Drahtlose Konnektivität

Zukunftssicher für WiFi 6

Die Verschiebung der Arbeitsweisen bedingt durch Covid-19 hat noch kein großes Interesse an der Implementierung der nächsten WiFi-Generation geweckt. Dabei könnte das einige Wettbewerbsvorteile bringen.

Zukunftssicher für WiFi 6

Zum jetzigen Zeitpunkt die richtigen Schritte zur Implementierung von WiFi 6 zu planen, soll den zukünftigen Erfolg des eigenen Unternehmens definitiv befeuern.

Die Bedeutung der drahtlosen Konnektivität hat in den letzten Wochen und Monaten zweifellos zugenommen, da die Unternehmen aufgrund der Covid-19-Beschränkungen dazu gezwungen waren, das Arbeiten aus der Ferne zu ermöglichen. Diese Verschiebung der Arbeitsweisen allein hat jedoch noch kein großes Interesse an der Implementierung der nächsten WiFi-Generation geweckt. Sobald Freizügigkeit wieder erlaubt ist und die Dienste wie bis vor der derzeitigen Krise funktionieren, wird die Nachfrage nach schnellen und zuverlässigen drahtlosen Verbindungen überall, nicht nur zu Hause, wieder steigen. Unternehmen, die jetzt proaktiv WiFi 6 implementieren, werden den Wettbewerbsvorteil, den diese Technologie bieten wird, dann sofort nutzen können.

Der neue Standard für drahtlose Netzwerkübertragungen wurde zunächst als ideale Lösung für Branchen und Bereiche wie Verkehrsknotenpunkte, Gastgewerbe, öffentliche Einrichtungen, Universitäten und Schulen gepriesen. Bei genauerem Hinsehen stellt sich jedoch heraus, dass praktisch jedes Unternehmen mit den wachsenden Anforderungen an die Netzwerkkapazität davon profitieren kann. Mit WiFi 6 wird die Leistungsfähigkeit des Internets in überfüllten oder fragmentierten Gebieten kein Problem mehr darstellen, was sich wiederum positiv auf die internen Systeme von Unternehmen und auch allen anderen Organisationen auswirken wird.

Technologisches Fundament zeitnah legen

Sobald Unternehmen das Bewusstsein dafür geschaffen haben, dass ein Umstieg auf den neuen Standard durch eine verbesserte Geschwindigkeit und hohe Bandbreite sinnvoll ist, ist es an der Zeit, die entsprechende Implementierung zu planen. Bis zu einem gewissen Grad wird der erste Schritt darin bestehen, so der Netzwerkexperte Zyxel, das existierende kabelgebundene Netzwerk zu evaluieren und sicherzustellen, dass es mit dem Upgrade zurechtkommt. WiFi 6 wird einen Kaskadeneffekt bis hinunter zum Netzwerkkern haben und die erhöhte Bandbreite kann den verkabelten Aufbau saturieren.

Wenn mit der Verkabelung zwischen den neuen Zugangspunkten, Routern und allen Zwischenverbindungen begonnen wird, ist davon auszugehen, dass derzeitige Kupferkabel nicht ausreichen werden, um höhere Datenübertragungsraten zu unterstützen. Für Geschwindigkeiten über 1 Gbps ist der empfohlene Mindeststandard in der Regel ein Cat6-Kabel, aber mit WiFi 6 stehen Nutzern 2,5 oder sogar 5 Gbps zur Verfügung. Deshalb gilt es, über höhere Standards wie Cat6a, Cat7, Cat7a oder Cat8 nachzudenken, um die neue Infrastruktur langfristig für die neuen technischen Anforderungen zukunftssicher zu machen.

Desweiteren müssen Unternehmen ihre Netzwerkverkehrswege, Switches und Router überprüfen, inwieweit diese ein Upgrade benötigen, um die WiFi-6-Datenraten verarbeiten zu können. Die Investition in Multi-Gig-Modelle, die den PoE++-Standard unterstützen, wäre bei Switchen eine sinnvolle Entscheidung, um eine Netzwerkinfrastruktur für die kommenden Jahre zukunftssicher zu machen. Einige WiFi-6-APs können zwar mit älteren Power-over-Ethernet-Standards betrieben werden, doch besteht dann das Risiko, lediglich auf eine Datengeschwindigkeit von 1 Gbps zugreifen zu können. Um reinen Aktionismus ohne optimale Ergebnisse zu vermeiden, müssen sich Geschäftsführer und IT-Entscheidungsträger darüber im Klaren sein, welche Upgrades ihre Netzwerkinfrastruktur tatsächlich benötigt, um auf die bevorstehenden technologischen Fortschritte optimal vorbereitet zu sein.

