Freelancer gefragt

Wo findet man passende IT-Fachkräfte?

Freiberuflich tätige Mitarbeiter sind in der IT sehr gefragt, denn sie sind flexibel ­einsetzbar. Für Auftraggeber bietet die Zusammenarbeit mit ihnen viele Chancen, wenn der rechtliche Rahmen eingehalten wird.

IT-Experten

IT-Freelancer sind nicht nur wegen ihres Know-hows gefragte Unterstützer.

Wenn wichtige Posten in Unternehmen nicht besetzt werden, weil Bewerber mit der geeigneten Qualifikation fehlen und auch keine passenden Arbeitskräfte im eigenen Betrieb vorhanden sind, können Freelancer die Lösung sein. Mit ihrem Spezialwissen sind sie in IT-Unternehmen längst von Bedeutung. Im Jahr 2014 wurde laut Lünendonk-Studie von freiberuflichen IT-Experten ein Umsatz von neun Milliarden Euro erwirtschaftet. Sogenannte „Mixed Teams“, also Arbeitsgruppen, die aus Festangestellten und freiberuflichen Fachkräften bestehen, fördern den Wissenstransfer unter internen und externen Mitarbeitern.
IT-Freelancer sind nicht nur wegen ihres Know-hows gefragte Unterstützer: Sie werden konsultiert, weil sie auch kurzfristig und für temporäre Projekte zur Verfügung stehen – gerade im dynamischen IT-Sektor werden viele Experten nur für einige Monate gebraucht.

Die Zusammenarbeit mit Freiberuflern bietet Unternehmern die Chance, ihre Teams mit Erfahrung auszubauen. Genauso profitieren Freelancer von ihrem Status, denn mit dem gesuchten Know-how und Projekterfahrung können sie hohe Stundensätze verlangen. Bei der Kooperation sollten die gesetzlichen Regelungen jedoch unbedingt eingehalten werden, denn es kann für Auftraggeber juristische Folgen haben, wenn die Richtlinien bei der Beschäftigung von Freiberuflern missachtet werden. Laut Deutscher Rentenversicherung liegt Scheinselbstständigkeit vor, wenn sich eine Person als selbstständig bezeichnet, in ihrer Tätigkeit aber wie ein Arbeitnehmer handelt. Wichtig ist, dass nicht nur vertragliche Festlegungen entscheidend sind.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2015. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Tatsächlich kommt es auf die alltägliche Zusammenarbeit an. Muss ein Freiberufler etwa in den Räumen des Auftraggebers arbeiten oder hat sich an bestimmte Arbeitszeiten zu halten, könnte dies auf ein verschleiertes Angestelltenverhältnis hindeuten. Wird Scheinselbstständigkeit von der Versicherung festgestellt, drohen dem Auftraggeber hohe Kosten: Neben den Rückzahlungen der Sozialversicherungsbeiträge erwartet ihn möglicherweise ein Bußgeldverfahren. Im schlimmsten Fall droht bei Vorsatz sogar eine Freiheitsstrafe.

Portale für die Expertensuche

Geeignete IT-Fachkräfte zu finden, die den Anforderungen entsprechen, ist nicht leicht, schließlich müssen Qualifikation, Projektlaufzeit, Verfügbarkeit und Honorarvorstellungen übereinstimmen. War die erfolgreiche Vermittlung bislang abhängig von guten Netzwerken und persönlichen Empfehlungen, können dabei heute unabhängige Akquiseportale unterstützen. Das Münchner Unternehmen Freelance.de hat sich beispielsweise auf die Online-Vermittlung selbstständiger Fachkräfte und Projekte mit dem Schwerpunkt IT-Branche spezialisiert.

Unternehmer haben die Möglichkeit, ihr Projekt auf der Plattform zu veröffentlichen und den passenden Experten unter den rund 83.000 registrierten Freelancern zu finden. Ebenso können Freiberufler nach Anmeldung ihre Dienstleistungen anbieten und ein Profil mit Informationen zu bisherigen Kunden, absolvierten Projekten, erworbenen Qualifikationen und Kompetenzen anlegen. So können Entscheidungsträger beurteilen, inwiefern sich Kandidaten für die gesuchte Position eignen.

Online-Akquiseportale können den Besetzungsprozess beschleunigen, denn sie unterstützen Auftraggeber dabei, ihren Pool potentieller Mitarbeiter zu optimieren. Dank zusätzlicher Tools kann bereits bei der Kandidatensuche gefiltert werden, welche qualifizierten Fachkräfte in der Umgebung und zu den gewünschten Stundensätzen verfügbar sind. Stundenlöhne und Qualifikationen lassen sich anhand von Listen einsehen. Unternehmer können zudem die Besetzungswahrscheinlichkeit geplanter Kooperationen ermitteln, somit erhalten sie realistische Bewertungen ihrer Projektanforderungen.

Bildquelle: Thinkstock/DigitalVision

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