Neue Zahlungsmethoden sollen Kosten einsparen

Zahlungsreform in der Reisebranche

Eine neue Studie von PYMNTS im Auftrag von Amadeus zeigt, dass die Reisebranche digitale Zahlungsformen vorantreiben will, um stärker personalisierte Kundenprozesse zu ermöglichen und um Kosten von 74,5 Mrd. US-Dollar zu reduzieren.

Zahlungsreform in der Reisebranche

Die Reisebranche will digitale Zahlungsformen vorantreiben, um stärker personalisierte Kundenprozesse zu ermöglichen und um Kosten zu reduzieren.

Über 5.000 neue Unternehmen sind weltweit in den Jahren zwischen 2008 und 2016 im Bereich der Finanztechnologie (Fin-Techs) entstanden, die Lösungen für die Bezahlung von Waren und Dienstleistungen hervorbrachten und mehr als 60 Mrd. US-Dollar Risikokapitalinvestitionen anzogen. Dies hat Innovationen vorangetrieben, die von kontaktlosen Bezahlungsprozessen über kryptografisch sichere digitale Währungen bis zu Sofortzahlungen reichen. Neue Untersuchungen von PYMNTS deuten darauf hin, dass auch die Reisebranche nun bereit ist, den Zahlungsverkehr auf die nächste Stufe zu heben.

Die neue Studie, für die einige Interviews geführt wurden, zeigt, dass die Branche bereit ist, den Zahlungsverkehr digitaler zu gestalten. Mehr als 95 Prozent der befragten Unternehmen wollen in naher Zukunft neue Zahlungsmethoden einführen. Faktoren, wie z.B. die Erfüllung von Kundenerwartungen, wurden genannt. Dabei sind stärker personalisierte Kundenprozesse bei Bezahlvorgängen ein wichtiges Ziel und stehen im Mittelpunkt

Trotz dieser Aussichten unterstrichen die Mitarbeiter im Cash-Management der Reisebranche, dass die große Komplexität heute ein wesentliches Hindernis ist. Über 85 Prozent der Unternehmen geben an, die Anzahl der akzeptierten Zahlungsmethoden in den vergangenen fünf Jahren gesteigert zu haben. Durchschnittlich werden von den Befragten neun Zahlungsmodalitäten akzeptiert, wobei im Schnitt drei Zahlungsarten in den vergangenen Jahren hinzugekommen sind. Ebenso arbeitet die große Mehrheit der Reiseunternehmen mit drei bis zehn Zahlungsdienstleistern zusammen, was die operative Komplexität weiter erhöht.

„Die kommenden Jahre stellen für die Reisebranche eine echte Chance dar, die Kundenprozesse zu verbessern und die Kosten durch den Einsatz weiterentwickelter Finanztechnologie im Griff zu behalten. Wählen Sie einen strategischen Ansatz, indem Sie den wesentlichen Wettbewerbsvorteil definieren und festlegen, was fremd vergeben werden kann“, betont Bart Tompkins, Managing Director Payments von Amadeus „Bei der Bewertung künftiger Innovationen sollte man sich dann nur noch auf solche konzentrieren, die die Kundenprozesse verbessern, die Komplexität verringern oder die direkten bzw. indirekten Kosten reduzieren.“ 

Außerdem führt Tompkins fort, dass die Reisebranche internationaler sei als jede andere. Daher verlange sie Zahlungsmethoden, die einer globalen Kundenbasis Rechnung trage und zahlreiche staatliche Regelungen berücksichtige. Trotz dieser Herausforderung sei klar, dass das Versprechen personalisierter Prozesse die Branche dazu bringe, neu zu hinterfragen, wie Zahlungen einen Wettbewerbsvorteil darstellen könnten.

Die Studie ergab außerdem, dass Reiseunternehmen im Schnitt 5,3 Prozent ihres Umsatzes für das Zahlungsmanagement ausgeben, einschließlich Gebühren für Kreditkarten und Leistungsträger sowie sonstige indirekte Kosten. Das schlägt sich in der Branche mit einer gewaltigen Gesamtsumme von 74,5 Mrd. US-Dollar nieder. Kleinere Firmen mit weniger als 15 Mio. US-Dollar Umsatz bezahlen überproportional hohe Gebühren – durchschnittlich 7,5 Prozent. Im Vergleich dazu betragen die Gebühren bei Reiseunternehmen mit mehr als einer Mrd. US-Dollar Jahresumsatz nur 3,8 Prozent.

Die Umfrage wurde vom Informationsportal PYMNTS im ersten Halbjahr 2018 durchgeführt. 78 Mitarbeiter im Cash-Management von Fluggesellschaften, Hotels und Reisevermittlern wurden telefonisch befragt. Sie arbeiten in Unternehmen unterschiedlicher Größe, wobei mehr als 60 Prozent davon einen Jahresumsatz von 100 Mio. US-Dollar erzielten. 

Bildquelle: iStock/Thinkstock

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