Netzinfrastrukturen und Sicherheit

Was bringt das Internet der Dinge?

Glaubt man Marktanalysten, wird das Internet of Things (IoT) wohl künftig viele ­Branchen verändern. Doch wie ist es aktuell um die notwendigen Netzinfrastrukturen, ­Sicherheitsaspekte und Standards der neuen Technologien bestellt?

Internet der Dinge

Das Internet der Dinge durchdringt sämtliche Lebensbereiche, angefangen vom vernetzten Fahrzeug über das Smart Home bis hin zu in der Freizeit genutzten Fitnesstrackern.

Auf diese und andere Fragen gab ein Workshop der Bitkom-Akademie in Zusammenarbeit mit dem IT-Dienstleister Seven Principles (7P) in Köln Antworten. Dabei lautete das übergeordnete Motto der Veranstaltung „Die Dinge im Internet der Dinge kommen – Markt-explosion zwischen Gag, Gadget, Vision und Massenmarktgängigkeit?“. Geladen waren zahlreiche Referenten, die das Thema aus verschiedensten Perspektiven beleuchteten. So ging es zunächst um das künftige Marktpotential von IoT. Glaubt man den Auguren, sollen bis zum Jahr 2025 rund 50 Milliarden Geräte weltweit miteinander vernetzt sein. Doch damit alle „Dinge“ reibungslos in Echtzeit kommunizieren können, bedarf es einer entsprechenden Netzinfrastruktur. Laut Dr. Norbert Niebert, Manager Technology & Innovation bei der Ericsson GmbH, ist dafür die nächste Mobilfunkgeneration 5G flächendeckend bestens für den Transport von Massendaten prädestiniert. Sie soll bis 2020 flächendeckend verfügbar sein.

Generell sind laut Niebert bis zur flächendeckenden IoT-Verbreitung noch einige Fragen zu klären: So gilt es, die Kommunikation zwischen den Sensoren und dem Internet auf allgemeingültige Standards hinsichtlich Sicherheit zu heben. Gefordert sei bestenfalls Interoperabilität auf Basis von Open Data. Im nächsten Schritt betont Niebert, dass alle verbauten Sensoren auf Energieversorgung angewiesen sind, gleichzeitig aber unabhängig von Akkus und Batterien betrieben werden sollten. Ins Spiel kommen hier solarbetriebene Sensoren. Zudem sollte man darauf achten, dass die einmal verbauten Sensoren im Rahmen ihres Lebenszyklus keine Wartung benötigen. Sie sollten robust sein, damit kein Support für bis zu 50 Milliarden Sensoren erfolgen muss.

Die Notwendigkeit globaler Standards sieht auch Dr. Georg Rehm, Leiter des W3C-Büros Deutschland in Berlin. Bei World Wide Web Consortium (W3C) handelt es sich um ein Gremium zur Standardisierung der Techniken im Internet, das sich zuletzt mit der Etablierung von HTML5 hervorgetan hat. Laut Rehm arbeite man an globalen Standards für das Internet der -Dinge sowie Industrie 4.0, die u.a. folgende Prinzipien berücksichtigen sollten: Interoperabilität, einheitliches Glossar sowie einheit-liche -Datenformate und Semantik.

So weit zur Theorie. Doch auch die IoT-Praxis kam nicht zu kurz. So berichtete Niebert über eine IoT-Installation bei Winzern im Weinanbaugebiet der Mosel. Von August bis November 2015 wurden hierbei in vernetzten Weinbergen Live-Messdaten erhoben. Zum Einsatz kamen neben solarbetriebenen Sensoren auch robuste Gateways. Künftig will man zusätzliche Kameras installieren, mit denen etwa Schädlingsbefall der Blätter frühzeitig erkannt werden kann.

Ein weiteres IoT-Projekt stellte Dr. Oliver Hüfner von IBM Deutschland vor. Unter dem Schlagwort „Elderly Care“ realisierte man in einem Zusammenschluss von über 50 Partnern in Berlin-Marzahn eine Musterwohnung für Senioren, in der sämtliche Zimmer mit Sensoren ausgestattet sind. Laut Hüfner lassen sich im nächsten Schritt bereits mit wenigen Messpunkten Abweichungen von alltäglichen Abläufen feststellen, sodass dann schnell entsprechende Notrufe abgesetzt werden können.

Nicht zuletzt präsentierte auch 7P ein IoT-Projekt: Gemeinsam mit einem großen Logistiker hat man einen sogenannten „Paketkasten“ entwickelt. Dabei handelt es sich um ein Pedant zum klassischen Briefkasten, in den die Zusteller Pakete einstellen können, sollte der Adressat nicht zu Hause sein. Dabei lassen sich die Installationen von den Nutzern per Smartphone-App und Bluetooth öffnen.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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