Aufrüstung bereits angeschlossener Geräte

Wie bei allen neuen Wireless-Standards ist es zumindest beruhigend, dass alle Geräte, die nicht für den 802.11ax-Standard zertifiziert sind, dennoch eine Verbindung zu WiFi-6-Zugangspunkten herstellen können. Diese Geräte werden jedoch nicht in der Lage sein, alle Verbesserungen hinsichtlich der Konnektivität zu nutzen. Um wirklich vom neuesten Standard zu profitieren, haben Unternehmen zwei Möglichkeiten: zum einen in PCIe-Adapterkarten für Desktop-Computer und M.2/NGFF WiFi-6-Adapter für Laptops zu investieren, um alle vorhandenen Bestandsgeräte WiFi-6-fähig zu machen; zum anderen die technische Infrastruktur – Telefone, Laptops und Desktops der Mitarbeiter – schrittweise durch modernere Geräte zu ersetzen. Dieses Vorgehen birgt jedoch die Gefahr, die Umstellung auf WiFi 6 zu verzögern, da die Verfügbarkeit WiFi-6-fähiger Client-Geräte auf dem Markt nur langsam voranschreitet – eine Entwicklung, die bereits beim vorhergehenden AC-Standard für WiFi zu beobachten war. Jedoch kann dieser Ansatz dabei helfen, den finanziellen Aufwand zu Beginn des Umstiegs zeitlich zu verteilen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 05-06/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die Realisierung einer Hypervernetzung und die Aufrüstung zu einem Netzwerk, das Hunderte, vielleicht Tausende von Geräten umfasst, erhöht natürlich den Druck auf IT-Teams und Netzwerkadministratoren. Bereits im vergangenen Jahr hat ZK Research ermittelt, dass 61 Prozent der Netzwerkexperten keine oder nur geringe Kenntnisse über die in ihrem Arbeitsbereich verbundenen Geräte haben. Dieses Problem wird sich – je mehr Hardware angeschlossen wird – noch verschärfen. Doch den Überblick über das gesamte Netzwerk zu behalten, wird für Unternehmen zukünftig von größter Bedeutung sein, um die Datensicherheit zu gewährleisten und die eigene Produktivität zu steigern.

Die zentralisierte und Cloud-basierte Netzwerkverwaltung ermöglicht es, Sicherheits- und Zugriffsrichtlinien aus der Ferne von einem einzigen Dashboard aus zu administrieren – für die erfolgreiche Implementierung und Verwaltung eines WiFi-6-Netzwerks unerlässlich. Da die Größe dieser Netzwerke noch nie dagewesene Ausmaße annehmen kann, müssen Netzwerkexperten mit den effizientesten Management-Lösungen ausgestattet sein und über ein hohes Verständnis der Sicherheitsimplikationen und zu verwendenden Protokolle verfügen.

Eine aufregende Perspektive

Die Vorbereitung auf WiFi 6 ist für viele Unternehmen eine aufregende neue Perspektive – selbst während der Covid-19-Pandemie. Es gilt, immer im Auge zu behalten, dass ein drahtloses Netzwerk nur so gut ist wie sein verkabeltes Backbone. Zum jetzigen Zeitpunkt die richtigen Schritte zur Implementierung von WiFi 6 zu planen, wird den zukünftigen Erfolg des eigenen Unternehmens definitiv befeuern. Das Wissen um diese neue Technologie, kombiniert mit einer soliden Einführungsstrategie macht es möglich, den Umstieg reibungslos und risikofrei durchzuführen. Auf diese Weise können die Vorteile, die aus dem Einsatz des neuen, drahtlosen Standards entstehen, gegenüber anderen Marktbegleitern maximal genutzt werden.

Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images Plus

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