Rechenzentren

Viel Platz für alle IT-Betriebsmodelle

Im Interview skizziert Jens Prautzsch, Geschäftsführer der Interxion Deutschland GmbH, aktuelle Anforderungen an Colocation-Anbieter, den Trend zum hybriden Cloud-Betrieb und die Auswirkungen der zunehmenden Digitalisierung auf Rechenzentrumsbetreiber.

  • Jens Prautzsch, Geschäftsführer der Interxion Deutschland GmbH

    Jens Prautzsch, Geschäftsführer der Interxion Deutschland GmbH.

  • Jens Prautzsch, Geschäftsführer der Interxion Deutschland GmbH

    „Unser Cloud-Hub bietet den Kunden sowohl Zugang zu sämtlichen marktführenden Cloud-Anbietern als auch zu rund 700 Carriern und ISPs“, erklärt Prautzsch.

  • Jens Prautzsch, Geschäftsführer der Interxion Deutschland GmbH

    Der RZ-Hotspot Frankfurt sei deshalb für viele internationale Kunden so interessant, weil er in der Mitte Europas liege.

  • Jens Prautzsch, Geschäftsführer der Interxion Deutschland GmbH

    „Viele, der im Zuge von Edge Computing erhobenen Daten müssen in eine zentrale Cloud fließen. Dafür werden nach wie vor klassische Rechenzentren und Infrastrukturen benötigt“, so Prautzsch.

  • Jens Prautzsch, Geschäftsführer der Interxion Deutschland GmbH

    Für die Versorgung der Rechenzentren kaufe man ausschließlich Strom aus regenerativen Energiequellen ein, wofür auch höhere Preise in Kauf genommen würden.

IT-DIRECTOR: Herr Prautzsch, Interxion bietet einen „Deutschen Cloud Hub“ an. Was kann man sich darunter vorstellen?
J. Prautzsch: Im Rahmen des Hubs stellen wir unseren Kunden einen carrier- und cloud-provider-neutralen Zugang zu Rechenzentrumsressourcen bereit. Grundsätzlich bieten wir weder eigene Cloud- noch Software-Services an. Vielmehr ermöglichen wir den Kunden neben dem IT-Betrieb in Eigenregie in unseren Rechenzentren auch einen unkomplizierten Zugang zu den Lösungen der großen Public-Cloud-Provider.

IT-DIRECTOR: Worauf kommt es dabei besonders an?
J. Prautzsch: Wichtig ist, dass wir in unserer Cloud-Connect-Plattform sämtliche marktführenden Cloud-Anbieter wie Amazon Web Services, Azure, Google Cloud, IBM und Oracle integriert haben als auch die direkte Verbindung zu rund 700 nationalen und internationalen Carriern und ISPs vor Ort anbieten können.

IT-DIRECTOR: Wie gestaltet sich aktuell die Nachfrage nach solchen Cloud-Services?
J. Prautzsch: Wir bemerken zwei große Wellen: Zunächst mieten immer mehr Public-Cloud-Provider bei uns Flächen und Kapazitäten an, um ihre Ressourcen speziell aus deutschen Rechenzentren heraus zur Verfügung stellen zu können. Auf lange Sicht werden immer mehr Cloud-Provider auf diesen Zug aufspringen und sich der Bereitstellung von Cloud-Services aus Colocation-Rechenzentren anschließen.

IT-DIRECTOR: Wie sieht es auf Kundenseite aus?
J. Prautzsch: Das ist unterschiedlich. Es gibt Kunden, die sich für eine Cloud-Nutzung auf breiter Front entschieden haben. Andere hingegen stehen noch am Anfang. Überdies nutzen viele Anwenderunternehmen hybride Modelle, wobei sie sich bewusst dazu entschieden haben, kritische Applikationen nicht in Cloud-Umgebungen zu betreiben.

Alles in allem bemerkten wir in den letzten zwölf Monaten verstärkt, dass immer mehr IT-Entscheidungsträger willens sind, den Schritt in die Cloud zu wagen. So generieren wir bei bis zu 80 Prozent unserer Neukunden mittlerweile ein reines Cloud-Geschäft; die restlichen setzen auf on premise.

IT-DIRECTOR: Um welche Unternehmen handelt es sich dabei?
J. Prautzsch: Es hängt weniger von der Firmengröße als vielmehr vom Geschäftsmodell ab. Mittelständler und Großunternehmen, die in Sachen Digitalisierung schon sehr weit sind, bevorzugen Cloud-Modelle.

