Digitalisierung macht Druck

Was kann Print Cloud as a Service leisten?

Mittels sogenanntem Print Cloud as a Service sollen sich Marketing-Prozesse digitalisieren lassen.

Gelato-Printer

Das Drucken über eine globale Print-Cloud ermöglicht die Digitalisierung dieses Teilbereichs im Marketing.

Im Rahmen der digitalen Transformation haben auch viele Marketing-Manager Fortschritte in der digitalen Reorganisation ihrer ­Geschäftsprozesse gemacht, etwa im Online-Marketing oder bei der Integration sozialer Netzwerke. Doch nicht alle Bereiche stehen auf derselben Stufe: Fragt man Verantwortliche nach den Druckprozessen in ihrem Unternehmen, antworten sie häufig: „Bei uns wird nicht viel gedruckt.“ Druckaufträge für Visitenkarten, Flyer oder Broschüren werden häufig achtlos an die Assistenz oder eine Agentur delegiert. In der Praxis hingegen wird viel mehr gedruckt als gedacht. Gemäß einer Untersuchung der Beratungsfirma Smithers Pira wird das Segment „Advertising Print“ bis 2019 jährlich um 4,5 Prozent wachsen. Die Voraussetzungen für die Transformation sind gegeben, seit sich die Produktion vom schwerfälligen Offset-Druck auf den Digitaldruck verlagert hat. Dessen Vorteile: schnelle Produktion geringe Auf-lagen zu günstigen Preisen.

Gerade in international agierenden Unternehmen liegt hier großes Potential, denn die Prozesse sind reformbedürftig: Wenn der Vertriebler im Ausland neue Prospekte oder Visitenkarten benötigt, meldet er dies bislang per E-Mail in die Zentrale, wo die Bestellung mit der Druckerei des Vertrauens abgewickelt und händisch zum Vertrieb weiterversandt wird. Das verursacht hohen Aufwand und kostet letztlich viel Geld.

Der Unternehmer Henrik Müller-Hansen hat diese Prozesse analysiert und das Potential einer Cloud-Lösung erkannt: Wenn es weltweit hochwertige digitale Druckmaschinen gibt, warum sollte man diese nicht miteinander vernetzen und die Druckaufträge gleich dort durchführen, wo sie hingeliefert werden sollen? Das von ihm gegründete Unternehmen Gelato hat inzwischen über 100 Mitarbeiter, besitzt Druckmaschinen im Wert von 300 Mio. Dollar in seinem Netzwerk und liefert in über 50 Länder. Integriert sind rund 200 Design-, Payment- und Logistikpartner wie auch Druckmaschinenhersteller.

81 Prozent weniger CO2


Bei Zehnder, einem Hersteller von Systemen für das Raumklima, ist die Gelato Print-Cloud bereits seit einiger Zeit im Einsatz. Nadja Paulus koordiniert für den Geschäftsbereich „Clean Air Solutions“ am Standort Lahr die Marketing-Unterlagen für Niederlassungen in elf Ländern. Zehnder begann, sich mit dem Druck als dem „Stiefkind der Digitalisierung“ zu beschäftigen, als per Lkw aus Deutschland 5.000 Broschüren nach Norwegen geliefert wurden, von denen dann die Hälfte weggeworfen werden musste, weil sie inzwischen veraltet war. Paulus’ Ziel bei der Implementierung: „Wir wollten den Handling-Aufwand reduzieren.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 03/2017. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Bei der großen Menge an Druckaufträgen bringt es eine enorme Arbeitserleichterung, wenn jeder Geschäftsbereichsleiter eines Lands selbst die Drucksachen für sich und sein Team nach Bedarf ordert.“ Nach internen Untersuchungen hat Zehnder seit der Einführung der Print-Cloud 13.000 Versandkilometer eingespart und die CO2-Emissionen beim Versand um 81 Prozent gesenkt. Die Lieferzeiten haben sich um zehn bis zwölf Tage und der zeitliche Aufwand für die Verwaltung um 50 Prozent verringert.

Bildquelle: Gelato

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