Digitaler Wandel und Fachkräftemangel

Wichtiger denn je: Die Cyber-Jugend von heute

Wie kommen Unternehmen an geeignete IT-Fachkräfte? Wer ist für deren Ausbildung zuständig? Die Firmen selbst oder das Bildungswesen? Und wie kann man den Nachwuchs angemessen ansprechen und zielgerichtet fördern? Gerade in Zeiten des digitalen Wandels fallen die Antworten auf diese Fragen nicht allzu leicht.

Die Cyber-Jugend in Zeiten des digitalen Wandels

Wie wichtig ist die Cyber-Jugend in Zeiten des digitalen Wandels?

Eines steht fest: der aktuelle Fachkräfte- und Nachwuchsmangel von Cybersicherheitsexperten kann die Sicherheit von Organisationen gefährden. Das legen zumindest Ergebnisse einer aktuellen Studie von Kaspersky Lab nahe. Demnach zahlen Großunternehmen, die bei der Suche nach gut ausgebildeten IT-Sicherheitsfachkräften scheitern, am Ende eine bis zu dreimal höhere Summe für die Bewältigung eines Cybersicherheitsvorfalls. Entsprechend steigt auch bei einem signifikanten Teil der Unternehmen der Bedarf an Sicherheitsexperten. Vom Fachkräftemangel betroffene Firmen sind auch bereit, höhere Gehälter für immer weniger verfügbares Personal am Markt zu zahlen.

Herausforderung Fachkräftemangel

Ein ergänzender Bericht desselben Sicherheitsanbieters über das Qualifikationsdefizit in der Cybersicherheit untermauert ein weiteres Dilemma: Obwohl technisch versierte Nachwuchskräfte das immer größer werdende Qualifikationsdefizit im Bereich Cybersicherheit wettmachen könnten, zeigt die Branche potentiellen Nachwuchskräften oftmals keinen klaren Karriereweg auf, um Arbeitsplätze zu finden, die eigenen Fähigkeiten zu erweitern oder der Gesellschaft nützliche Dienste zu erweisen. Eine mögliche Folge: talentierte Jugendliche könnten eher dazu verleitet werden, Cyberkriminalität zu verschärfen, anstatt sie zu verhindern. Die Studie zeigt drei Dinge auf:

  • erstens einen riesigen Fachkräftemangel im Bereich Informationssicherheit,
  • zweitens die Fähigkeit junger Leute, diese Lücke zu schließen,
  • und drittens die Schwierigkeiten der Branche, diesen jungen Leuten die ersten Schritte für eine Karriere im Bereich IT-Sicherheit zu ermöglichen.

Ansätze zur Nachwuchsförderung

Es gibt allerdings Ansätze, um den Herausforderungen für eine zukunftssichere Cybersicherheit zu begegnen. Der Mangel an geeignetem Sicherheitspersonal lässt sich u.a. durch eine entsprechende Ausbildung, sowohl über das Bildungssystem als auch über privatwirtschaftliche Initiativen, beheben.

Auch könnte die zunehmende Erkenntnis in der Industrie nach der Notwendigkeit sicherheitsspezifischer Positionen, insbesondere Einstiegspositionen mit Karrierewegen für junge Nachwuchskräfte, zu verstärkten Anstrengungen der Nachwuchsförderung führen.

Darüber hinaus ist die IT-Sicherheitsindustrie insofern gefordert, ihre so genannte Security Intelligence mit Kunden und Partnern zu teilen. Damit ist gemeint, externen Zugriff auf die Expertise eines Sicherheitsunternehmens über automatisierte Prozesse, Dienstleistungen oder Schulungen zu ermöglichen. Schlussfolgerung: aktuellen Cyberbedrohungen können Unternehmen nicht allein durch Technologie begegnen. Die Sicherheitsindustrie schafft entsprechende Angebote, die Technologie mit Security Intelligence kombiniert. Daneben unterstützen Initiativen – wie beispielswiese das Talent Lab der Kaspersky Academy – die Ausbildung und Förderung von Nachwuchskräften in der IT-Sicherheit.

Dahinter verbirgt sich ein internationaler Wettbewerb für Studenten und Nachwuchskräfte zwischen 18 und 30 Jahren, mit dem Ziel, den Einstieg in eine IT-Sicherheitskarriere zu erleichtern. Das Programm zielt darauf ab, aktuelle Cybersicherheitsherausforderungen über einen Wettbewerb für technische und kreative Talente zu lösen. Das Programm von Kaspersky Lab wird zudem die Ausbildung des Gewinners mitfinanzieren. Auch winkt eine Teilnahme an den größten weltweiten Branchenveranstaltungen wie Cannes Lions oder der Security Analyst Summit (SAS).

Neben der Verfügbarkeit von Security Intelligence sind junge IT-begeisterte Leute möglicherweise eine Lösung, um den Fachkräftemangel im Bereich Cybersicherheit zu beheben. Sie müssen allerdings dazu ermutigt werden, ihre Fähigkeiten im Kampf gegen und nicht für die Cyberkriminalität einzusetzen. Gerade wenn man bedenkt, dass die neueste Global-Workforce-Umfrage von Frost and Sullivan prognostiziert, dass bis zum Jahr 2020 1,5 Millionen Fachkräften im IT-Sicherheitsbereich fehlen werden. Denn ohne die hierfür ausgebildete Manpower steht die cybergesicherte Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft auf dem Spiel.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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