Neue Konkurrenz für DE-Cix

Wie NL-ix das Internet günstiger machen will

Der niederländische Internetknoten NL-ix (Neutral Internet Exchange) bietet Firmen in Frankfurt und Düsseldorf den Direktzugang ins Internet und stellt damit eine Alternative zum zentralen DE-Cix-Knoten dar.

Die Preise für den Anschluss ans Internet sind in Deutschland sowohl für Privat- als auch Geschäftskunden im Vergleich zu anderen europäischen Ländern recht hoch. Dies liegt unter anderem in der Struktur des deutschen Internets begründet. Denn egal, ob es um den primären Anschluss oder den Transport und das Durchleiten von Daten geht: Das hiesige Internet wird vom DE-Cix, einem Internetknoten (Internet Exchange) mit einer in Frankfurt zentralisierten Infrastruktur gesteuert. Gemessen am Datendurchsatz gilt er als der größte Internetknoten der Welt. Betrieben wird er von der DE-Cix Management GmbH, einer Tochter des Eco-Verbands der Internetwirtschaft.

Aufgrund dieser Konstellation besitzen Anbieter von Online-Content und Web-Dienstleistungen kaum Wahlmöglichkeiten, wie und wo sie ihre Daten ins Netz schicken (Peering) können. Zudem haben Unternehmen nur eingeschränkte Möglichkeiten, den Weg ihrer Daten zu bestimmen (Transit). Dies will der Internetknoten NL-ix (Neutral Internet Exchange) künftig ändern. Dahinter verbirgt sich der – eigenen Angaben zufolge – fünftgrößte Internetknoten der Welt, der inzwischen auch Unternehmen in Frankfurt und Düsseldorf einen direkten Zugang ins Internet bietet.

Peering für Großabnehmer

Dabei beträgt der Datendurchsatz aktuell mehr als zwei TBit pro Sekunde, heißt es in einer Pressemeldung. Parallel dazu werde der Zugang zu pan-europäischen Märkten zu Konditionen geboten, die deutlich unter dem Preisniveau in Deutschland liegen. NL-ix wurde 2002 von Jan Hoogenboom gegründet, der das Unternehmen weiterhin als CEO führt. Bei NL-ix mit Hauptsitz in Den Haag handelt es sich um eine Tochter des niederländischen Telekommunikationskonzerns KPN.

Das Angebot der Niederländer umfasst sogenannte Interconnection-Services, darunter klassisches Peering, aber auch Traffic Transit und Traffic Transport. Damit biete man Firmen mit großem Bedarf an Datendurchsatz – wie Banken, E-Commerce-Unternehmen, Broadcasts oder Internet-Provider – einen Webzugang. Hierfür sei man überdies pan-europäisch aufgestellt, sodass wer Ports in Düsseldorf mietet, u.a. auch Amsterdam, London, Paris, Wien und Zürich erreicht.

Im Bereich Traffic setzt der Anbieter eigenen Angaben zufolge auf das intelligente Durchleiten von Internetverkehr durch die schnellste und günstigste Verbindung. Möglich machen soll dies die Management-Software „NL-ix Configurator“, mit der Netzwerkverantwortliche den Weg ihrer Daten bestimmen, die Latenz und Verbindungsqualität in Echtzeit überwachen und per Drag & Drop anpassen können.

So können beispielsweie Administratoren, wenn eine Verbindung zu schlecht wird, den Datenverkehr automatisiert oder per Mausklick auf eine andere, derzeit schnellere Route umziehen. Insbesondere können aber auch Länder definiert werden, durch welche die Daten nicht fließen sollen. Derart können Unternehmen, die Cloud-Services nutzen oder anbieten, den Weg der Daten kontrollieren und bestimmen. Interessant sein kann dies insbesondere im Hinblick auf die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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