Sozialversicherung setzt auf Third Party Management

Wartung der IT-Systeme

Bei der Wartung ihrer IT-Systeme vertraut die Sozialversicherungsanstalt (SVA) Basel-Landschaft mit Sitz in Binningen in der Schweiz auf die Dienstleistungen des Drittanbieters Technogroup und damit auf ein sogenanntes Third Party Management.

Eingangsbereich, Bildquelle: SVA

Die Sozialversicherungsanstalt Basel-Landschaft betreut über 250.000 Mitglieder.

De jure verfügt die Schweiz mit ihren knapp über acht Millionen Einwohnern und 26 Kantonen über keine Hauptstadt. De facto ist dies jedoch die Bundesstadt Bern. Pharmazeutika, Industriemaschinen, Präzisionsinstrumente und Uhren zählen zu den wichtigsten Exportgütern des Landes. Exportiert wird nach Deutschland (19,2 Prozent), in die USA (10 Prozent) oder nach Italien (8,4 Prozent).

Spannend wird es, wenn man die Eidgenossenschaft mit anderen Staaten vergleicht: Hinsichtlich des Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Kopf hat die Schweiz mit über 60.000 Euro pro Einwohner gegenüber Deutschland mit 30.000 Euro die Nase deutlich vorn. Einen weiteren Unterschied kann man im Bereich der Sozialversicherung ausmachen. Was in Deutschland Rentenversicherung heißt, wird in der Schweiz mit dem Begriff „Drei-Säulen-System“ abgedeckt. Dieses besteht aus der Alters- und Hinterlassenen-/Invalidenversicherung (AHV/IV), die den Existenzbedarf abdecken soll. Sie ist eine sogenannte „Volksversicherung“ für alle in der Schweiz wohnenden oder erwerbstätigen Personen. Mit den Leistungen der zweiten Säule, der beruflichen Vorsorge (Pensionskasse), soll die gewohnte Lebenshaltung in angemessener Weise fortgeführt werden können. Die berufliche Vorsorge ist für alle Arbeitnehmer obligatorisch, sofern sie einen Jahreslohn erzielen, der über einer bestimmten Untergrenze liegt. Die dritte Säule bildet schließlich die Selbstvorsorge, die sowohl aus einer steuerbegünstigten Vorsorge als auch aus individuellen Sparmaßnahmen besteht.

Der Stellenwert der IT-Sicherheit

Vor diesem Hintergrund betreut die Sozialversicherungsanstalt Basel-Landschaft über 250.000 Mitglieder. Dabei ist die Institution u.a. zuständig für die Durchführung der AHV/IV, der Familienzulagen, der Mutterschaftsentschädigung sowie für bestimmte Aufgaben der Arbeitslosenversicherung, der beruflichen Vorsorge und der Unfallversicherung. „Insbesondere die pünktliche Auszahlung der Renten zum Monatsende zählt bei uns zu den kritischen IT-Prozessen“, erläutert Daniel Wüthrich, Abteilungsleiter ICT bei der Sozialversicherungsanstalt. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass das Thema „Sicherheit“ einen hohen Stellenwert besitzt. „Die Basis unseres Data Storage bilden private, absolut vertrauliche Daten – etwa die Gesundheitsdaten unserer Mitglieder. Von daher ist Datensicherheit für uns mehr als nur ein Wort; vielmehr kann man unsere Sicherheitslevel annähernd mit denen großer Finanzinstitute gleichsetzen“, fasst Wüthrich zusammen.

Generell hat die Sozialversicherungsanstalt ihre IT übersichtlich mit wenigen, zuverlässigen Partnern organisiert. So dominieren Server von HP und Cisco die IT-Landschaft, die in eine reine Windows-Umgebung eingebettet ist. Die genutzten Betriebssystemversionen reichen von Windows 2003 bis 2012; überdies werden Clients mit Windows XP und 7 eingesetzt. Noch in diesem Jahr soll zudem die vollständige Migration auf Office 2013 über die Bühne gehen. Desweiteren fungiert ein VNX-5300-System von EMC als Storageplattform – das interne Netzwerk stammt von Cisco, ebenso wie die VoIP-Anwendungen.

