Harting-Technologiegruppe setzt auf Datacore-Software

Virtuelles SAN liefert Hochverfügbarkeit für SAP

Die Harting-Technologiegruppe setzt auf ein virtuelles Storage Area Network (SAN) und erhält im Zuge der Speichervirtualisierung die gewünschte Hochverfügbarkeit ­sowie eine deutliche Performance-Erhöhung der SAP-/VMware-Umgebung.

Storage Area Networking (SAN)

Die Harting-Technologiegruppe produziert u.a. elektromagnetische Komponenten für die Automobilindustrie sowie Lösungen für die Verbindungs- und Netzwerktechnik.

Die IT-Systeme bei Harting betreut ein ca. 60-köpfiger IT-Mitarbeiterstab am Hauptstandort Espelkamp. Dort werden auch zentrale Applikationen wie SAP, Exchange, die CAD-Entwicklungs-Software oder das Product Lifecycle Management (PLM) bereitgestellt. Im Frühjahr 2010 stand eine reguläre Erneuerung der Storage-Hardware auf dem Plan. Bislang wurden Modelle aus der Symmetrix- und Clariion-Familie von EMC sowie eine HDS-Maschine eingesetzt. Die Systeme für die unternehmenskritischen SAP-Server waren direkt angebunden, daneben betrieb man seit mehreren Jahren eine virtuelle Serverfarm unter VMware ESX. Ein Storage Area Network unter der Datacore-Software SANsymphony versorgte die Farm mit virtueller, hochverfügbarer Speicherkapazität.

„Der technische Ansatz der Datacore-Speichervirtualisierung hat uns zugesagt, da sie Hochverfügbarkeit unabhängig von der Hardware erzeugt und flexible Migrationsszenarien ermöglicht. Die Software hat sich als sinnvolle Ergänzung unserer VMware-Umgebung bewährt und gewährleistet die hohe Verfügbarkeit, die wir dort speicherseitig benötigen“, erklärt Rudolf Laxa, Teamleiter Operations and Data Center bei Harting. Vor diesem Hintergrund wurde das Anforderungsprofil für die anstehende Erneuerung erstellt. Die neue ­Lösung sollte eine Speicherkapazität von über 100 Te­rabyte (TB) für Tier-1- sowie 25 TB für Tier-2-Daten bieten.

Gefordert waren dabei mehr als 60.000 IOPS für die SAP-Umgebung. Neben der Vereinfachung und Konsolidierung der FC-Umgebung durch ein zentrales Management war eine Verfügbarkeit über 99,99 Prozent oberste Prämisse. Gesucht wurde eine Lösung, die einen transparenten automatischen Failover und die Wiederherstellung zwischen den Rechenzentren automatisch ohne Administratoreingriffe bewerkstelligt. Nach der Überprüfung verschiedener Konzeptionen schafften es drei Anbieter in die engere Auswahl. Das beste Preis-Leistungs-Gesamtpaket gab schließlich der IT-Dienstleister ISO Datentechnik aus Georgsmarienhütte ab. Im Konzept des langjährigen Hitachi-Partners waren HDS AMS-Systeme zusammen mit Datacore-Software vorgesehen.

375-TB-SAN im Rekordtempo

Nach der Auswahl fiel der Startschuss für das neue Projekt. Die ISO Datentechnik errechnete konventionell einen Bedarf von 440 HDDs für 79.200 IOPS für die vorliegende Umgebung. Entsprechend wurden Hardware und Software konzipiert und konfiguriert. Danach erfolgte die Inbetriebnahme der neuen Storage-Systeme. Zu den vorhandenen Datacore-Servern für die VMware-Umgebung wurden zwei weitere Disk-Server für die SAP-Umgebung integriert. Die Software SANsymphony läuft dabei auf herkömmlichen Dell-Maschinen, die auf Empfehlung des Dienstleisters mit einem großzügigen RAM ausgestattet wurden. Die Virtualisierungs-Software nutzt den RAM für das Caching und kann dadurch die Performance auch der neuen Disk-Systeme weiter verbessern.

Desweiteren ermöglicht die Software das zentrale Management des Disk-Speichers und stellt ihn physischen oder virtuellen Maschinen als virtuelles Speicherlaufwerk zur Verfügung. Von der zentralen Konsole aus werden mit wenigen Mausklicks virtuelle Platten eingerichtet, mit synchroner Spiegelung versehen und den physischen wie virtuellen Servern zugewiesen. Gespiegelte virtuelle Laufwerke bieten die gewünschte Hochverfügbarkeit, da der Autofailover sowie die automatische Resynchronisierung den temporären Ausfall einer Redundanzseite – geplant oder ungeplant – kompensiert, ohne jeglichen Stillstand des Betriebs oder einen Eingriff der Mitarbeiter.

Die virtuellen Platten können im laufenden Betrieb bewegt, migriert, dupliziert und gesichert werden. So kamen Harting in der Migrationsphase die Datacore Proxy Volumes zugute, die als Tertiärkopie zwischen den Hardware-Systemen verschoben werden können. Snapshots werden als Sicherungskopien genutzt, während die integrierte asynchrone Spiegelung für das Disaster Recovery derzeit nicht im Einsatz ist. Die dynamische Speicherplatzbelegung (Thin Provisioning) wird bei Harting derzeit nur punktuell eingesetzt, auch um Erfahrungen mit dem Umgang zu machen.

Seit der Migration sind keine Ausfälle an den Systemen zu beklagen. Damit dies so bleibt, wurde der externe Dienstleister damit betraut, das Gesamtsystem an ein bis zwei Manntagen im Monat zu warten und zu testen. Dabei wurden bei einem Test des Gesamtsystems bis zu 30 Prozent kürzere Antwortzeiten für die SAP-Umgebung gemessen.
Die Integritätsprüfung der R3-Datenbanken, die früher acht Stunden in Anspruch nahm, ist heute nach zwei Stunden abgeschlossen. Angedacht ist nun, in einigen Monaten auf die neue SANsymphony-V-Plattform umzusteigen. Neben funktionalen und administrativen Erweiterungen interessiert sich Rudolf Laxa insbesondere für die integrierte CDP-Technologie für die kontinuierliche Datensicherung.

Die Harting-Technologiegruppe

Das Unternehmen entwickelt maßgeschneiderte Lösungen und Produkte für die Energie- und Datenübertragung. Außerdem produziert man elektromagnetische Komponenten für die Automobilindustrie und ist Spezialist für industrielle Anwendungen in Form von Gehäusen, Verkabelungen oder Konfektionen von Einzel- oder Komplettsystemen sowie automatisierten Verkaufssystemen. Das internationale Unternehmen mit Hauptsitz in Espelkamp/Nordrhein-Westfalen beschäftigt mehr als 3.300 Mitarbeiter.
Im Internet: www.harting.de

Bildquelle: © Harting

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