugänglich macht.

ITD: Welche Rolle wird das Thema „Videokonferenzen“ nach Corona für Die Kinderwelt spielen?
Siegert:
Das Thema wird uns definitiv weiter begleiten. Mittlerweile sind die Einschränkungen nicht mehr ganz so streng wie im Frühjahr und auch der Präsenzunterricht in der Pädagogika ist prinzipiell wieder möglich. Dennoch wollen wir auf die Vorteile der digitalen Komponente nicht mehr verzichten. Über das Streaming können auch Erzieher an Fortbildungsangeboten teilnehmen, die nicht vor Ort sein können oder sich lieber remote zuschalten möchten. Die digitalen Optionen werden deshalb auch langfristig zumindest ein ergänzender Teil unseres Angebots bleiben.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 10/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Ein besonderes Einsatzszenario ist für uns auch unsere für Schulkinder konzipierte wissenschaftliche Mitmachwelt Extavium in der Potsdamer Innenstadt. Normalerweise besuchen uns dort regelmäßig Schulklassen, um Experimente erlebbar zu machen. Das geht momentan nur eingeschränkt und auch der umgekehrte Besuch in den Klassenräumen ist derzeit bedingt umzusetzen. Deshalb möchten wir in diesem Schuljahr die Experimente digital in die Schule bringen, wobei erneut Videokonferenzlösungen zum Einsatz kommen, um die Fragen der Kinder zu beantworten. Tatsächlich eröffnet das auch für naturwissenschaftliche Fächer neue Möglichkeiten, denn manche Experimente können in der Schule selbst nicht durchgeführt werden, aber bei uns und von unseren Experten.

Die Kinderwelt gGmbH ...

... ist ein anerkannter freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe. Das im Jahr 2004 gegründete Unternehmen betreibt frühkindliche Bildungseinrichtungen in Berlin und im Land Brandenburg. Dort betreuen über 360 Mitarbeiter sowie kooperierende Kindertagespflegepersonen rund 2.200 Kinder auf ihren ersten Schritten ins Leben.


Bildquelle: Die Kinderwelt gGmbH

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