Selbstlernende Wissensnetzwerke

Wissensmanagement mit künstlicher Intelligenz

Künstliche Intelligenz ist wieder im Trend, nicht nur bei Google. Europäische Unternehmen präsentieren Lösungen – zum Beispiel die Schweizer Starmind International AG.

Im Managerjargon gibt es einen interessanten Begriff: Kopfmonopol. Damit wird das häufige Phänomen bezeichnet, dass einzelne Mitarbeiter Wissen über Spezialgebiete horten und dadurch zum unverzichtbaren Experten werden. Wie jedes andere Monopol ist es für den Inhaber ziemlich gut, für alle anderen aber schlecht. Denn was passiert, wenn der Monopolist das Unternehmen verlässt oder längere Zeit krank ist?

So etwas ist üblicherweise ein Fall für das Wissensmanagement. Grundsätzlich geht es darum, dass spezifische, über das reine Fachwissen hinausgehende Know-how der Mitarbeiter für alle verfügbar zu machen. Die Zahl der Lösungen und vor allen Dingen der Software-Lösungen in diesem Bereich ist Legion.

Ein Ansatz sind selbstlernende Wissensnetzwerke. Das Grundprinzip ist denkbar einfach: Ein Mitarbeiter benötigt eine Information und stellt dem System eine entsprechende Frage. Ein Algorithmus analysiert Frageinhalte und Nutzeraktivität und leitet die Frage automatisch an den richtigen Mitarbeiter weiter.

Voraussetzung für den Erfolg der Software ist natürlich die Identifizierung und Erfassung von Wissen über alle Unternehmensbereiche hinweg. Ausgehend von dieser Faktenbasis findet jede Frage den richtigen Experten und gleichzeitig entsteht ein sich stetig weiterentwickelndes und wachsendes Unternehmensgedächtnis.

Von solchen Wissensnetzwerken versprechen sich Unternehmen mehr kollektive Intelligenz und weniger Kopfmonopole. Nach Ansicht verschiedener Analysten und Marktforscher werden die bisher stark genutzten internen sozialen Netzwerke an Bedeutung verlieren. Die rein informationsbasierten Netzwerke erhöhen bei vorsteigender Komplexität den Suchaufwand deutlich erhöhen von vielen Mitarbeitern auch als unübersichtlich wahrgenommen werden.

Ganz grundsätzlich helfen solche Wissensnetzwerke bei der Auswertung von großen Datenbeständen. Das interessiert natürlich vor allen Dingen die Internetriesen wie beispielsweise Google, das vor kurzem DeepMind, ein Unternehmen im Bereich "Künstliche Intelligenz (KI)" übernommen hat. Es beschäftigt sich mit Verfahren und Algorithmen, die Software Lernfähigkeit ermöglichen.

Doch die Briten nicht die einzigen, die Software für diesen Bereich entwickeln. Starmind, eine Ausgründung der Universität Zürich, richtet sich speziell an Unternehmen, die ihr Wissensmanagement mit KI-Methoden aufrüsten wollen. Großunternehmen wie Swisscom oder UBS stehen bereits auf der Kundenliste des Zürcher „Brain Technology“-Pioniers.

Auch in Deutschland hat Starmind inzwischen Unternehmen wie Bayer als Kunden gewonnen. „Allein innerhalb der vergangenen zwölf Monate haben wir unsere Kunden um Faktor fünf ausgebaut", betont Mitgründer und CEO Pascal Kaufmann. „Es zeigt zugleich, dass Unternehmen erkennen, wie wichtig der effiziente Umgang mit der Ressource Wissen in einer immer schnelleren und komplexeren Welt geworden ist.“

Bildquelle: Rike / pixelio.de

Link: Starmind International AG

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