Flash im Trend

Virtualisierung krempelt Rechenzentren um

„Wie man bei Tape sieht“, so Christoph Spitzer, Senior Systems Engineer bei Tintri, „halten sich auch totgesagte Technologien oft länger, als man glauben möchte.“ Im Moment gehe der Trend allerdings zu Flash, weil die virtualisierten Unternehmensapplikationen einfach sehr performance-hungrig seien und Flash auch sonst einige Vorteile biete.

Christoph Spitzer, Tintri

„Die Virtualisierung hat das Rechenzentrum bereits in weiten Teilen umgekrempelt“, meint Christoph Spitzer von Tintri.

IT-DIRECTOR: Herr Spitzer, welche Speichermethoden nutzen Großunternehmen tatsächlich anno 2016? Und welche Faktoren üben hierbei einen Einfluss aus?
C. Spitzer:
Tatsächlich finden sich auch heute noch so gut wie alle bekannten Speichertechnologien in Unternehmen wieder. Selbst Tape hat noch jede Menge Fans, da damit beispielsweise hohe Mengen an alten Daten für die Archivierung kostengünstig gespeichert werden können. Prinzipiell werden auch ältere Systeme und Technologien oft noch lange nach der Abschreibung genutzt, da sich Infrastruktur und Prozesse nicht so einfach ändern lassen. Die fortschreitende Virtualisierung stellt hingegen eine echte Zäsur für die meisten Unternehmen dar, da herkömmliche Speicher, mit Technologien für eine physische IT, für die Virtualisierung einfach nicht geeignet sind. Spätestens wenn die Applikationen zu langsam laufen oder der Verwaltungsaufwand überhand nimmt, merken Unternehmen, die schon einen Großteil ihrer Workloads virtualisiert haben, dass sie auch Speicher für ihr virtuelles Rechenzentrum benötigen. Flash bietet zwar höhere Performance, aber erst VM-zentrischer Speicher löst das Problem, gleicht Virtualisierungs-Layer und Speicher optimal an und reduziert so dramatisch die ansonsten aufwendige Speicheradministration.

IT-DIRECTOR: Die Technik verändert sich bekanntlich rapide: Halten Sie es für möglich, dass es in zehn oder 20 Jahren bestimmte Speicherformate nicht mehr gibt?
C. Spitzer:
Wie man bei Tape sieht, halten sich auch totgesagte Technologien oft länger, als man glauben möchte. Im Moment geht der Trend zu Flash, weil die virtualisierten Unternehmensapplikationen einfach sehr performance-hungrig sind und Flash auch sonst zahlreiche Vorteile bietet. Weniger Platz- und Stromverbrauch beispielsweise. Langfristig wird der Trend wohl zu NVM gehen, der nächsten Stufe von Flash-Speicher. Die Innovationen derzeit finden sowieso eher auf der Software-Seite statt, da Virtualisierung und Cloud-Technologien Einzug gehalten haben und Speicher gefragt ist, der den Herausforderungen der Zeit gerecht wird. Funktionen wie flexible Skalierung, vorausschauende Speicheranalysen oder die Verwaltung von Speicher auf VM-Ebene sind eben wichtiger als die Art der Hardware, auf der Daten gespeichert sind.

IT-DIRECTOR: Wie können Großunternehmen ihre Speicherinfrastruktur strategisch weiterentwickeln, um zukünftige Anforderungen abzudecken? Wie sollten Unternehmen hier vorgehen?
C. Spitzer:
Wenn man für die Zukunft plant, braucht man vor allem zwei Dinge: zum einen, vorausschauende Analysen, die dabei helfen, zukünftigen Bedarf nicht nur für Kapazität, sondern auch für Workloads präzise vorherzusagen. Zum anderen benötigt man eine Speicherplattform, die flexibel mit den Bedürfnissen des Unternehmens mitwachsen kann, sodass man kein Budget für ungenutzte Speicherressourcen verschwendet. Bisher war die Beschaffung von Speicher eher ein Ratespiel. Mit neuen, intelligenten Lösungen weiß man vorab, was benötigt wird, und fügt quasi in Echtzeit nur die benötigten Ressourcen hinzu. Sehr wichtig sind auch die Nutzung von offenen Standards und Open Source, um teure Herstellerbindung zu vermeiden. Openstack ist beispielsweise eine offene Plattform, die in Zukunft eine große Rolle spielen könnte. Und wer schon heute von offenen Standards profitieren will, sollte für seinen Speicher auf NFS und SMB setzen.

IT-DIRECTOR: Welche Faktoren beeinflussen Ihrer Meinung nach die zukünftigen Entwicklungen am Storage-Markt?
C. Spitzer:
Die Virtualisierung hat das Rechenzentrum bereits in weiten Teilen umgekrempelt und für zahlreiche Neuentwicklungen auch auf der Storage-Seite gesorgt, wie etwa VM-zentrischen Speicher. Der nächste Schritt ist der in die hybride Cloud, den nur Unternehmen gehen können, die voll auf Virtualisierung setzen. Dieser Trend hat bereits begonnen und wird sich in den nächsten paar Jahren noch weiter beschleunigen. Mittelfristig werden Unternehmen wohl mehr und mehr Dienste von Cloud-Dienstleistern beziehen und im eigenen Rechenzentrum mit Flash und NVM arbeiten, um hohe Performance zu garantieren.

Bildquelle: Tintri

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok