Gefahren im Internet of Things

Wie IoT unser Leben verändert

Mit dem Internet of Things (IoT) erhalten Alltagsgegenstände ein eigene Intelligenz, gleichzeitig steigen jedoch auch die Anforderungen an die Sicherheit, betont Paul Lipman, CEO bei Bullguard.

Paul Lipman, CEO bei Bullguard

Paul Lipman, CEO bei Bullguard

IT-DIRECTOR: Herr Lipman, worin liegen Ihrer Ansicht nach die Chancen und Risiken des Internets der Dinge (Internet of Things, IoT)?
P. Lipman:
IoT besitzt das Potential, unser Leben zu verändern – denn damit erhalten Alltagsgegenstände eine eigene Intelligenz, sind miteinander verbunden und können auf ihre Umwelt oder unsere Befehle reagieren. Auf diese Weise wird nicht nur unser Leben einfacher, sondern diese Entwicklung wird mit neuen Services und effizienteren Abläufen massive Veränderungen in der weltweiten Wirtschaft hervorrufen. Was mich jedoch beschäftigt ist die Sicherheit im IoT, das ist ein Albtraum! Das Sicherheitskonzept ist schlecht durchdacht und noch schlechter umgesetzt, wenn überhaupt. Die Probleme bei der IoT-Sicherheit sind wahrscheinlich der größte Hemmschuh für das Wachstum dieses Marktes.

IT-DIRECTOR: Wem gehören eigentlich die Daten im Internet der Dinge – Nutzern, Geräteherstellern oder Dienste-Anbietern? Warum ist das so?
P. Lipman:
Bereits das Internet hat eine Fülle von Problemen mit dem Dateneigentum hervorgerufen. IoT fügt dem noch eine weitere Dimension an Komplexität hinzu. Unser Ziel ist es, mit den richtigen Technologien die Geräte, Daten und Privatsphäre unserer Kunden zu schützen – unabhängig davon, wer letztlich der „Eigentümer“ der Daten ist. Es kommt darauf an, dass Nutzer die Kontrolle über ihre digitale Identität behalten.

IT-DIRECTOR: Im Zuge der Verbreitung des Internets der Dinge und der damit verbundenen „totalen Vernetzung“ entstehen für Dritte (u.a. Hersteller, Dienste-Anbieter, Cyber-Kriminelle, staatliche Institutionen) unzählige Möglichkeiten, an Nutzerdaten zu gelangen. Inwiefern kann dabei der Schutz von Privatsphäre und die Einhaltung des Datenschutzes aufrechterhalten werden?
P. Lipman:
Im Gegensatz zu PCs und sogar Smartphones sind IoT-Geräte typischerweise „kopflos“. Sie sind zum Beispiel nicht in der Lage selbst Sicherheitssoftware auszuführen. Daten im IoT können daher nur über einen netzwerkzentrierten Sicherheitsansatz geschützt werden. Konkret bedeutet das, jeglicher Datenverkehr muss analysiert und auf Anomalien und bösartiges Verhalten hin geprüft werden, um dann entsprechend in Echtzeit reagieren zu können.

IT-DIRECTOR: Oder andersherum gefragt: Wie können sich Nutzer im Internet der Dinge künftig vor dem Missbrauch ihrer Daten schützen und die Hoheit über ihre digitale Identität behalten?
P. Lipman:
Aus der technischen Perspektive sehen wir auch für Nutzer im Internet der Dinge den netzwerkzentrierten Ansatz als richtige Lösung, um ihre Daten zu schützen. Darüber hinaus haben wir im Zuge einer kürzlich durchgeführten Studie auch erkannt, dass sich viele zwar der Gefahren im IoT bewusst sind. Ein Großteil sieht sich aber – vor allem aufgrund komplizierter Produkte – nicht in der Lage, für die Sicherheit ihrer Geräte zu sorgen, z.B. durch korrekte Sicherheitseinstellungen bei Smart-Home-Produkten, sichere Passwörter oder Konfiguration des Netzwerk-Routers.

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