Um aktuellen Anforderungen an Sicherheit und Verfügbarkeit zu entsprechen, setzen die Schweizer auf ein auf Virtualisierung basierendes sicheres IT-Netzwerk. Dieses beinhaltet 60 virtuelle Server, die auf 23 physischen Maschinen vorgehalten werden. Daneben existieren weitere mit VSphere von VMware virtualisierte Arbeitsstationen sowie Applikationen mit Thinapp. Das Netzwerk ist gigabytefähig; überdies wird hinsichtlich der Serverkommunikation ein 10-GB-Backbone eingesetzt.

Geführt wird die IT-Abteilung von Daniel Wüthrich. Das Team besteht aus insgesamt neun Mitarbeitern, wobei sich drei Kollegen um die ERP-Lösung der Ausgleichskasse, das sogenannte Ausgleichskassen-Informationssystem (AKIS), kümmern. Zwei weitere konzentrieren sich auf die ERP-Lösung der Invalidenversicherung. Hierbei handelt es sich um zwei voneinander getrennte, unabhängige Applikationen. Die übrigen IT-Kollegen sind im Bereich „Systeme“ tätig und verantwortlich für Server, Arbeitsstationen, mobile Devices sowie Peripheriegeräte wie Drucker und Scanner.

Dass Online-Anwendungen die Zukunft gehört, steht bei der Ausgleichskasse außer Frage. So gehören mobile Zugriffsmöglichkeiten bei der SVA heute bereits zum Standard. „Dank unserer Software ,Partnerweb‘ können Firmen administrative Arbeiten, wie beispielsweise die Meldung des Eintritts oder Austritts eines neuen Mitarbeitenden, Änderungen von Personenangaben, die jährliche Lohnmeldung oder die Abfrage der Mitarbeiterliste, einfach, mit wenig Papieraufwand sowie jederzeit und von jedem Ort aus erledigen. Darüber hinaus befinden sich bei uns gerade Webservices für Privatleute im Aufbau“, beschreibt Wüthrich den direkten Onlinezugriff der Kunden auf das ERP-System. Dabei bringt der stetig wachsende Bedarf von Mobile- und Remote-Access-Lösungen zusätzliche Anforderungen im Sicherheitsbereich mit sich. Um der damit verbundenen hohen Beanspruchung zu genügen, ist für die SVA auch eine 7x24x365-Verfügbarkeit unabdingbar.

Nicht zuletzt stellt Enterprise Content Management (ECM) ein wichtiges Thema dar. Im Fall der SVA geht es um die Digitalisierung der Eingangspost sowie der anschließenden rein elektronischen Weiterverarbeitung. Dies wiederum zieht hohe Anforderungen an die rechtskonforme Archivierung dieser Daten nach sich. „Die Sicherungsdaten werden mithilfe von zwei Data Domains vom Hauptsitz an ein externes Rechenzentrum repliziert. Das gleiche geschieht mit den Daten aus dem elektronischen Archiv von Netapp. Diese Vorgehensweise hilft uns, unsere Ziele hinsichtlich der Datensicherung zu erreichen, wobei der Fokus dabei auf den optimalen Möglichkeiten zur Rücksicherung im Bedarfsfall liegt“, berichtet Daniel Wüthrich. Dabei setzen die Schweizer nicht nur im Archivumfeld, sondern auch im Speicher- und Serverbereich auf Wartungsservices des Drittanbieters Technogroup. Bezüglich der Zusammenarbeit mit dem Dienstleister hat man klein angefangen und diese bis heute stetig weiter ausgebaut. So will man in Kürze ein weiteres Projekt angehen, in dessen Rahmen man gemeinsam das Notfallsystem des Anbieters aufbauen will.

 

Die SVA Basel-Landschaft
Bei der Sozialversicherungsanstalt (SVA) mit Sitz in Binningen handelt es sich um eine Institution des Kantons mit eigener Rechtspersönlichkeit, die über 250.000 Mitglieder betreut. Dabei ist man u.a. für die Durchführung der Alters- und Hinterlassenen- sowie Invalidenversicherung zuständig, ebenso für Familienzulagen, Mutterschaftsentschädigung oder bestimmte Aufgaben der Arbeitslosenversicherung, der beruflichen Vorsorge und der Unfallversicherung.
Im Internet: www.sva-bl.ch

Bildquelle: SVA Basel-Landschaft

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