IT-DIRECTOR: Welche Branchen zeichnen sich durch einen hohen Digitalisierungsgrad aus?
J. Prautzsch: Unternehmen, die ausschließlich auf digitale Plattformen wie etwa im E-Commerce setzen, haben die Nase vorn. Zudem arbeiten die meisten Start-ups rein digital. Hinzu kommen Medienunternehmen oder Finanzinstitute, die hinsichtlich der Digitalisierung immer mehr nachziehen. Im Gesundheitswesen oder in klassischen Produktionsbetrieben hingegen hinkt man eher etwas hinterher.

IT-DIRECTOR: Was bedeutet dies genau?
J. Prautzsch: In die Cloud gehen vor allem Unternehmen, die einen hohen Anteil digitaler Prozesse besitzen. Allerdings müssen sich vorhandene Applikationen erst einmal in der Cloud betreiben lassen, was nicht immer der Fall ist. Generell tun sich viele Kunden leicht, Office-Anwendungen aus der Cloud zu beziehen. Geht es jedoch um geschäftskritische Kernsysteme, bleibt die Cloud-Nutzung außen vor.

Grundsätzlich besitzen sämtliche IT-Betriebsmodelle ihre Berechtigung. Wie schon sooft in der Geschichte der IT-Branche durchschreiten auch Cloud-Technologien gewisse Lebenszyklen. Je nach Kritikalität wandern Systeme in die Cloud oder nicht, etwa wenn bestimmte Vorgaben hinsichtlich Datenschutz oder Speicherort existieren. Dementsprechend gestalten wir unser Angebot flexibel, sodass die Kunden in den Colocation-Rechenzentren sowohl Private- und Public-Cloud-Ressourcen als auch On-Premise-Installationen nutzen können.

IT-DIRECTOR: Auf Ihrem Campus in Frankfurt planen Sie aktuell den Bau Ihres fünfzehnten Rechenzentrums. Was macht den Standort so attraktiv?
J. Prautzsch: Frankfurt befindet sich geografisch gesehen sowohl in der Mitte Europas als auch Deutschlands, weshalb der Standort für viele internationale Kunden interessant ist. Zudem verfügen wir vor Ort über hochwertige Glasfasertrassen, die insbesondere Finanzinstituten, die auf extrem kurze Latenzzeiten bei der Datenübertragung angewiesen sind, in die Karten spielen.

IT-DIRECTOR: Wie werden die kurzen Latenzzeiten ermöglicht?
J. Prautzsch: Zum einen befindet sich mit dem De-Cix einer der weltweit größten Internetknoten in unmittelbarer Nähe unseres Standorts. Zum anderen verlaufen die zwei größten europäischen Glasfasertrassen mitten durch das Frankfurter Ostend, wo unser Campus eingebettet in einem großen Industriegebiet liegt.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

IT-DIRECTOR: Was denken Sie, inwieweit die hiesigen Glasfaserkapazitäten ausreichen, um die künftige Vernetzung im Rahmen von autonomem Fahren, Smart Home und Künstlicher Intelligenz zu stemmen?

J. Prautzsch: Hinsichtlich der Glaserverbindungen sind wir im Backbone in Deutschland sehr gut aufgestellt. Es gibt zahlreiche Anbieter und eine große Anzahl redundanter Verbindungen. Anders im Access-Bereich, d.h. bei der Anbindung von Privathaushalten oder Firmenstandorten an die Netze, wo die Qualität der Anschlüsse zu wünschen übriglässt. Nach wie vor sind überdies noch viel zu wenige Haushalte an Glasfaser angeschlossen.

IT-DIRECTOR: An welcher Stelle der fortschreitenden Vernetzung kommen Sie als Rechenzentrumsbetreiber ins Spiel?
J. Prautzsch: 5G-basierte, dezentrale Geschäftsmodelle werden künftig dafür sorgen, dass der Datenverkehr an den großen Knotenpunkten deutlich zunehmen wird. Parallel dazu werden immer mehr kleinere, dezentrale Knotenpunkte etabliert, die entsprechende Performance bieten müssen – Stichwort Edge Computing. So muss beim autonomen Fahren der Datenaustausch über Mini-Rechenzentren entlang der Straße gewährleistet werden können.

Wir beschäftigen uns intensiv damit, wie sich der Rechenzentrumsmarkt künftig weiterentwickeln wird. Letztlich müssen viele, der im Zuge von Edge Computing erhobenen Daten in eine zentrale Cloud fließen, wo sie wiederum verarbeitet und gespeichert werden. Dafür werden nach wie vor klassische Rechenzentren und Infrastrukturen benötigt.

