Rückblick

Vor zehn Jahren: Microsoft startet Bing

Am dritten Juni 2009 schaltet Microsoft seine neue Suchmaschine Bing live. Das ambitionierte Ziel: Platzhirsch Google in die Schranken verweisen – zumindest ein bisschen.

Eine Lupe, die auf einer Laptop-Tastatur liegt

Die klassische Desktop-Suche ist heute nur noch eine Anlaufstelle von vielen.

Kaum eine Zahl illustriert die monopolistischen Einbahnstraßen des World Wide Web anschaulicher als die Marktanteile der Suchmaschinen. Hier dominiert Google wie in kaum einer anderen Disziplin und wird je nach Plattform und Region von bis zu 98 Prozent der Nutzer als Suche bevorzugt. Rahmenbedingungen, die so in etwa auch schon vor zehn Jahren gegeben waren und Microsoft trotzdem nicht davon abhielten, eine eigene Suchmaschine anzubieten. Bing erwuchs 2009 aus der bis dato als „Live Search” bekannten Microsoft-Marke und konnte sich nur einen Monat nach Start mit einer strategisch wertvollen Partnerschaft vorteilhaft am Markt positionieren. Der Konzern gab am 30. Juli 2009 bekannt, dass man fortan mit Yahoo gemeinsame Sache machen werde.

Mit der Reichweite und Technologie von Yahoo wollte Microsoft gleich zur Auftaktphase einen ordentlichen Wachstumsschub herbeiführen. Dafür bezahlte der Konzern nicht nur den Traffic aus dem Yahoo-Netzwerk, sondern verzichtete in den ersten fünf Jahren der Vereinbarung auch auf 88 Prozent der Einnahmen, die über Suchanzeigen auf exklusiven Yahoo-Seiten generiert wurden. Ein Geschäft, das zunächst für beide Unternehmen aufzugehen schien.

Als Bing im Januar 2012 die Beta-Phase verlässt, spricht Microsoft von 10 Millionen aktiven Nutzern in Deutschland, was einem Markanteil von 20 Prozent entspreche. „Für die nächste Generation von ‚Suche‘ gilt: Das Web ist nicht nur eine riesige Ansammlung von Internet-Seiten, sondern bedeutet für uns eine vielfältige und komplexe Struktur von Objekten, Aktivitäten, Menschen und Meinungen”, verkündete Dorothee Ritz, damals General Manager Advertising & Online bei Microsoft Deutschland, in diesem Zusammenhang. Eine interessante Perspektive, die im Ringen mit der übermächtigen Konkurrenz keinen spürbaren Vorteil bringen sollte.

Die zunehmende Bedeutung des mobilen Marktes und das rasante Wachstum von Android, das Google schon im Jahr 2008 als mobiles Betriebssystem einführte, zementierte die bestehen Verhältnisse dann einmal mehr und drängte Bing in den folgenden Jahren schließlich wieder zurück. Während die Technologie zwar nach wie vor in Microsoft-Produkten wie Windows 10 oder Cortana eingesetzt wird, bewegt sich der Marktanteil der Suchmaschine laut Statcount heute nur noch im unteren, einstelligen Bereich.

Bildquelle: Getty Images/iStock

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