Keine ausgereiften Lösungen

Woran es bei Videokonferenzen noch hapert

„Es gibt eine Reihe an Videokonferenzanbietern am Markt, jedoch fehlt es bei fast allen an ausgereiften Lösungen, die Interoperabilität mit anderen standardbasierenden Systemen bieten“, bemängelt Matthias Winter, Regional Sales Manager Germany bei Starleaf, im Interview.

Matthias Winter, Starleaf

„Die Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz sind nicht neu, da auch Cloud-Kommunikation nicht neu ist“, so Matthias Winter von Starleaf.

IT-DIRECTOR: Herr Winter, was sind Ihrer Ansicht nach die drei wichtigsten Unified-Communications-and-Collaboration-Trends (UCC) in 2017?
M. Winter:
Die Trends liegen im Messaging, Team-Collaboration und Mobility-Bereich. Messaging hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und nicht nur im privaten, sondern auch im Enterprise-Bereich Fuß gefasst. Team-Collaboration ist ebenso zu einem Schlagwort geworden, da Unternehmen immer mehr auf Integration und Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Teams setzen. Der dritte Trend, Mobility, ergibt sich dann fast von selbst, denn die meisten Unternehmen wollen früher oder später global agieren und auch mit Geschäftspartnern in anderen Ländern und Zeitzonen in Kontakt bleiben.

IT-DIRECTOR: Welche Bedeutung schreiben Sie an dieser Stelle der „agilen Zusammenarbeit“ – Stichwort „Collaboration“ – zu?
M. Winter:
Dokumente und Daten werden innerhalb von Teams organisiert, verwaltet und bearbeitet, manchmal von Teammitgliedern gleichzeitig, manchmal zeitversetzt. Jeder hat Zugriff auf den aktuellen Stand. Um gleichzeitig an Daten zu arbeiten, ist die Kommunikation – von Chat bis Audio- und Videokonferenzen – in diesem Moment von entscheidender Bedeutung.

IT-DIRECTOR: Wie sieht demnach der „Arbeitsplatz der Zukunft“ aus?
M. Winter:
Gibt es den in der klassischen Form noch? Bei der Arbeit in verteilten Teams kann man nicht darauf warten, bis alle Teammitglieder an ihrem Arbeitsplatz sind, um an Aufgaben zu arbeiten. Die Mitglieder sind verteilt an unterschiedlichen Orten, in unterschiedlichen Zeitzonen oder auf Reisen und sollten von überall aus in der Lage sein, so optimal wie möglich an der Arbeit des Teams teilzunehmen.

IT-DIRECTOR: Inwieweit befassen sich Großunternehmen bereits mit der Umsetzung eines „Modern Workspace“?
M. Winter:
Die Diskussion über den modernen Workspace und die Möglichkeit, dass die Mitarbeiter sich morgens mit ihrem Rollcontainer einen freien Schreibtisch aussuchen, kann nicht die Anforderung an eine UCC-Umgebung sein. Ein „Modern Workspace“ ergibt sich, wenn eine UCC-Umgebung erfolgreich in einem Unternehmen umgesetzt wurde. Die Anforderungen an eine UCC-Umgebung sind weit höher als nur die Auswahl der freien Schreibtische. Es geht vielmehr darum, die technischen Möglichkeiten zur Arbeit an jedem Ort, zu jeder Zeit bzw. in jeder Zeitzone bereitzustellen – und dies mit den unterschiedlichsten (mobilen) Geräten.

IT-DIRECTOR: Welche Vorteile und Möglichkeiten ergeben sich durch die Gestaltung von flexiblen Arbeitsplätzen, mit welchen Nachteilen müssen Büronomaden zugleich rechnen?
M. Winter:
Es geht bei UCC weniger um die lokale Organisation der Bürofläche, sondern um die technischen Mittel, die möglichst optimale Arbeitsbedingungen schaffen sollen. Dies gilt für Arbeiten im Büro, Home Office oder im Büro an einem anderen Standort.

IT-DIRECTOR: Welche UCC-Technologien unterstützen konkret die Umsetzung eines „Modern Workspace“?
M. Winter:
Cloud-Videokonferenzen spielen hierbei eine große Rolle. Wer heutzutage effektiv mit Mitarbeitern und Geschäftspartnern in allen Zeitzonen kommunizieren will, kann sich mit dieser modernen Kommunikationsmöglichkeit nur Vorteile verschaffen. Egal ob Video über Desktop, Tablet oder Mobiltelefon, via ein Videokonferenzsystem oder den Browser (Click-to-Call-Funktion) – es ist wichtig, dass einem Optionen für alle Situationen zur Verfügung stehen.

IT-DIRECTOR: Welche Rolle spielt hier die Cloud? Inwieweit konnte sie bereits das Vertrauen der Anwender gewinnen?
M. Winter:
Die Nutzung von Cloud-Technologien, egal ob public, hybrid oder privat, sind essentiell zur Bereitstellung der Kommunikationsdienste und um Zugriff auf gemeinsame Dokumente und Daten zu ermöglichen.

IT-DIRECTOR: Und inwieweit konnten gesetzliche Fragen zu den Themen „Sicherheit“ und „Datenschutz“ im Rahmen von Cloud-Telefonie geklärt werden?
M. Winter:
Die Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz sind nicht neu, da auch Cloud-Kommunikation nicht neu ist. Telefonie in ihren Anfängen war schon immer eine Cloud-Technologie. Der Begriff kam erst auf, als die Kommunikation auf IP umgestellt wurde. Hier greifen die Themen Sicherheit und Datenschutz in aller Form, da die vorher einzelnen Kommunikationsformen in UCC gebündelt werden.

IT-DIRECTOR: Wie stellen Unternehmen fest, ob sie grundsätzlich für die Kommunikation aus der Wolke bereit sind?
M. Winter:
Am besten testen und herausfinden, wie sehr Videokommunikation mit internen und externen Teilnehmern Geschäftsprozesse sowie die tägliche Kommunikation (etwa für Meetings) verbessert. Deshalb geben wir Kunden die Möglichkeit, Lösungen direkt vor Ort und kostenlos zu testen.

IT-DIRECTOR: Welche Voraussetzungen müssen letztlich erfüllt sein, damit alle Kommunikationsdienste (Telefonie, Videokonferenzen, Desktop-Sharing, etc.) reibungslos funktionieren und der Kollaboration der Mitarbeiter unternehmensweit nichts im Wege steht?
M. Winter:
Grundsätzlich ist IP-Kommunikation Voraussetzung für den Einsatz von Cloud-Technologien im Kommunikationsumfeld. Unternehmensnetze und Internetanbindungen der Standorte müssen dem angepasst werden.

IT-DIRECTOR: An welchen Stellen sehen Sie aktuell noch viel Handlungsbedarf im Bereich „UCC“?
M. Winter:
Es gibt eine Reihe an Videokonferenzanbietern am Markt, jedoch fehlt es bei fast allen an ausgereiften Lösungen, die Interoperabilität mit anderen standardbasierenden Systemen bieten.

Bildquelle: Starleaf

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