IT-DIRECTOR: Aktuell wird gerade FRA 14 und damit das viertzehnte Rechenzentrum auf Ihrem Frankfurter Campus gebaut. Der Startschuss für das fünfzehnte Datacenter ist wie erwähnt ebenfalls schon gefallen. Das hört sich nach enormem Wachstum an ...
J. Prautzsch: Genau, denn momentan befindet sich die gesamte Rechenzentrumsbranche in einer immensen Wachstumsphase. Diese wird einerseits dadurch getrieben, dass es immer mehr Applikationen gibt, die Daten produzieren, sammeln und verarbeiten – und mit 5G wird die nächste große Welle auf uns zurollen. Andererseits wollen wie oben erwähnt immer mehr Unternehmen Teile ihrer IT oder die gesamte IT in die Cloud hieven. Hierfür werden leistungsfähige Cloud-Infrastrukturen benötigt, die den Austausch und die Verarbeitung der Daten ermöglichen. Vor diesem Hintergrund suchen wir in Frankfurt und andernorts kontinuierlich nach neuen Flächen, um weitere Rechenzentren zu etablieren.

IT-DIRECTOR: Was spricht generell für einen RZ-Standort in Deutschland?
J. Prautzsch: Allein aufgrund der schieren Größe ist Deutschland ein hochattraktiver Markt für Rechenzentrumsbetreiber. Dabei hat sich Frankfurt mittlerweile zu einem Hotspot der Datacenter-Branche entwickelt. Die Finanzmetropole gilt als wichtiger Anziehungspunkt für US-amerikanische und asiatische Cloud-Anbieter, auch da hier die Qualität der gebotenen Infrastrukturen und Services sehr hoch ist.

IT-DIRECTOR: Dennoch haben sich zuletzt viele große Plattformanbieter für andere Standorte – etwa im skandinavischen Raum – entschieden, ...
J. Prautzsch: ... weil die hiesigen hohen Strompreise dem RZ-Geschäft eher abträglich sind, sodass die Energiekosten zunehmend die Standortfrage entscheiden können. Zum Hintergrund: Im Rahmen der EEG-Umlage werden manche energieintensiven Branchen steuerlich begünstigt. Die RZ-Branche bleibt davon jedoch nach wie vor ausgeklammert.

IT-DIRECTOR: Warum lässt sich die Politik nicht davon überzeugen, die Regelungen für Ihre Branche zu überdenken?
J. Prautzsch: Zum einen sind die Vertreter der Rechenzentrumsbranche in Berlin nicht so stark vertreten wie etwa die Software- oder Telekommunikationsanbieter. Zum anderen greifen die föderalen Strukturen: So wird die Steuergesetzgebung zwar vorrangig vom Bund geregelt, konkrete Standortfragen hingegen müssen wir mit der Stadt Frankfurt klären, beispielsweise wenn es um Baugenehmigungen für neue Datacenter oder die Stromversorgung geht.

<h1>In diesem Zusammenhang haben sich einige Anbieter unter dem Dach des Internetverbands Eco unlängst zur „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen in Deutschland“ zusammengefunden. Sie wollen nicht nur die Interessen der Branche gemeinsam nach außen vertreten, sondern auch die Digitalisierung vorantreiben, damit Deutschland im internationalen Wettbewerb nicht den Anschluss verliert. Denn die Treiber der Digitalisierung wie das Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz oder Robotik funktionieren nur mit im Hintergrund gut funktionierenden, leistungsfähigen Infrastrukturen.</h1>

IT-DIRECTOR: Wie lassen sich Energiekosten im RZ-Umfeld senken?
J. Prautzsch: Aufgrund des hohen Energieverbrauchs besitzt die RZ-Branche hinsichtlich der Nachhaltigkeit nicht den allerbesten Ruf. Allerdings können RZ-Betreiber, die Strom sparen, gleichzeitig auch ihre Betriebskosten deutlich senken. Von daher sind sie per se daran interessiert, alle Datacenter möglichst energieeffizient zu betreiben.

