Firmeneigenes WAN auf Cluster-Basis

Wie Sivantos das Netzwerk beschleunigt

Die auf Hörakustik spezialisierte Sivantos-Gruppe musste innerhalb von sechs Monaten auf ein neues Netzwerk migrieren. Die Entscheidung fiel zugunsten eines firmeneigenen Wide Area Network (WAN), auch um Provider-Unabhängigkeit zu garantieren.

  • Sivantos-Gruppe

    Für Sivantos arbeiten mehr als 5.000 Mitarbeiter in 50 Standorten und 26 Ländern weltweit.

  • Sivantos-Gruppe

    Die Gruppe entwickelt technische Lösungen, die Schwerhörigen eine bessere Wahrnehmung ihrer akustischen Umwelt ermöglichen.

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    Hörakustik im Test

Seit mehr als 100 Jahren entwickelt die Sivantos-Gruppe als einer der weltweiten Marktführer technische Lösungen, die Schwerhörigen eine bessere Wahrnehmung ihrer akustischen Umwelt ermöglichen. Bereits jedes vierte Hörgerät, das global in Gebrauch ist, stammt aus der Entwicklung und Produktion der Firmengruppe. Für diesen Erfolg arbeiten mehr als 5.000 Mitarbeiter in 50 Standorten und 26 Ländern weltweit und haben u.a. Weltneuheiten wie das erste Hörgerät, das eine drahtlose Übertragung ermöglicht, herausgebracht. Die heutige Gruppe entstand 2015 aus dem Verkauf der Siemens-Hörgerätesparte Audiology Solutions an EQT VI und die Santo Holding GmbH. Als Folge der Abspaltung und als nun eigenständiges Unternehmen mussten auch alle IT-Dienste, die bisher global über Siemens abgewickelt wurden, in einem eigenen Netzwerk abgebildet werden.

Migration von 50 Standorten

Nur sechs Monate Zeit, um 50 Standorte weltweit in ein komplett eigenständiges Netz zu migrieren – das war die zentrale Herausforderung, die sich auf IT-Seite durch den Verkauf ergab. Doch damit nicht genug: Um der Wirklichkeit der Sivantos-Gruppe als dynamisch wachsendem Unternehmen gerecht zu werden, musste die neue Lösung besondere Flexibilität aufweisen. Vor allem die Möglichkeit, zukünftig weitere zugekaufte Firmen zu integrieren, war ausschlaggebend. Doch auch Sicherheit und Kontrolle spielten bei der Planung der Lösung eine entscheidende Rolle. So sollte etwa besonderes Augenmerk auf die Aspekte Data Recovery und Ausfallsicherheit sowie eine flexible Nutzung von Leitungen gelegt werden und auch Cloud-Dienste einfach eingebunden werden können. Über diesem klar definierten Anforderungskatalog stand eine deutliche Kostenvorgabe: Die Ausgaben für das neue System sollten im Idealfall unter denen des bestehenden liegen – und das trotz Wegfall der Siemens-Konditionen.

Eigenes Unternehmens-WAN aufgebaut

„Die von Teamix vorgeschlagene Lösung war zwar unkonventionell, hat uns jedoch mit ihrer technischen Raffinesse und den damit verbundenen Vorteilen überzeugt“, erklärt Andreas Eismann, Leiter IT-Infrastruktur bei Sivantos, die Entscheidung für das Nürnberger IT-Systemhaus und Managed-Service-Betreiber. Die Idee: Statt auf bestehende Strukturen zurückzugreifen, werden diese mittels eigenem Corporate Wide Area Network (WAN) selbst geschaffen, um eine maximale Provider-Unabhängigkeit zu gewährleisten. Dazu hat Teamix die 50 Standorte weltweit zunächst in die drei Cluster Europa, Nordamerika und Asien aufgeteilt. Für jedes dieser Cluster hat man dann den jeweiligen regionalen Marktführer als Provider für ein auf das Cluster beschränktes WAN ausgewählt, um anschließend das eigene Sivantos-Netz als Overlay-Network auf diese zu legen.

Der Aufbau der weltweiten Unternehmensvernetzung aus einer Hand erwies sich als Erfolg: „Das bestehende Netz wurde mit allen 50 Standorten innerhalb des vorgebebenen Timings nahtlos von der alten auf die neue Infrastruktur migriert. Es kam pro Standort während der Umstellung lediglich zu Betriebsunterbrechungen von maximal fünf Minuten“, berichtet Eismann. Durch den Einsatz der jeweiligen lokalen Marktführer als Service Provider konnten auch die Kostenvorgaben eingehalten werden, da diese in ihrem Stammgebiet bessere Konditionen anbieten können als globale Provider. So reduzierte Sivantos bei gleichzeitig deutlicher Erhöhung der Bandbreite sogar die Kosten. „Überzeugt hat uns das modulare System: So kann etwa für einen kleineren unkritischen Standort mit geringem Service-Level eine günstigere Leitung gewählt werden. Damit können wir die Kosten dem tatsächlichen Bedarf anpassen. Zudem gibt uns die Lösung die Möglichkeit, die Provider schnell zu wechseln, sollte es ein noch günstigeres Angebot geben“, so Eismann.

Flexibilität und Sicherheit

Die Einbindung lokaler Anbieter sorgt auch für Vorteile bei der Flexibilität: Neue Anforderungen und Services wie Cloud-Kopplungen können deutlich schneller und effizienter realisiert werden. Zudem erlaubt es die neu geschaffene Lösung, weit über 1.000 Standorte miteinander zu vernetzen, sodass auch bei anhaltendem Firmenwachstum die Grenze noch lange nicht erreicht ist. Auch die gewünschte Transparenz ist gewährleistet: Das IT-Team des Anwenders nutzt dieselben Tools wie Teamix und hat somit volle Einsicht in die Funktionalitäten des WANs. Verschiedene, auf der neuen WAN-Infrastruktur abgebildete smart Services erfüllen das gestiegene Sicherheitsbedürfnis: Neben der Abbildung der regulären Standortvernetzung gewährleistet die Data-Center-Redundanz zwischen mehreren Standorten zusammen mit der Desaster Recovery von lokalen Services im zentralen Data Center maximale Datensicherheit. Der flächendeckende Einsatz von Juniper-Hardware sorgt zudem für eine einfache Handhabung: Alle Komponenten laufen mit demselben Betriebssystem und senken so den Weiterbildungsaufwand und schaffen Synergien im Betrieb. „Es war unser Wunsch, auf Juniper zurückzugreifen. Auch Teamix hat uns dies aufgrund der Funktionalitäten empfohlen“, so Eismann.

Auch die ersten Belastungstests hat die neue Netzwerklösung bestanden: Alles läuft seit dem Projektabschluss wie geplant. „Die Umstellung lief deutlich besser als erwartet“, erklärt Eismann. Auch die Anwender sind überzeugt: Sie gaben die Rückmeldung, dass auf einmal alles schneller läuft.

Bildquellen: Sivantos-Gruppe

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