25.01.2018 Höchster Anschluss Deutschlands

Wendelstein Observatorium: Per Glasfaser in die Galaxis

Der Glasfaseranbieter M-net hat zum Jahreswechsel den höchsten Glasfaser-Geschäftskundenanschluss Deutschlands in Betrieb genommen: Für das Wendelstein Observatorium des Instituts für Astronomie und Astrophysik der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) wurde auf dem Berggipfel in 1.838 Metern Höhe ein Connect-1-Gbit/s-Highspeed-Glasfaseranschluss realisiert.

Das Wendelstein Observatorium

Die LMU München ist auf eine schnelle Datenautobahn bis zum Gipfel des Wendelsteins angewiesen.

Damit verfügt die Sternwarte nun über ausreichend Bandbreite zur Übertragung ihrer großen Bilddaten. Die Anbindung wurde in Zusammenarbeit mit LEW Telnet, einem Tochterunternehmen der Lechwerke, als Infrastrukturpartner realisiert; Auftraggeber ist das Deutsche Forschungsnetz, das von der Wissenschaft selbst organisierte Kommunikationsnetz für Wissenschaft und Forschung in Deutschland.

Das Wendelstein Observatorium bietet Studenten die Möglichkeit, Geräte wie das Zwei-Meter-Fraunhofer-Spiegelteleskop vor Ort zu nutzen, und ist somit eine der wichtigsten Ausbildungsstätten in Deutschland. Hier werden Beobachtungen durchgeführt, die mit Langzeitbelichtungen und Mehrfachaufnahmen – teils über mehrere Stunden, teils über mehrere Nächte – erfolgen. Dabei werden Bilddateien unterschiedlichster Größe gesammelt und in einer klaren Nacht Daten von durchschnittlich 80 GB produziert. Um auf astronomische Phänomene zeitnah reagieren zu können, gehört es außerdem zur Aufgabe der Beobachter, astronomische Vergleichsdaten zu recherchieren. Für alle diese Anforderungen ist die LMU München auf eine stabile und schnelle Datenautobahn bis zum Gipfel des Wendelsteins angewiesen.

Viele Stunden werden zu wenigen Minuten


Die gesammelten Daten können vor Ort nur begrenzt zwischengespeichert und müssen möglichst schnell und zuverlässig zur weiteren Auswertung auf die Server der LMU München übertragen werden. In der Vergangenheit nutzte das Observatorium eine instabile und wetteranfällige Richtfunkanbindung von ca. 70 Mbit/s Nutzbandbreite, die aber nicht ausreichte, um die umfangreichen Bilddaten aus dem All des Zwei-Meter-Teleskops zeitnah vom Wendelstein zur Universität zu übertragen. Bei längeren Ausfällen der Verbindung stießen die Zwischenspeichermöglichkeiten am Observatorium bisweilen auch an ihr Limit.

Umso erfreulicher war der Leistungssprung, den M-net für die beteiligten Projektparteien über seine Glasfasertechnologie möglich machte: Der neue Glasfaseranschluss konnte rechtzeitig zu Beginn des neuen Jahres 2018 erfolgreich in Betrieb genommen werden. Er bietet dem Observatorium nun mit seinen symmetrischen 1 Gbit/s im Up- sowie Download ausreichend Bandbreite zur Übertragung der großen Bilddaten aus dem Weltraum. Ein Vorteil ist, dass die fest verlegte Glasfaserleitung zuverlässiger arbeitet als die Richtfunkanbindung. Vor allem aber konnte die Übertragungszeit der Daten aus einer Nacht im Vergleich zum vorherigen Anschluss von teils mehreren Stunden auf nur zehn Minuten verkürzt werden.

Bildquelle: foto-al.de

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