In diesem Zusammenhang setzen wir auf ein standardisiertes Design für alle unsere Rechenzentren. Daneben legen wir großes Augenmerk darauf, noch effizientere Baumaßnahmen durchzuführen. Nicht zuletzt nutzen wir sämtliche natürlichen Begebenheiten, um den Stromverbrauch so gering wie möglich zu halten. So kühlen wir, wann immer es möglich ist, mit der Außenluft. Wir arbeiten mit Freikühlsystemen und schotten die zu kühlenden Bereiche im Rechenzentrum mittels entsprechender Kaltgangeinhausungen ab.

IT-DIRECTOR: Wie realisieren Sie die Energieversorgung der Datacenter?
J. Prautzsch: Wir kaufen ausschließlich Strom aus regenerativen Energiequellen ein, wofür wir auch höhere Preise in Kauf nehmen. Hierbei arbeiten wir eng mit dem regionalen Energieversorger Mainova und dessen Tochterunternehmen NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH zusammen. Daneben betreiben wir gemeinsam mit dem Energiedienstleister ein eigenes Umspannwerk auf unserem Campus. So können wir langfristig sicherstellen, dass wir genügend Kapazitäten für unseren Standort haben.

IT-DIRECTOR: Lassen Sie uns nicht nur über neue Bauvorhaben, sondern auch über Bestandsrechenzentren sprechen. Wie ist es um den Modernisierungsbedarf der älteren Gebäude auf Ihrem Campus bestellt?
J. Prautzsch: Das älteste Rechenzentrum stammt aus unserer Gründungszeit und ist mittlerweile 20 Jahre alt, wobei wir ältere Datacenter auch kontinuierlich modernisieren müssen. In diesem Rahmen begutachten wir alle Rechenzentren in gewissen Zyklen und überprüfen, ob die Infrastrukturen noch den aktuellen Qualitätsanforderungen entsprechen. Um möglichen Ausfällen vorzubeugen, tauschen wir in die Jahre gekommene Komponenten regelmäßig gegen neue aus. Auf diese Weise werden bis zu 50 Prozent unserer IT-Operations-Ressourcen nicht für Neubauten, sondern für den Betrieb der Bestandsrechenzentren in Anspruch genommen.

IT-DIRECTOR: In Frankfurt sind wie in vielen anderen deutschen Großstädten Bauplätze Mangelware. Wie gehen Sie mit dieser Situation um?
J. Prautzsch: Wir errichten das neue Rechenzentrum FRA 15 auf einem hinzugekauften Grundstück, das direkt an unseren Campus grenzt. Bei diesem und auch bei den jüngst eröffneten Rechenzentren haben wir in die Höhe gebaut.

Meiner Ansicht nach gibt es in Frankfurt und auch in anderen deutschen Städten durchaus noch genügend freie Flächen, um moderne Datacenter zu errichten. Kann man es sich leisten, die Rechenzentren außerhalb der Stadtgrenzen zu errichten, stellt die Suche nach einem geeigneten RZ-Standort überhaupt kein Problem mehr dar.

IT-DIRECTOR: Welche architektonischen Dinge gilt es, bei der Errichtung zu beachten?
J. Prautzsch: Baut man auf der grünen Wiese, ist man hinsichtlich der Gestaltung relativ frei. In einem Industriegebiet wie unserem müssen wir uns an gewisse Vorgaben halten. So werden wir bei FRA 15 auf eine besonders attraktive Fassade achten.

IT-DIRECTOR: In der Regel sollten Rechenzentren weder direkt an Straßen oder Bahnschienen angrenzen noch in Einflugschneisen liegen ...
J. Prautzsch: Willkommen im Frankfurter Ostend, wo all diese Faktoren zusammenkommen. Hier muss man die Standortvor- und -nachteile abwägen. RZ-Hotspots wie in Amsterdam liegen sogar unter Normalnull, was sich dort nun mal nicht anders realisieren lässt. Generell gilt: Je näher Rechenzentren an Ballungsgebieten gebaut werden, desto höher sind bestimmte Risiken.

Da unsere Kunden ihre IT jedoch zumeist redundant betreiben, verlassen sie sich nicht allein auf einen Standort. Die großen Cloud-Provider haben sogar ein weltumspannendes Netz an verfügbaren RZ-Ressourcen aufgebaut, um Vorsorge zu treffen.

