Abschied von Alt­systemen

Was die RZ-Modernisierung unnötig verteuert

Wollen die Verantwortlichen ihr Rechenzentrum (RZ) modernisieren, sollten sie eines beachten: Adabas- und Natural-Anwendungen können die RZ-Modernisierung unnötig verteuern.

Adabas- und Natural-Anwendungen können die RZ-Modernisierung unnötig verteuern.

Adabas- und Natural-Anwendungen können die Rechenzentrumsmodernisierung unnötig verteuern.

1971 installierte die Software AG bei einer Landesbank erstmalig die Datenbank Adabas. Einige Jahre später folgte die 4GL-Entwicklungsumgebung Natural. Die für die damalige Zeit innovativen Konzepte verhalfen dem Anbieter zu einem rasanten Wachstum. Doch wie sooft in der IT konnte diese Vorreiterrolle nicht dauerhaft gehalten werden. Und so klagen ehemals begeisterte Kunden heute über fehlenden Nachwuchs und mangelnde Innovationen des Herstellers. Auch in vielen Rechenzentren oder bei Versicherern und Automobilherstellern laufen sie noch, die Adabas- und Natural-Anwendungen, häufig in Betrieb auf IBM-Mainframes.

Doch was hat das mit der Modernisierung im Rechenzentrum zu tun? Einiges, denn der Hersteller, die Software AG, verlangt bei jedem Server- oder Standortwechsel hohe Lizenzgebühren. Dadurch laufen die Anwender bei den typischen RZ-Modernisierungsbemühungen wie z.B. dem Umstieg auf neue Hardware-Modelle oder der Konsolidierung von Servern in einem zentralen Rechenzen-trum in die Kostenfalle: Entweder akzeptieren sie die horrenden Forderungen der Software AG und steigen mit den „alten“ Anwendungen auf neue System um oder sie modernisieren die Adabas-/Natural-Anwendungen, indem sie auf zeitgemäße Datenbanksysteme und kostengünstigere Programmiersprachen umsteigen.

Die über die Jahre gewachsenen Anwendungen weisen in aller Regel eine hohe Komplexität auf: Der Code ist enorm verschachtelt, unstrukturiert und mit Redundanzen – Dubletten oder totem Code – durchsetzt. Das macht eine Ablöse bzw. einen Umstieg auf moderne Datenbanken wie Oracle, DB2 oder Java riskant und teuer. Viele Big-Bang-Versuche, bei denen in einem Rutsch die Datenbank und die Programmiersprache migriert werden sollten, sind gescheitert. Daher favorisieren heute viele Kunden den Migrationsansatz von „Teile und herrsche“. Dabei wird zunächst die Datenbank mit einem transparenten Gateway umgestellt und im Anschluss schrittweise der Code bereinigt, modernisiert und transformiert.

Mit SmartDCI lässt sich beispielsweise eine sichere Migration von Adabas-Datenbanken nach DB2 oder Oracle durchführen. Die komplette Datenbankfunktionalität wird auf Basis des „Adabas C Direct Call Interfaces“ bereitgestellt. Das anpassbare Mapping zwischen Adabas C und DB2 soll ein individuelles und optimiertes Zielschema ermöglichen, jederzeit transparent für die Anwendungen. Die Handhabung von Adabas-C-Besonderheiten wie z.B. ISN-Handling, Null-Suppression, Transaktions-Handling etc. wird voll unterstützt. Das Zusammenspiel von SmartDCI-Optimierungsoptionen und Indizierung ermöglicht die Sicherstellung der Anwendungsperformance nach der Migration. Durch diesen Schritt, der bereits innerhalb weniger Monate abgeschlossen sein kann, sind die Daten auf eine moderne Plattform angehoben. Gleichzeitig kann dabei auch die Server-Hardware gewechselt werden, etwa von z/OS Mainframe auf ein (z)Linux-System.

Gezielte Transformation von Sourcecode


Nachdem die Datenbank migriert wurde, stehen als Nächstes die Natural-Anwendungen an. Hierzu kann man Explain nutzen. Dahinter steckt ein performantes Werkzeug zur Sourcecode-Visualisierung, -Re-Dokumentation und -Transformation von PKS Software. Dazu liest das Tool mittels Scanner den Sourcecode ein und füllt ein Repository. Die Informationen des Repositorys werden dann visualisiert und über Eclipse-Plug-ins direkt in die Entwicklungsumgebung der Programmierer dargestellt. Das Tool unterstützt die Modernisierung von Natural in zwei Dimensionen:

Code-Analyse:

– Ermittlung des tatsächlichen Werts Ihrer Anwendungen (sog. ERE = Estimated Rewrite Effort) als Messgröße für eine Neuimplementierung
– Übersichtsdiagramme zu allen Abhängigkeiten und Zusammenhängen
– Darstellung von Redundanzen und Inkonsistenzen
– Bereinigungen des Codes
– Technische Re-Dokumentation des Codes

Clustering:

– Gliederung des technischen Sourcecodes in fachliche Entitäten
– Grundlage für projektbezogenes Arbeiten und modulweise Migration sowie für die fehlerfreie Kommunikation zwischen Entwickler und Fachbereich.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 07-08/2017. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die Kombination beider Software-Lösungen ermöglicht einen passenden Migrationsansatz für Adabas- und Natural-Anwendungen mit folgenden Vorteilen: Der Kunde profitiert von zielgerichteten Investitionen in seine Software und kann die Kosten für Software-AG-Komponenten sparen. SmartDCI ermöglicht den Umstieg auf Oracle oder DB2 innerhalb weniger Monate, während Explain hilft, im Sourcecode die Spreu vom Weizen zu trennen und gewachsene Strukturen aufzubrechen. Verschiedene Kunden, darunter Fedex, Unicef, Gema oder Eurogate haben damit bereits ihre Adabas- und Natural-Anwendungen modernisiert bzw. migriert und damit die Grundlage für die Modernisierung im Rechenzentrum geschaffen.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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