Digitales Banking ist gefragt

Warum so viele Deutsche die Bank wechseln wollen

Banken, die ihre Kunden behalten wollen, müssen heute insbesondere im digitalen Bereich überzeugen können, denn gerade unter jüngeren Kunden herrscht eine hohe Bereitschaft, das Kreditinstitut zu wechseln.

Digitales Banking

Der Trend in Richtung „Digitales Banking“ erhöht den Wettbewerbsdruck.

Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Dell Boomi, einem Anbieter von Lösungen für Cloud-Integration und Workflow-Automatisierung für vernetzte Geschäftsmodelle. Von den 1.000 Befragten gibt ein gutes Viertel (27 Prozent) an, in den vergangenen zwölf Monaten über einen Bankwechsel nachgedacht zu haben. Unter den 18- bis 34-Jährigen hingegen spielten sogar 45 Prozent mit dem Gedanken. Die Umfrage zeigt, dass diese Altersgruppe besonders großen Wert auf Banking-Apps und andere digitale Services legt.

Verbraucher können Banken im Internet mühelos vergleichen und gegebenenfalls mit wenigen Klicks ein neues Konto eröffnen. Von den Inhabern eines „traditionellen“ Bankkontos, z.B. bei der Sparkasse, haben bereits 36 Prozent aller Befragten ein weiteres Konto bei einer Online-Bank wie N26. Unter den Befragten zwischen 25 und 34 sind es 47 Prozent. Knapp ein Viertel (23 Prozent) dieser Altersgruppe gibt auch an, dass ihre derzeitige Bank sich im Hinblick auf digitale Angebote „etwas alt“ anfühlt. Die Hälfte aller Befragten (50 Prozent) nennt bessere Zinssätze und Services bei anderen Banken als Hauptargument für einen möglichen Wechsel. 29 Prozent der 18- bis 34-Jährigen sind zudem explizit auf der Suche nach Banken mit besseren digitalen Services.

Was Banken tun können


Gerade bei Bankkunden bis Mitte 30 zeigt sich eine hohe Bereitschaft, zu einem anderen Anbieter zu wechseln, wenn dieser mit seinem digitalen Service überzeugt. Für Banken stellt sich also die Frage, wie sie diese Kundengeneration an sich binden können. Die IT-Abteilungen stehen dabei vor einer doppelten Herausforderung: Sie müssen neue Gesetze und Vorschriften wie die DSGVO, PSD2 und MiFID II umsetzen, gleichzeitig aber auch den Ausbau digitaler Services vorantreiben. Das führt offenbar zu Qualitätsproblemen: Ein Drittel (33 Prozent) der in Deutschland befragten Personen geben an, innerhalb des vergangenen Jahres von IT-Ausfällen bei ihrer Bank betroffen gewesen zu sein.

„Neue Bankkunden sind gegenüber ihrer Bank nicht mehr so loyal, wie das bei älteren Generationen der Fall ist. Der Eintritt neuer Akteure in den Markt hat die Kundenerwartungen verändert. Sie haben einen Trend in Richtung ‚Digitales Banking‘ ausgelöst, der den Wettbewerbsdruck erhöht“, sagt Derek Thompson, VP für EMEA bei Dell Boomi. „Daher ist es entscheidend für Banken, ihre IT-Infrastruktur diesen Entwicklungen anzupassen. Veraltete Infrastrukturen stellen ein Problem dar. Wenn Banken eine zeitgemäße Kundenerfahrung bieten wollen, müssen sie ihre IT-Systeme vereinheitlichen und agile Technologien in Stellung bringen.“

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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