IT-DIRECTOR: Wie erwähnt etablieren viele IT-Anbieter derzeit Rechenzentren in skandinavischen Ländern. Ist das ein klarer Trend der RZ-Branche?
J. Prautzsch: Wir bemerken definitiv einen zunehmenden internationalen Wettbewerb um attraktive Rechenzentrumsflächen. Dabei bleiben hiesige RZ-Standorte nach wie vor gefragt. Zwar ist Deutschland hinsichtlich des Strompreises im internationalen Vergleich eher benachteiligt. Allerdings findet man in kaum einem anderen Land eine so hohe Qualität der Infrastruktur vor – schon gar nicht in den nordischen Ländern. Von daher gehe ich nicht davon aus, dass skandinavische Datacenter unser Geschäft beeinträchtigen werden. Denn dort können weder extrem kurze Latenzzeiten noch die Auswahl an über 700 verschiedenen Carriern und ISPs geboten werden.

Generell besitzen wir in Deutschland das stabilste Stromnetz in Europa. Rückblickend bemerkten wir in unserem eigenen Stromnetz innerhalb der letzten 24 Monate ein- oder zweimal kleine Zuckungen, die eher manuell ausgelöst wurden, als dass die Versorger sie verursacht hätten.

IT-DIRECTOR: Wie stabil wird das Stromnetz künftig sein, wenn immer mehr regenerative Energiequellen eingebunden werden?
J. Prautzsch: Die Netze der Energieversorger laufen über sehr viele Knotenpunkte, sodass die Einspeisung selbst zwar zu Schwankungen führen könnte, die Verteilung hingegen über das Netz ausgeglichen werden kann.

IT-DIRECTOR: Interxion feiert dieses Jahr zwanzigjähriges Firmenjubiläum. Was waren die Höhepunkte der Vergangenheit, was bringt die Zukunft?
J. Prautzsch: Die enge Kooperation mit dem De-Cix war von Beginn an ein wichtiger Treiber für das Wachstum von Interxion. In der letzten Zeit hat uns der feste Glaube an den Erfolg hybrider Cloud-Modelle vorangebracht. Dabei haben wir von jeher das Ziel verfolgt, Colocation-Services carrier- und cloud-neutral anzubieten.

Wir verzeichnen hohe jährliche Wachstumsraten von 20 bis 30 Prozent, was sowohl unsere Führungsebene als auch die einzelnen Teams vor große Herausforderungen stellt. In diesem Zusammenhang sind wir stets auf der Suche nach entsprechenden Fachkräften. Gleichzeitig bilden wir unsere Mitarbeiter aus und bauen analog zu den technologischen Entwicklungen neue Fähigkeiten auf.

IT-DIRECTOR: Wie gewinnen Sie neues Fachpersonal? Oder brauchen Sie dieses künftig gar nicht, da Künstliche Intelligenz und Roboter menschliche Arbeit obsolet machen?
J. Prautzsch: Für uns wie auch für andere Branchen gilt, dass immer mehr Prozesse automatisiert werden. Dennoch wird man in Rechenzentren stets die menschliche Intelligenz benötigen, die Abläufe so betrachtet und einschätzt, wie Maschinen es nie tun können.

Aktuell gibt es beim Betrieb und der Wartung der Rechenzentren noch viele manuelle Tätigkeiten, die künftig teilweise durchaus automatisiert werden könnten. Ich glaube, dass wir uns dann zwar intensiv digitaler Hilfsmittel bedienen werden, diese die menschlichen Tätigkeiten allerdings nur ergänzen werden. In den Rechenzentren könnte es sich um die Nutzung von Künstlicher Intelligenz oder Virtual-Reality-Brillen für die Wartung handeln.

IT-DIRECTOR: Wo finden Sie das angesprochene Fachpersonal?
J. Prautzsch: Die Suche nach IT-Fachkräften gestaltet sich in Frankfurt schwierig, da hier nicht nur die RZ-Branche zahlreich vertreten ist, sondern auch viele große Anbieter aus dem Finanz- und Internetbereich nach passendem Personal suchen.

Aufgrund unseres Wachstums beschäftigen wir uns derzeit verstärkt mit Employer Branding. Denn während RZ-Betreiber früher eher als graue Mäuse galten, müssen sie sich am Arbeitsmarkt inzwischen bestmöglich verkaufen. Dabei stellen wir nicht nur IT-Spezialisten ein, sondern suchen vorrangig auch nach Elektroingenieuren, Klimatechnikern oder Bauspezialisten.

Jens Prautzsch
Alter:
50 Jahre
Werdegang:
CEO bei der M-Net in München; zuvor verschiedene Führungspositionen bei Telefónica o2
Derzeitige Position:
seit Januar 2017 Geschäftsführer bei Interxion Deutschland
Hobbys:
Skifahren, Segeln, Golf

Bildquelle: Jörg Ladwig

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