Norddeutsches Festival ist bestens vernetzt

Wacken: Deutschlands digitalster Acker?

Vom 2. bis 4. August 2018 wird in Schleswig-Holstein zum 29. Mal das Wacken Open Air stattfinden. Zur Einstimmung auf das Metalfestival fand Ende Juni ein besonderes Konzert statt: Die deutsche Band Mantar platzierte ihre Verstärker mitten in einer Wiese nahe des Festivalgeländes und übertrug ihre Performance online per Video-Livestream. Der „digitale Acker“ machte es möglich.

  • Wo die Kabel nicht hinreichen, etwa zu abgelegenen Zonen auf dem Camping-Areal, arbeitet das Festival mit Richtfunk. ((Bildquelle: Malzahn))

    Wo die Kabel nicht hinreichen, etwa zu abgelegenen Zonen auf dem Camping-Areal, arbeitet das Festival mit Richtfunk. ((Bildquelle: Malzahn))

  • Mittlerweile sind über acht Kilometer entsprechender Leitungen fest auf dem Gelände installiert. ((Bildquelle: Jasper Arendt))

    Mittlerweile sind über acht Kilometer entsprechender Leitungen fest auf dem Gelände installiert. ((Bildquelle: Jasper Arendt))

W:O:A-Gründer Thomas Jensen freut sich: „Wir begleiten die Band schon länger, insofern war es schön, in der Lage zu sein, so etwas umsetzen zu können. Es ist top gelaufen, in hoher Auflösung.“ Möglich wurde die Aktion u.a. durch die vorbildliche Digitalanbindung des norddeutschen Ackers.

Während die Netzabdeckung in anderen ländlichen Regionen Deutschlands nach wie vor deutliche qualitative Einbußen oder gar Lücken aufweist, herrscht in Wacken ein Datendurchsatz vergleichbar mit einer mittleren Kleinstadt. 2010 begannen die Festivalveranstalter mit dem Glasfaserausbau, mittlerweile sind über acht Kilometer entsprechender Leitungen fest auf dem Gelände installiert. 576 Fasern ziehen sich durch den Boden, je 144 pro Kabel. Seit 2017 eine neue Bierpipeline verlegt wurde, hängen selbst die Bartresen im Infield fest am Netz.

Aktuell ermöglicht die Technik dem W:O:A einen 1,5-Gigabit-Internetanschluss. Zum Vergleich: Ein gängiger Telekom-VDSL-Anschluss bietet einen Datendurchsatz von 50 Mbit pro Sekunde. Wo die Kabel nicht hinreichen, etwa zu abgelegenen Zonen auf dem Camping-Areal, arbeitet das Festival mit Richtfunk, um Breitband sicherzustellen.

Hohe digitale Kraft unabdingbar


Für reibungslosen Ab- und Vorlauf des W:O:A ist die hohe digitale Kraft unabdingbar. „Für uns war es ein logischer Schritt, sofort mitzumachen“, erklärt Jensen. „Wacken ist einerseits sehr lokal – das kleine Dorf. Und andererseits haben wir die Welt bei uns zu Gast. Wir brauchen diese gute Anbindung, um mit unseren Partnern Livestreams zu organisieren. Auch wenn der Vorverkauf gleich nach dem Festival wieder anfängt, ist diese hohe Datenkapazität nötig und die Anforderungen an das Netz werden im Jubiläumsjahr 2019, in dem unser Open Air zum 30. Mal stattfinden wird, eher noch steigen.“

Die umliegenden Gemeinden profitieren von der Modernisierung. Das ICS Team arbeitete beim Bau des Netzes eng mit ihnen zusammen, dort verlegte Telekommunikationsanbieter Wilhelm.tel ebenfalls Glasfaserleitungen. „Wir sehen das Festival als Katalysator für die gesamte Region“, erklärt der Veranstalter. „In anderen Gemeinden ist es wahrscheinlich viel schwieriger auf die benötigten Anschlusszahlen zu kommen. Bei uns war die Bereitschaft dafür riesig.“

Die Technik sollte in erster Linie den Leuten helfen und nicht zum Selbstzweck installiert werden, betont Jensen. Kommunikation ist für ihn ein Grundbedürfnis. „Gute Kommunikation führt zu mehr Verständnis und dafür braucht es eben funktionierende Technik.“

Bildquellen: Malzahn, Jasper Arendt

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