IT-Totalausfall

Virusalarm in Frankfurt

Die Internetseiten der Stadt Frankfurt sind derzeit inaktiv, nachdem am Mittwoch ein Sicherheitsvorfall die Verantwortlichen gezwungen hatte, die städtischen Server herunterzufahren.

Viren iom Rasterelektronenmikroskop

Die Stadt Frankfurt wird von einem Virus heimgesucht. Betroffen sind jedoch nicht die Atemwege, sondern die städtische IT-Landschaft.

Seiten-Ladefehler“ – das ist derzeit die einzige Antwort, die man erhält, wenn man die Internetpräsenz der Stadt Frankfurt aufruft. Dass die Seiten derzeit offline sind erklärte IT-Dezernent Jan Schneider von der CDU damit, dass eine E-Mail mit Schadsoftware an einen Mitarbeiter geschickt wurde. Ob es sich um einen gezielten Angriff handele, sei derzeit noch nicht abzusehen.

Der Ausfall führt dazu, dass Mitarbeiter nicht auf wichtige Daten zugreifen können, weshalb der Publikumsverkehr derzeit auch nur äußerst eingeschränkt stattfinden kann. Auf ihrem Twitter-Account teilte die Stadt mit, dass die technischen Probleme andauern: „Auch am Donnerstag sind die städtischen Online-Angebote vorerst nicht erreichbar und der Publikumsverkehr in allen Ämtern nicht möglich. Im Laufe des Tages werden die Systeme voraussichtlich wieder hochgefahren“, liest man dort.

Diesen Ausfall nimmt IT-Security-Experte Thorsten Urbanski von Eset zum Anlass, die aktuelle Sicherheitslage zu kommentieren: „Der Cyberangriff auf die Stadt Frankfurt zeigt erneut sehr deutlich, dass Unternehmen und Behörden permanent angegriffen werden. Bereits seit Tagen ist die Uni Gießen offline, auch hier hat ein Schadprogramm die Systeme lahmgelegt. Diese Fälle verdeutlichen, dass Vorsorge besser ist als Nachsorge. Insbesondere in Deutschland beobachten wir hier einen massiven Nachholbedarf.“ Der Experte kritisiert, dass das Thema IT-Security bei vielen Planungen noch zu kurz komme, schlecht budgetiert oder als Projekt betrachtet werde, dass mit dem Erwerb einer Antimalware-Lösung abgeschlossen sei, obwohl es viel eher ein Prozess sei, der sich stets an verändernde Rahmenbedingungen anpassen müsse.

„Der Schutz der IT-Infrastruktur endet dabei nicht beim Einsatz von Antivirenlösungen“, so Urbanski weiter. Vielmehr sollten seiner Ansicht nach Unternehmen wie auch Behörden konzeptionell weiterdenken. Der parallele Einsatz von cloudbasierten Sandboxing-Technologien erweitere das Abwehrarsenal enorm und erhöhe das Schutzniveau auch bei unbekannten Bedrohungen, erklärt der Experte und gibt zu bedenken: „So können beispielsweise gefährliche E-Mails bereits vor der Zustellung geprüft und so ein IT-Ausfall vermieden werden.“

Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images Plus

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